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Hermann-Schmidt-Preis 2004

Kundenorientierung in der beruflichen Bildung

Auszeichnung für neue Wege in der Berufsbildung in allen Branchen und Ausbildungsberufen

<STRONG>Die Vorsitzenden des Vereins Innovative Berufsbildung e.V.</STRONG>, Prof. Dr. Helmut Pütz (1. Vorsitzender, rechts) und W. Arndt Bertelsmann (2. Vorsitzender, links)

Der Wettbewerb richtete sich im Jahr 2004 an Betriebe, Schulen und Bildungseinrichtungen in allen Branchen und Ausbildungsarten, die durch Maßnahmen und Projekte in der Aus- und Weiterbildung dazu beitragen, das Leitbild der Kundenorientierung zu fördern.

Der freundliche und sachkundige Umgang mit Kunden hat in den letzten Jahren immer mehr Eingang in neue Aus- und Fortbildungsberufe und in die Weiterbildung gefunden. "Der Kunde ist König", "Der Kunde steht im Mittelpunkt", sind bekannte Slogans, die die Kundenorientierung von Unternehmen zum Ausdruck bringen sollen.

Mit dem Schlagwort Kundenorientierung ist aber nicht nur der freundliche Umgang mit Kunden im Beratungs- und Verkaufsgespräch gemeint. Kundenorientierung wird als Teil des umfassenden Geschäftsprozesses, angefangen bei der Planung, Entwicklung, Konstruktion, Fertigung und Beratung bis hin zur Übergabe des Produkts oder der Dienstleistung an den Kunden einschließlich einer nachfolgenden Betreuung verstanden. Den Anspruch, kundenorientiert zu sein, erheben heute nicht mehr nur die kaufmännischen Dienstleistungen, sondern ausnahmslos alle Branchen der Wirtschaft.

Von einer unabhängigen Fachjury wurden folgende Projekte ausgezeichnet:

  • 1. Preis
    Lernen im und am (virtuellen) Kundenauftrag, Forschungsgruppe Praxisnahe Berufsbildung - Universität Bremen
    Kundenorientierung ist bei diesem Projekt der Forschungsgruppe Praxisnahe Berufsbildung (FPB) der Universität Bremen nicht Inhalt einzelner Lernsequenzen sondern durchzieht die gesamte Ausbildung "im und am Kundenauftrag": Auszubildende in Handwerksbetrieben werden ganzheitlich am Prozess der Auftragsbearbeitung beteiligt und übernehmen Aufgaben in eigener Verantwortung. Die für eine breite Übertragung in die Praxis erforderlichen Maßnahmen - organisatorische und inhaltliche
    Voraussetzungen, überbetriebliche Lernmöglichkeiten, Qualifizierung des ausbildenden Personals entwickelte und erprobte die FPB in drei Kooperationsprojekten.
    Kontakt: Prof. Dr. Manfred Hoppe, Forschungsgruppe Praxisnahe Berufsbildung - Universität Bremen, Wilhelm-Herbst-Str. 7, 28359 Bremen, E-Mail: fpbhoppe@uni-bremen.de
  • 2. Preis
    "Ihr Beziehungsprofil" - Kundengewinnung durch verstärkte Ausstrahlung und Überzeugungskraft des Meisters - Felix Deck, Bodendeck GmbH, Eggstein

    Felix Deck ist Geschäftsführer eines Handwerksunternehmens, das sich auf Vertrieb und Verarbeitung von Bodenbelägen aller Art spezialisiert hat. Er entwickelte ein Qualifizierungsprogramm der Kundenorientierung, das auf eine, durch bewusste Innenschau verstärkte Ausstrahlung und Überzeugungskraft des Meisters abstellt.Die Kundenorientierung ist in diesem Konzept nicht
    allein abhängig von den Fachkenntnissen des Personals, dem Preis und der Qualität der Ware. Im Mittelpunkt steht die Fähigkeit des Personals, zwischen sich und dem Kunden ein Vertrauen bildendes Klima mit kommunikativen, empathiegestützten "soft skills" herzustellen. Zur Umsetzung des Konzepts im Handwerk hat Felix Deck mehrere Seminarinstrumente mit Kammerunterstützung
    entwickelt.
    Kontakt: Felix Deck, bodendeck gmbh, Daimler Str.14, 76344 Eggenstein-Leo., Tel.: 0721/9703110, E-Mail: info@felixdeck.de
  • 3. Preis
    Netzwerk Berliner Schülerfirmen, Arbeit-Schule-Integrations-Gesellschaft e. V., Berlin
    Die Arbeit-Schule-Integrations-Gesellschaft e. V. (ASIG) ist ein gemeinnütziger Verein mit derzeit 38 Vollzeit-Beschäftigten, dessen Arbeit auf die Einbindung von Schülern aus sonderpädagogischen Förderzentren in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt
    ausgerichtet ist. Seit 2001 ist ASIG Träger des "Netzwerkes Berliner Schülerfirmen", mit dem sich der Verein um den Hermann-Schmidt-Preis bewarb.Inzwischen nehmen 28 Berliner Schulen für Lernbehinderte (von insgesamt 45) und etwa 1.600 Schülern
    an diesem Programm teil. Es wird von der Berliner Senatsverwaltung und seit 2001 auch vom Europäischen Sozialfonds unterstützt. Das Netzwerk umfasst 70 Schülerfirmen, die in den Bereichen Gartenbau und Landschaftspflege, Bäckerei- und Gastronomie bis hin zu Maler und Tapezierer aktiv sind. Schülerfirmen sind berufsorientierende Lernarrangements
    mit Außenkontakten. Schüler entwickeln im Unterricht Ideen für Produkte und Dienstleistungen, die sie dann realisieren und "vermarkten". Bei den zu vermittelnden Lern- und Verhaltenszielen haben neben Sozialkompetenz und Teamfähigkeit,
    vor allem Probleme der Kundenorientierung oberste Priorität.
    Kontakt: http://www.nebs.de/, Arbeit-Schule-Integrations-Gesellschaft e. V., Arno Schelzke, Lindower Str. 18, 13347 Berlin
  • Sonderpreis
    Innerbetriebliches Ausbildungskonzept unter dem Leitbild der Kundenorientierung Chr. Ufer GmbH, Landau
    Die Chr. Ufer GmbH, Landau ist ein mittelständisches Großhandelsunternehmen in den Bereichen Sanitär/Heizung, Stahl/Bauelemente, Baubeschläge/Werkzeuge mit 117 Beschäftigten und 18 Auszubildenden (Bürokaufleute, Groß- und Außenhandelskaufleute). Der Betrieb steht im Wettbewerb mit anderen Handelsbetrieben, die gleichartige Erzeugnisse anbieten.
    Die Kunden sind Handwerksbetriebe aus den Gewerken Sanitär, Heizung, Klima, Schreinerei, Zimmerei und Holzverarbeitung sowie Stahl- und Metallbau. Fachkenntnis, Beratungskompetenz und Kundenorientierung - getrennt für jede der drei Produktabteilungen - sind für den Betrieb von existentieller Bedeutung. Ziele der Ausbildung sind deshalb beste fachliche Qualifizierung und gründliche Vorbereitung auf den Umgang mit Kunden. Das Unternehmen hat ein vorbildliches Ausbildungskonzept erarbeitet. Er wurde in diesem Jahr erstmalig eingesetzt. Der Auszubildende lernt dort kennen, wie und warum die eigenen Produkte verwendet bzw. verarbeitet werden, wie die Bedürfnisse des Kunden aussehen und welche
    Anforderungen der Kunde an den Großhandel stellt. Ziel ist es, dass sich der Auszubildende in die Rolle des Kunden versetzen kann, um kundenorientiert handeln zu können.
    Kontakt: Dr. Hans Christoph Strack, Christoph Ring, Chr. Ufer, Am Schänzle 2, 76829 Landau, Tel.: 06341/974-12, E-Mail: webmaster@ufer.de


Eine Kurzdarstellungen aller zum Wettbewerb 2004 eingereichten Projekte finden Sie in der Beilage Zeitschrift "Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis (BWP)" des Bundesinstituts für Berufsbildung, Ausgabe September/Oktober 2004:
BWPspezial Nr.9 - Hermann-Schmidt-Preis 2004  

 

 

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Literatur

Letzte Änderung: 05.09.2007


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