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Regionale Mobilität von Auszubildenden und jungen Fachkräften

Die räumliche Mobilität von jungen Menschen nimmt eine zentrale Stellung bei der Besetzung von Ausbildungsstellen und Arbeitsplätzen ein. In den kommenden Jahren wird die Zahl der Schulabgänger in den neuen Ländern stark sinken. Diese natürliche Bevölkerungsentwicklung würde sich durch einen hohen Abwanderungsdruck weiter verschärfen. Daher untersucht das Bundesinstitut seit Sommer 2001 im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) die berufsbedingte regionale Mobilität von Auszubildenden und jungen Fachkräften. Hierzu wird eine schriftliche Befragung von 34.000 Berufsschülern durchgeführt mit folgenden Zielen:

  • Bundesweite Analyse der Pendlerbewegungen zwischen den Wohn- und Ausbildungsorten
  • Untersuchung von individuellen Einstellungen, Beweggründen und Bedingungsfaktoren für die berufliche Mobilität
  • Spezifische Regionalanalysen von Wanderungsbewegungen junger Menschen während und nach einer dualen Berufsausbildung
  • Besondere Erfassung von Migrationsprozessen zwischen den neuen und alten Bundesländern
  • Perspektiven, Erwartungen und Wünsche junger Fachkräfte an der zweiten Schwelle
  • Ortswechsel nach der Ausbildung: Abwanderung von jungen Fachkräften aus den neuen Ländern bzw. Rückwanderung von jungen Fachkräften in die neuen Länder

Die Studie ist folgerichtig als partielles Panel angelegt: Diejenigen Auszubildenden, die 2002 ihre Ausbildung abschließen, sollen im Herbst des gleichen Jahres noch einmal über ihre berufliche und regionale Mobilität befragt werden. Die Ergebnisse der Mobilitätsstudie sollen im Berufsbildungsbericht 2003 des BMBF veröffentlicht werden.

Neben der Befragung wurden die Daten der BIBB/IAB Erhebung hinsichtlich der regionalen Mobilität von Erwerbstätigen ausgewertet. Es zeigt sich, dass hochgerechnet fast eine Million Erwerbstätige, die heute in den alten Bundesländern leben, aus den neuen Ländern (einschließlich Berlin) stammen. Die Migration hat sich für diese Erwerbstätigen positiv ausgewirkt (Abbildung): Der Anteil der befristeten Arbeitsverträge ist etwa nur halb so groß (8% vs. 14%). Die Gefahr in nächster Zeit den Arbeitsplatz zu verlieren, wird von Erwerbstätigen, die in den Westen gewandert sind, weit geringer eingeschätzt als von denen, die in den neuen Ländern verblieben sind (14% vs. 24%). Auch die wirtschaftliche Lage des Betriebes, in dem die Befragten beschäftigt sind, wird von den im Osten Verbliebenen als schlechter bezeichnet. Alle drei Indikatoren belegen aber auch, dass die in den Westen Zugewanderten noch nicht das gleiche Niveau an Arbeitsplatzsicherheit erreicht haben wie die im Westen geborenen Erwerbstätigen.

Darüber hinaus kooperiert das Bundesinstitut bei dem Gesamtvorhaben mit dem Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) sowie mit dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesanstalt für Arbeit (IAB).

Die BBR hat eine regionalisierte Bevölkerungsprognose für junge Menschen im Alter zwischen 17 und 25 Jahren erstellt. Sie zeigt für die alten und die neuen Bundesländer unterschiedliche Entwicklungen. In den alten Bundesländern ging die Zahl der Geburten Anfang der 90er Jahre leicht zurück, in den neuen Bundesländern kam es dagegen zu einem drastischen Geburtenrückgang. Hier ging zwischen 1990 und 1993 die Zahl der Geburten um mehr als die Hälfte von 178.500 auf 80.500 zurück. Diese Entwicklung wird ab 2007 in den neuen Ländern zu einem starken Rückgang der Bewerber um Ausbildungsplätze führen.

Das IAB hat das Mobilitätsverhalten von jungen Fachkräften an der zweiten Schwelle auf Basis der Sozialversicherungsdaten (Historikdatei mit Angaben zu allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten) untersucht. Anhand dieser Daten sind Orts- und Betriebswechsel von jungen Fachkräften nachvollziehbar. Beispielsweise ging im betrachteten Zeitraum von 1992 bis 1997 die Ost-West-Mobilität von 10% auf 7% zurück. Junge weibliche Fachkräfte zeigen über den gesamten Zeitraum eine höhere Mobilitätsquote. Die West-Ost-Wanderung liegt dagegen unter einem Prozent.

Letzte Änderung: 03.11.2006

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