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Beim Verbleib der Jugendlichen in beruflicher Qualifizierung gibt es in den 16 Bundesländern sehr unterschiedliche Schwerpunkte

Dies zeigt eine Synopse der Einmündungszahlen in Ausbildung für das Jahr 2001. 

Die Tabelle 1 enthält entsprechende Angaben für 2001, differenziert nach Ost (einschließlich Berlin) und West sowie nach den 16 Ländern. Aufgenommen wurden vollqualifizierende Ausbildungen innerhalb und außerhalb von BBiG/HwO, Bildungsgänge, die auf eine Berufsausbildung bzw. auf ein Fachhochschulstudium vorbereiten sowie die Maßnahmen des Sofortprogramms zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit. Die Daten beziehen sich in allen Fällen auf Ausbildungsverhältnisse, die im Jahr 2001 neu gestartet wurden. Zusätzlich zu diesen Ausbildungszahlen wurden in die Synopse noch Informationen zu den am 31. Dezember 2001 noch nicht vermittelten Bewerbern, zu den arbeitslosen Jugendlichen unter 20 Jahren, zu den angehenden Beamten des einfachen bis gehobenen Dienstes und zu den Studienanfängern aufgenommen. Berichtet werden die absolute Zahl der begonnenen Ausbildungen und ihre relative Bedeutung, bezogen auf jeweils 1.000 Jugendliche eines durchschnittlichen Altersjahrganges zwischen 16 und 19 Lebensjahren. Die relativen Anteile wurden in die Tabelle aufgenommen, um den Vergleich zwischen den 16 Ländern, deren Bevölkerungsumfang erheblich variiert, zu erleichtern. So lässt sich der Tabelle 1 z.B. entnehmen, dass in Hamburg auf jeweils 1.000 dort lebende Jugendliche 705 neu abgeschlossene Ausbildungsverträge entfielen, während es im gesamten Bundesgebiet nur 650 waren.

Interpretationshinweise:

Die Synopse sollte mit Bedacht interpretiert werden. Zunächst ist zu berücksichtigen, dass die Erfassungszeitpunkte der verschiedenen Bildungsgänge nicht immer identisch sind - sie variieren in der Regel zwischen Mitte und Ende 2001. Damit sind Mehrfacherfassungen nicht auszuschließen. Bei der Interpretation der Anteilswerte muss beachtet werden, dass es sich nicht um Bildungsströme aus dem Kreis der 16- bis unter 20-jährigen handelt. Die Rolle der hier verwendeten demografischen Bezugsgröße besteht allein darin, den quantitativen Querschnittsvergleich zwischen den verschiedenen Regionen und zwischen den verschiedenen Bildungsgängen zu erleichtern. Deshalb addieren sich die hier ausgewiesenen rechnerischen Anteile auch nicht auf 1.000, sondern gehen zum Teil sogar darüber hinaus. Bei der Interpretation des in Tabelle 1 ausgewiesenen relativen Anteils arbeitsloser Jugendlicher ist zu berücksichtigen, dass es sich hierbei nicht um Arbeitslosenquoten handelt. Denn es wird in diesem Fall nicht auf die abhängig Beschäftigten prozentuiert, sondern auf die durchschnittliche Jahrgangsstärke der 16- bis unter 20-jährigen. Schließlich gilt es anzumerken, dass die Daten zu den einzelnen Bildungsgängen trotz des hier vorgenommenen Bezugs zur Demografie vor allem von der Angebotsseite her zu interpretieren sind. Wenn beispielsweise im Freistaat Bayern rechnerisch 725 neu abgeschlossene betriebliche Ausbildungsverträge auf je 1.000 16- bis unter 20-jährige entfallen, so heißt dies nicht, dass es sich bei den Ausbildungsanfängern ausschließlich um bayerische Jugendliche handelt. Denn der Einfluss von Bildungspendlerbewegungen wurde in den hier ausgewiesenen Daten nicht ausgeschaltet. Die rechnerische Größe von 725 besagt lediglich, dass in Bayern in Relation zur dort lebenden Bevölkerung vergleichsweise viele betriebliche Ausbildungsangebote realisiert wurden. Diese Angebote können aber auch von Einpendlern aus anderen Ländern genutzt worden sein.

Ergebnisse:

Trotz aller Differenzen zwischen den Ländern bestätigt die Tabelle die durchgehend dominierende Stellung der Ausbildung in BBiG/HwO-Berufen, auch wenn im Osten Deutschlands der Anteil außerbetrieblicher Ausbildungen sehr hoch ist. Bundesweit standen im Jahr 2001 1.000 Jugendlichen 650 neu begonnene Ausbildungen nach BBiG/HwO gegenüber. Alle schulisch-vollqualifizierenden Bildungsangebote zusammen erreichten rechnerisch nur 157 von 1.000 Jugendlichen. Relativ stark besetzt waren dagegen Bildungsangebote, die auf eine Ausbildung vorbereiten: Einschließlich der Fachoberschüler der 11. Klasse addieren sich die relativen Anteile in den verschiedenen Formen (Berufsgrundbildungsjahr schulisch, Berufsfachschulen, Berufsvorbereitungsjahr) auf 334 je 1.000 Jugendliche. Für alle hier aufgeführten Bildungsgänge gilt, dass die Bedeutung in den 16 Ländern stark variiert. Einige Beispiele: Während in Brandenburg rechnerisch 78 berufsfachschulische BBiG/HwO-Ausbildungen je 1.000 Jugendliche gestartet wurden, sind es in den alten Ländern nur 7. Befanden sich in Baden-Württemberg gerade einmal 70 von 1.000 Jugendlichen in berufsvorbereitenden Maßnahmen, waren es in Mecklenburg-Vorpommern 203. Viele der Unterschiede hängen mit den jeweiligen bildungspolitischen Zielsetzungen der Länder zusammen. Oft bietet ein Land bestimmte Bildungsangebote überhaupt nicht an, oder es bildet gezielt Schwerpunkte. Manche Länderunterschiede sind allerdings auch auf Uneinheitlichkeiten in der statistischen Zuordnung zurückzuführen; davon betroffen ist die Aufteilung der vollqualifizierenden Bildungsangebote auf das Gesundheitswesen und auf die Berufsfachschulen. Es lassen sich zudem Abhängigkeiten von der aktuellen Lage im Beschäftigungssektor erkennen: In Ländern mit überdurchschnittlich schwieriger Arbeitsmarktsituation gab es häufiger vollqualifizierende Bildungsangebote im außerbetrieblichen bzw. schulischen Bereich. Besonders oft wurden hier auch berufsvorbereitende Maßnahmen der Bundesanstalt für Arbeit und Angebote aus dem Sofortprogramm zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit umgesetzt. Trotz dieser zusätzlichen Bildungsangebote wurden in diesen Ländern überdurchschnittlich viele Jugendliche registriert, die am Ende des Jahres zu den noch nicht vermittelten Bewerbern zählten bzw. als arbeitslos registriert waren.

Vergleich mit den Vorjahresergebnissen 2002

In Tabelle 2 sind die Vorjahresergebnisse für 2000 enthalten. Allerdings kann für dieses Jahr auf Länderebene nicht zwischen betrieblichen und außerbetrieblichen Neuabschlüssen differenziert werden. Zudem fehlen Daten zu den Beamtenausbildungen. Der Vergleich beider Jahre zeigt, dass in 2001 das Angebot an Ausbildungsplätzen in Relation zur durchschnittlichen Jahrgangsstärke der 16- bis unter 20-jährigen leicht gesunken ist (um -4 von 654 auf 650 je 1.000 Jugendliche). Gestiegen sind dagegen die Anteile der berufsvorbereitenden Maßnahmen (+11), der Angebote aus dem Jugendsofortprogramm (+27) und der Studienanfänger (+33). Der Anteil der am 31.12. noch nicht vermittelten Bewerber aus dem abgelaufenen Vermittlungsjahr ging leicht zurück (-3). Bei den Veränderungsraten gibt es allerdings deutliche Unterschiede zwischen den Ländern.

Vergleiche auch Meldung 08/2002 mit Bestandsdaten (nicht nur Einmünder, sondern Bildungsteilnehmer aller Schul- oder Ausbildungsjahre) für das Jahr 2000.

Anhang

  • Tabelle 1
    Tabelle 1
    Einmünder, Ausbildungsanfänger im Jahr 2001, absolut und relativ (d.h. bezogen auf jeweils 1.000 Jugendliche im Alter zwischen 16 bis unter 20 Jahren)
  • Tabelle 2
    Tabelle 2
    Einmünder, Ausbildungsanfänger im Jahr 2000, absolut und relativ (d.h. bezogen auf jeweils 1.000 Jugendliche im Alter zwischen 16 bis unter 20 Jahren)

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