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BIBB Stellenanzeigenanalysen mit Inserentennachbefragung (1999/2000)

IT-Berufe

Zur Erhebung

Im Rahmen einer Nachbefragung von Inserenten wurden im Mai 2000 238 im Volltext vorliegende Stelleninserate aus dem IT-Bereich daraufhin geprüft, welche in den Stellenanzeigen gestellten Qualifikationsanforderungen letztlich realisiert werden konnten. (Weiteres im Abschnitt zum Untersuchungskonzept).

Ergebnisse der Stellenanzeigenanalyse

  • Vier von fünf Stellenausschreibungen im IT-Bereich richten sich an Personen in IT-Kernberufen (Datenverarbeitungsfachleute) wie Softwareentwickler, Netzwerkfachleute, Vertriebsfachleute, Systemanalytiker und Computerfachleute in sonstigen IT-Kernberufen (siehe Tabelle).

  • Stellensuchende im IT-Bereich werden nur selten mit einer Berufs- oder Abschlussbezeichnung angesprochen. Die in jedem dritten Inserat verwendeten anglo-amerikanischen Tätigkeitsbezeichnungen beziehen sich auf spezifische Aufgabenfelder (Web-Administrator) oder geforderte Spezialkenntnisse (IT-Spezialist OS/390).

  • "Neue" Tätigkeitsfelder entstehen z.B. mit der Präsentation von Unternehmen im Internet, mit dem Daten- und Informationsaustausch innerhalb und zwischen Unternehmen, in den Bereichen IT-Sicherheit, Wissensmanagement/Recherche und Multimedia.

  • Deutliche Unterschiede in den Qualifikationsanforderungen zwischen den Berufen gibt es nicht nur hinsichtlich der fachlichen sondern auch der überfachlichen Kompetenzen.

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In Stellenanzeigen nachgefragte IT-Berufe

in Prozent der Stellenanzeigen im IT-Bereich (238 Anzeigen)

Softwareentwickler
Netzwerkfachleute
Vertriebsfachleute
Systemanalytiker
Sonstige IT-Berufe

IT-Mischberufe

21,8
15,5
14,3
11,3
14,7

22,3 

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Ergebnisse der Inserentennachbefragung

  • Bei fast zwei Drittel aller Stellenausschreibungen blieb die Zahl der eingegangenen Bewerbungen unter zehn; zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wurden im Durchschnitt sogar nur fünf Bewerber. Jede vierte IT-Stelle konnte auch nach Ablauf eines halben Jahres nicht besetzt werden. Bei der Hälfte aller Stellen waren zur Besetzung zwei Ausschreibungen erforderlich.
  • Bei den Qualifikationsdefiziten der eingeladenen Bewerber und Bewerberinnen stand das Fehlen spezifischen Berufswissens an erster Stelle, gefolgt von Mängeln bei der Sozial- und Selbstkompetenz (siehe Tabelle).
  • Für die Mehrzahl der zu besetzenden Positionen gibt es nach Meinung der befragten Betriebe bereits eine Ausbildung, die das gewünschte Qualifikationsprofil vermittelt (siehe Tabelle).
  • Für mehr als 50% der Betriebe, die Personen mit Fachhochschul- oder Hochschulabschluss suchen, ist letztlich nicht das akademische Zeugnis sondern das erworbene fachliche Wissen entscheidend. Absolventen und Absolventinnen der vier neuen IT-Berufe haben daher gute Chancen, in bisher für Hochschulabsolventen typische Bereiche vorzustoßen.
     

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Die wichtigsten Qualifikationsdefizite
der zum Vorstellungsgespräch eingeladenen Bewerber
in Prozent der Antworten (105 Fragebögen)
Spezifisches Berufswissen
Sozial- und Selbstkompetenzen
Branchenkenntnisse
Ausbildungsfachrichtung
   passt nicht zum Qualifikationsprofil
Methodenkompetenzen
Fachübergreifendes Berufswissen
Vielseitiges Berufswissen
Fremdsprachenkenntnisse

65,4     
40,7     
19,8     

19,8     
12,3     
8,6     
7,4     
2,5     

Gibt es bereits eine Ausbildung
die das gewünschte Qualifikationsprofil vermittelt?
in Prozent der Antworten (105 Fragebögen)
Eine entsprechende Ausbildung ist vorhanden
Die gesuchten Qualifikationen sind in einer Ausbildung
nicht zu vermitteln
Aktualisierung einer vorhandenen Ausbildung ist möglich
Es sollte eine neue Ausbildung geschaffen werden

59,0     

28,6     
8,6     
3,8     

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Untersuchungskonzept

Die Grundgesamtheit bilden Stellenangebote aus fünf überregionalen und 26 regionalen Zeitungen mit einer Auflagenhöhe von mindestens 50.000 Exemplaren des ersten Juli- und Oktoberwochenendes 1999. Nach einem Zufallsverfahren wurden 23.444 Stellenangebote aus 14.438 Anzeigen erfasst. Nicht berücksichtigt wurden Ausbildungs- und Praktikantenstellen, Nebenjobs, Anzeigen für Nichtarbeitnehmer und von Privathaushalten, wobei sichergestellt wurde, dass Dubletten in anderen Zeitungen nicht mehrfach erfasst werden.

Eine 10%-Zufallsstichprobe dieser Anzeigen wurde im Volltext erfasst (3.656 Stellenangebote). Damit werden weiterführende Auswertungen mit Hilfe textanalytischer Verfahren ermöglicht, womit die Ebene der konkreten einzelnen Qualifikationen und Qualifikationskombinationen erschlossen werden kann.

Die hier dargestellten Ergebnisse zum IT-Bereich beruhen auf folgenden Datenquellen:

Erhebung

Quantitative und qualitative Stellenanzeigenanalyse

Schriftliche Inserentennachbefragung mit telefonischer Unterstützung
Fragestellung Welche Qualifikationen werden gewünscht? Welche Qualifikationen hat der/die Stelleninhaber/in?
Stichprobe 238 Stellenangebote im Volltext 105 von 213 versendeten Fragebögen
Zeitraum Juli/Oktober 1999  April/Mai 2000

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Quelle

Bundesinstitut für Berufsbildung

BIBB-Vorhaben 2.0501
Früherkennungssystem Qualifikationsentwicklung
Stellenanzeigenanalyse

Veröffentlichung:
P. Bott, A. Hall, H.-J. Schade: Qualifikationsanforderungen im IT-Bereich: Wunsch und Wirklichkeit

Mai 2000

Ansprechpartnerin: Anja Hall
Tel.: (0228) 107 - 1103
Email: hall@bibb.de


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Robert-Schuman-Platz 3
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