Lernortkooperation
Die duale Berufsausbildung wird durch die betriebliche, überbetriebliche (ÜBA) und schulische Ausbildung geprägt. Alle drei Lernorte, Schule, ÜBA und Betrieb, sind gegenwärtig einem dynamischen Wandel unterworfen. Bezogen auf die Ausbildung hat sich dieser Wandel u. a. auch im neuen Berufsbild des Elektronikers niedergeschlagen.
Die neuen Inhalte des Ausbildungsberufs erfordern praxisbezogene ganzheitliche Lehr- und Lernmethoden, denen mit rein fachsystematisch ausgerichteter Ausbildung nicht entsprochen werden kann. Die Vorgaben der Verordnung müssen an jedem Lernort so umgesetzt werden, dass Synergien zwischen den Lernorten hergestellt werden.
Dabei kommt der Lernortkooperation zwischen Betrieb, ÜBA und Berufsschule eine besondere Bedeutung zu. Der Kundenauftrag bildet hier die gemeinsame Klammer, mit der die Lernorte Betrieb, Überbetriebliche Ausbildung und Berufsschule verbunden werden.
Der Betrieb
Der Betrieb führt Aufträge beim Kunden durch. Dadurch hat der Auszubildende direkten Kontakt zum Kunden und sieht sich dessen Anforderungen unmittelbar ausgesetzt. Hierzu werden qualifizierte Fachkräfte gebraucht, um die Kundenaufträge unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten selbständig und eigenverantwortlich umsetzen können. Andererseits werden aber auch Ausbildungspartner benötigt, die junge Fachkräfte mit technischem Know-How und tatkräftiger Handlungskompetenz ausstatten.
Die Überbetriebliche Ausbildung (ÜBA)
In der ÜBA hat der Auszubildende die Möglichkeit, Kundenaufträge in einer Weise zu bearbeiten, wie es im Betrieb aufgrund zeitlicher und wirtschaftlicher Sachzwänge nicht durchführbar ist.
Der Auszubildende bekommt in der überbetrieblichen Ausbildung Qualifikationen über modernste Technologien und Verfahren vermittelt, die er in der betrieblichen Ausbildung in diesem Maße nicht erlernen kann. Dadurch wird die überbetriebliche Ausbildung zum zentralen Lieferanten von Know-how.
Die Berufsschule
Die Berufsschule bietet die Möglichkeit, berufliches Handeln kritisch zu reflektieren und die Lerninhalte systematisch abzuhandeln. Mit der Einbindung der allgemeinbildenden Unterrichts werden auch gesellschaftliche Auswirkungen einbezogen. Dabei spielt handlungsorientierter Unterricht eine wesentliche Rolle, weil er fach- und handlungssystematische Strukturen miteinander verbindet.
Wechselspiel zwischen den Partnern
Im Idealfall entsteht zwischen allen Lernorten ein Wechselspiel aus Praxisorientierung, systematischer Vorgehensweise und fachwissenschaftlichem Hintergrund mit jeweiligem Handlungsbezug. Durch die gemeinsame Bearbeitung von Kundenaufträgen, ÜBA-Modulen und Lernfeldern der Berufsschule werden sinnstiftende Zusammenhänge für berufliches Handeln gebildet und ein nachhaltiger Lernerfolg sichergestellt.




