Auch für 2001 differenzierte Informationen verfügbar zur Gesamtzahl aller "betrieblichen" und "außerbetrieblichen" Auszubildenden
Von den 1.684.700 Auszubildenden in Deutschland wurden rund 1.530.000 (knapp 91 %) betrieblich ausgebildet, rund 154.700 (gut 9 %) außerbetrieblich.
Als "außerbetriebliche Auszubildende" werden jene Jugendliche definiert, deren Ausbildung vollständig oder nahezu vollständig durch staatliche Programme bzw. Programme der Arbeitsverwaltung finanziert wird. Maßgeblich ist also die Finanzierungsform - und nicht der Lernort.
Im Vergleich zum Vorjahr ist die Gesamtzahl der außerbetrieblichen Auszubildenden fast gleich bleibend: Total gab es 200 oder 0,1 % weniger außerbetriebliche Ausbildungsplätze. Merklich gesunken ist dabei die Zahl der betrieblichen Auszubildenden. Gegenüber dem Vorjahr wurden 17.100 bzw. 1,1 % weniger registriert.
Zwischen den einzelnen Ländern gibt es wiederum große Unterschiede: In Bayern lernten gerade mal 6.300 oder 2,3 % aller 269.200 Auszubildenden außerbetrieblich. Dagegen wurden beispielsweise in Brandenburg rund 18.700 von insgesamt 55.400 oder 33,7 % der Jugendlichen außerbetrieblich finanziert; vgl. Tabelle 1 mit länderspezifischen Angaben für das Jahr 2001. Dies ist auf die unterschiedliche Lage auf dem Ausbildungsmarkt in den neuen und alten Ländern zurückzuführen.
Die Programme zur außerbetrieblichen Ausbildung richten sich an unterschiedliche Zielgruppen. Die Bund-Länder-Programme Ost, die ergänzenden Maßnahmen der ostdeutschen Länder und die außerbetriebliche Ausbildung nach Artikel 4 des Jugend-Sofort-Programms (JuSoPro) haben als Schwerpunkt die sogenannten "marktbeteiligten" Jugendlichen aus Regionen mit fehlenden betrieblichen Lehrstellen. Dagegen richtet sich die von der Bundesanstalt für Arbeit finanzierte außerbetriebliche Ausbildung auf der Grundlage des § 242 Sozialgesetzbuch III (SGB III) an sozial benachteiligte und lernbeeinträchtigte Jugendliche, die ausbildungsbegleitend einer besonderen pädagogischen Betreuung bedürfen. Die aus gleicher Quelle finanzierte außerbetriebliche Ausbildung nach § 101 SGB III soll die berufliche Eingliederung von Behinderten fördern. In der Praxis sind allerdings die Grenzen zwischen "Markt-" und sonstiger "Benachteiligung" fließend, ein gewisser Marktausgleich des Angebotsdefizits findet wohl auch auf dem Wege der Ausbildung sozial Benachteiligter und Behinderter statt;
vgl. dazu auch Meldung 05/2002 mit Übersichten zu ausgewählten Einzelberufen.
Eine Differenzierung der außerbetrieblichen und betrieblichen Auszubildenden nach Ausbildungsbereichen ist nach wie vor nicht möglich. Zu den einzelnen Bereichen liegen jeweils nur Gesamtzahlen vor. Wie die aktuelle Zählung des Statistischen Bundesamtes zeigt, erlernten zum 31.12.2001 876.100 (52,0 %) der insgesamt 1.684.700 Auszubildenden Berufe, die Industrie und Handel zugeordnet sind. In den Handwerksberufen wurden weitere 564.500 Jugendliche (33,5 %) ausgebildet. Im Vergleich zu 2000 gab es nur im Bereich Industrie und Handel (+15.300 bzw. +1,8 %) und in den Freien Berufen (+1.300 bzw. +0,9 %) Zuwächse. Den deutlichsten Rückgang verzeichnete dagegen das Handwerk mit ca. 31.700 (-5,3 %) Lehrlingen weniger als im Vorjahr. Es folgen die Landwirtschaft (-1.400/-3,6%), die Seeschifffahrt (-14/-3,6%), der Öffentliche Dienst ( -870/-1,9%) und die Hauswirtschaft (-62/-0,5 %); vgl. Tabelle 2. Bei der Interpretation der Daten ist zu berücksichtigen, dass die Zuordnung der Verträge zu den Ausbildungsbereichen berufsbezogen erfolgt und sich somit nicht nach dem wirtschaftlichen Sektor des jeweiligen Ausbildungsbetriebes richtet. Aus dem Rückgang der Auszubildenden im Öffentlichen Dienst kann deshalb nicht ohne weiteres geschlossen werden, dass dieser Sektor weniger ausbilde als früher. Ein großer Teil der Auszubildenden des Öffentlichen Dienstes erlernt einen Beruf, der nach der berufsbezogenen Zuordnung in den Bereich Industrie und Handel fällt (
vgl. hierzu auch Meldung 02/2001). Vergleichbares gilt für die Freien Berufe.
Vergleiche auch Vorjahresmeldung 11/2001 zum selben Thema mit Daten zu den Jahren 1999 und 2000.




