Zahl der neu abgeschlossenen betrieblichen Ausbildungsverträge im Jahr 2003 bundesweit nur noch bei rund 500.000
Nachdem bereits im Jahr 2002 ein starker Rückgang um 44.800 Verträge hingenommen werden musste, kam es diesmal zu einer Verringerung der betrieblichen Neuabschlüsse um 15.300 auf nur noch 497.200. Die Ursachen sind vor allem in der schwierigen Wirtschaftslage zu suchen, in der sich viele Betriebe befinden.
Zum Berechnungsverfahren:
Im Rahmen der jährlichen BIBB-Erhebungen zum 30. September werden jeweils die neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge der vorausgegangenen zwölf Monate gezählt. Dabei wird jedoch nicht zwischen betrieblichen und außerbetrieblichen Ausbildungsverträgen unterschieden.
Außerbetriebliche Ausbildungen sind solche, die überwiegend über staatliche Programme und über die Bundesanstalt für Arbeit finanziert werden. Sie dienen zum einen dazu, Jugendlichen eine Ausbildung zu ermöglichen, die einer besonderen pädagogischen Unterstützung bedürfen. Zum anderen werden sie eingesetzt, um fehlende betriebliche Ausbildungsplätze zu kompensieren. Jugendliche, die an solchen außerbetrieblichen Ausbildungsprogrammen teilnehmen, haben dennoch in vielen Fällen rege Kontakte zu Betrieben. Oft werden sie sogar vollständig von Betrieben ausgebildet. Dies gilt insbesondere für rein marktbenachteiligte Jugendliche. Der Unterschied zu den betrieblichen Auszubildenden besteht allein darin, dass ihre Ausbildung nicht vom Betrieb, sondern vom Staat bzw. der Arbeitsverwaltung bezahlt wird. Der Begriff "außerbetrieblich" bezieht sich also auf die Finanzierungsform und nicht auf den Lernort der Ausbildung.
Um das rein betriebliche Ausbildungsvolumen zu ermitteln, müssen Schätzungen vorgenommen werden. Dabei wird zunächst anhand von Statistiken der Bundesagentur für Arbeit, des Bundes und der Länder der Gesamtumfang der außerbetrieblichen Ausbildungsverträge berechnet. Anschließend wird das Ergebnis von der Summe aller neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge abgezogen, die das BIBB in seiner Erhebung zum 30. September festgestellt hat.
Zu den Ergebnissen für das Jahr 2003:
Nach den Resultaten der BIBB-Erhebung zum 30.09.2003 wurden in den alten Ländern insgesamt 434.747 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen, 12.679 weniger als im Jahr zuvor. Rund 21.000 dieser Verträge dürften mit außerbetrieblichen Ausbildungen zusammenhängen, dies sind rund 700 außerbetriebliche Verträge weniger als im Vorjahr 2002. Die Zahl der betrieblichen Lehrverträge lag somit bei rund 413.700. Sie ist gegenüber 2002 um rund 12.000 gesunken. Damals wurden 425.700 betriebliche Neuabschlüsse errechnet.
In den neuen Ländern und Berlin wurden im letzten Jahr 122.865 neue Lehrverträge gezählt, 2.032 weniger als in 2001. Davon fielen schätzungsweise 39.400 auf außerbetriebliche Ausbildungen. Dies sind knapp 1.300 außerbetriebliche Neuabschlüsse mehr als im Jahr 2002. Mit einem Minus von 3.300 kam es auch im Osten Deutschlands zu einem deutlichen Rückgang bei den betrieblichen Ausbildungsverträgen; die Gesamtzahl aller betrieblichen Neuabschlüsse lag bei rund 83.500 (2002: 86.800).
Näheres kann der Übersicht 1 entnommen werden. Die Übersicht enthält auch Vergleichszahlen für die Jahre 1999 bis 2002 und unterscheidet regional zwischen Ost und West.
Nach Ländern differenzierte Daten zu den betrieblichen und außerbetrieblichen Neuabschlüssen können den Tabellen 1-3 entnommen werden. Allerdings beziehen sich die Informationen ausschließlich auf die beiden letzten Jahre 2002 und 2003.
Vgl. zum Thema "außerbetriebliche und betriebliche Ausbildung" auch die folgenden Meldungen im Archiv:




