Zahl der neu abgeschlossenen betrieblichen Ausbildungsverträge im Jahr 2002 bundesweit um rund 43.300 gesunken
Nachdem bereits im Jahr 2001 ein Rückgang um 7.400 Verträge hingenommen werden musste, kam es nun zu einer noch deutlich größeren Abnahme. Die Ursachen sind vor allem in der schwierigen Wirtschaftslage zu suchen, in der sich viele Betriebe befinden.
Zum Berechnungsverfahren:
Im Rahmen der jährlichen BIBB-Erhebungen zum 30. September werden jeweils die neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge der vorausgegangenen zwölf Monate gezählt. Dabei wird jedoch nicht zwischen betrieblichen und außerbetrieblichen Ausbildungsverträgen unterschieden.
Außerbetriebliche Ausbildungen sind solche, die überwiegend über staatliche Programme und über die Bundesanstalt für Arbeit finanziert werden. Sie dienen zum einen dazu, Jugendlichen eine Ausbildung zu ermöglichen, die einer besonderen pädagogischen Unterstützung bedürfen. Zum anderen werden sie eingesetzt, um fehlende betriebliche Ausbildungsplätze zu kompensieren. Jugendliche, die an solchen außerbetrieblichen Ausbildungsprogrammen teilnehmen, haben dennoch in vielen Fällen rege Kontakte zu Betrieben. Oft werden sie sogar vollständig von Betrieben ausgebildet. Dies gilt insbesondere für rein marktbenachteiligte Jugendliche. Der Unterschied zu den betrieblichen Auszubildenden besteht allein darin, dass ihre Ausbildung nicht vom Betrieb, sondern vom Staat bzw. der Arbeitsverwaltung bezahlt wird. Der Begriff "außerbetrieblich" bezieht sich also auf die Finanzierungsform und nicht auf den Lernort der Ausbildung.
Um das rein betriebliche Ausbildungsvolumen zu ermitteln, müssen Schätzungen vorgenommen werden. Dabei wird zunächst anhand von Statistiken der Bundesanstalt für Arbeit, des Bundes und der Länder der Gesamtumfang der außerbetrieblichen Ausbildungsverträge berechnet. Anschließend wird das Ergebnis von der Summe aller neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge abgezogen, die das BIBB in seiner Erhebung zum 30. September festgestellt hat.
Nun zu den Ergebnissen für das Jahr 2002:
Nach den Resultaten der BIBB-Erhebung zum 30.09.2002 wurden in den alten Ländern insgesamt 446.167 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen, 33.974 weniger als im Jahr zuvor. Rund 20.200 dieser Verträge dürften mit außerbetrieblichen Ausbildungen zusammenhängen, dies sind rund 1.200 außerbetriebliche Verträge mehr als im Vorjahr 2001. Die Zahl der betrieblichen Lehrverträge lag somit bei rund 426.000. Sie ist gegenüber 2001 um rund 35.200 gesunken.
In den neuen Ländern und Berlin wurden im letzten Jahr 124.401 neue Lehrverträge gezählt, 9.310 weniger als in 2001. Davon fielen schätzungsweise 36.700 auf außerbetriebliche Ausbildungen. Dies sind 1.200 außerbetriebliche Neuabschlüsse weniger als im Jahr 2001. Mit einem Minus von 8.100 kam es auch im Osten Deutschlands zu einem deutlichen Rückgang bei den betrieblichen Ausbildungsverträgen; die Gesamtzahl aller betrieblichen Neuabschlüsse lag bei rund 87.700.
Näheres kann der Übersicht 1 entnommen werden. Die Übersicht enthält auch Vergleichszahlen für die Jahre 1999 bis 2001 und unterscheidet regional zwischen Ost und West.
Erstmalig ist es auch möglich, nach Ländern differenzierte Daten zu den betrieblichen und außerbetrieblichen Neuabschlüssen zu berechnen. Sie können den Tabellen 1-3 entnommen werden. Allerdings beziehen sich die Informationen ausschließlich auf die beiden letzten Jahre 2001 und 2002.
Vgl. zum Thema "außerbetriebliche und betriebliche Ausbildung" auch die folgenden Meldungen im Archiv:




