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Neues Forschungsvorhaben beschäftigt sich mit dem Einfluss von Berufsbezeichnungen auf das Berufswahlverhalten

Geprüft werden soll, wie die Namen von Berufen bei Jugendlichen ankommen und ob Frauen anders urteilen als Männer.

Hinter dieser Fragestellung verbirgt sich die Vermutung, dass Berufsbezeichnungen nicht immer adäquat gewählt werden und eine valide berufliche Platzierung der Jugendlichen nicht optimal unterstützen. Ein kritisches Beispiel ist die Bezeichnung "Informations- und Telekommunikationssystemelektroniker/- in". Möglicherweise schreckt die einseitig technokratische Formulierung gerade junge Frauen von einer näheren Beschäftigung mit diesem Berufsfeld ab - ganz im Gegenteil etwa zur "Mediengestalterin für Digital- und Printmedien", für die sich viele weibliche Jugendliche interessieren. Es steht auch die These im Raum, dass selbst die männliche und die weibliche Spezifizierung ein- und derselben Berufsbezeichnung (z.B. "Koch" vs. "Köchin") bei  Jugendlichen zu stark unterschiedlichen Assoziationen führen.

Mittels Semantischer Differenziale sollen deshalb die Denotationen und Konnotationen (begriffliche und affektiv-emotionale Assoziationen) von Berufsbezeichnungen bei Jugendlichen empirisch untersucht werden. 

Da Berufe in hohem Maße über die gesellschaftliche Stellung und über die von außen wahrgenommene Identität einer Person entscheiden, spielen nicht nur eigene Ansichten zum Beruf eine Rolle, sondern auch Vorstellungen darüber, wie andere Personen über diesen Beruf denken (eingeschätzte Fremdwahrnehmung). Darüber hinaus beziehen sich Berufsbezeichnungen sowohl auf die Person, die einen bestimmten Beruf ausübt, als auch auf die Tätigkeit, die verrichtet wird. Folglich ergeben sich für jede Berufsbezeichnung zumindest vier verschiedene Untersuchungsfragen:

  Eingeschätzte Fremdwahrnehmung Eigene Wahrnehmung
Person (Rollenträger) Wie denken die meisten Leute über jemanden, der den Beruf xy ausübt? Wie denken Sie selbst über jemanden, der den Beruf xy ausübt?
Tätigkeit (Rolle) Wie würden die meisten Leute die Arbeit eines xy empfinden? Wie würden Sie selbst die Arbeit eines xy empfinden?

Die Untersuchung soll zusammen mit dem Psychologischen Institut der Universität Bonn durchgeführt werden. Basis ist der 2001 geschlossene Kooperationsvertrag zwischen dem BIBB und der Universität Bonn. Einen ersten Entwurf des Fragebogens können Sie im Anhang einsehen. Die endgültige Festlegung der zu untersuchenden Berufe sowie der einzusetzenden Adjektivpaare erfolgt bis zum Erhebungszeitraum im Frühjahr 2003.

Anhang


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Herausgeber: Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)
Der Präsident
Robert-Schuman-Platz 3
53175 Bonn
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