Sie befinden sich hier:

Sprachversion:

 

10/2001: Neue Ausbildungsverträge im Kalenderjahr 2000: Rückgang der außerbetrieblichen Verträge um 19.100, Anstieg der betrieblichen Verträge um 6.500

Nachdem das Statistische Bundesamt seine vorläufigen Ergebnisse der Auszubildendenzählung zum 31.12.2000 bekannt gegeben hat, sind Schätzungen möglich, wie viele der neuen Lehrverträge im Kalenderjahr 2000 auf außerbetriebliche und auf betriebliche Ausbildung entfielen.

Nach den Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes gab es am 31. Dezember 2000 bundesweit 622.967 Jugendliche mit einem neu abgeschlossenen Ausbildungsvertrag, dies sind 12.592 weniger als im Jahr zuvor. Zu Rückgängen kam es insbesondere im Handwerk (-11.961) sowie in Ostdeutschland im Ausbildungsbereich Industrie und Handel (-5.363). Stärkere Zuwächse wurden dagegen bei den Freien Berufen registriert (bundesweit +2.005) sowie in den alten Bundesländern im Bereich Industrie und Handel (+4.683). Insgesamt fiel der Rückgang in den neuen Ländern und Berlin mit -11.816 deutlich stärker aus als in Westdeutschland (-776); vgl. Tabelle 1.

Wie dies für die BIBB-Lehrvertragserhebung zum 30. September gilt, so wird auch im Rahmen der Auszubildendenzählung des Statistischen Bundesamtes zum 31. Dezember nicht zwischen außerbetrieblicher und betrieblicher Ausbildung unterschieden. Hier sind nur Schätzungen möglich. Dies geschieht, indem Daten der Bundesanstalt für Arbeit, des Bundes und der Länder zum Umfang der außerbetrieblichen Ausbildung vom Gesamtbestand aller Ausbildungsverträge abgezogen werden. Dieses Verfahren ist allerdings nicht unproblematisch, da Statistiken unterschiedlicher Herkunft und mit unterschiedlicher Funktion aufeinander bezogen werden. Zur Zeit gibt es hierzu jedoch auf Bundesebene noch keine Alternative.

Nach diesen Schätzungen ist der vom Statistischen Bundesamt gemeldete Rückgang bei den Neuabschlüssen ausschließlich auf eine Verminderung der außerbetrieblichen Ausbildung um rund 19.100 zurückzuführen (West: -10.300, Ost: -8.900). Die Zahl der betrieblichen Neuverträge ist dagegen um gut 6.500 gestiegen. Die regionale Entwicklung verlief hier allerdings nicht einheitlich (West: +9.500, Ost: -3.000); vgl. Tabelle 2.

Zuwächse bei den rein betrieblichen Ausbildungsverträgen dürfte es insbesondere in Industrie und Handel (um rd. 10.000 bis 11.000) sowie bei den Freien Berufen (um mehr als 2.000) gegeben haben. Im Handwerk kam es dagegen auch bei den betrieblichen Neuabschlüssen zu einem Rückgang (um mehr als 7.000). Es sei allerdings nochmals daran erinnert, dass es sich hierbei um Schätzungen handelt und dass die vom Statistischen Bundesamt gemeldeten Zahlen zur Zeit noch vorläufigen Charakter haben.

Vergleicht man die Ergebnisse der BIBB-Erhebung und der Zählung des Statistischen Bundesamtes, so sind Unterschiede nicht zu übersehen. Das BIBB errechnete für das Jahr 2000 einen Rückgang bei allen Neuabschlüssen um rund 9.300, das Statistische Bundesamt bezifferte den Rückgang auf 12.600. Unterschiedlich sind auch die Ergebnisse zur Entwicklung bei den betrieblichen Neuverträgen: Die Schätzungen auf Basis der BIBB-Zahlen ( vgl. Meldung 01/2001) führen zu einem deutlich höheren Zuwachs (+14.100) als vergleichbare Schätzungen auf der Datengrundlage des Statistischen Bundesamtes (+6.500). Die Ursache für die Differenzen sind vor allem im unterschiedlichen Erhebungszeitraum zu suchen. Das BIBB zählt bereits ab Oktober des Vorjahres und lässt dafür das letzte Kalenderquartal des Berichtsjahres außer Acht; das Statistische Bundesamt richtet sich dagegen nach dem Kalenderjahr. Dieser Unterschied ist vor allem im Zusammenhang mit den Sonderprogrammen des Bundes und der Länder zur Ergänzung des betrieblichen Lehrstellenangebotes relevant. Viele dieser Programme starten entweder kurz vor oder aber kurz nach dem 01. Oktober. Kommt es dabei nun zu jährlichen Schwankungen, nimmt dies wegen des Stichtags 30. September unmittelbar Einfluss auf die Ergebnisse der BIBB-Erhebungen.

Anhang

  • Tabelle 1
    Tabelle 1
    Personen mit neu abgeschlossenem Ausbildungsvertrag zum 31.12.1999 nach Ländern und Wirtschaftsbereichen
  • Tabelle 2
    Tabelle 2
    Entwicklung des Ausbildungsvolumens in BBiG/HwO-Berufen 1999 und 2000 jeweils zum 31. Dezember

Tools:


Herausgeber: Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)
Der Präsident
Robert-Schuman-Platz 3
53175 Bonn
http://www.bibb.de

Copyright: Die veröffentlichten Inhalte sind urheberrechtlich geschützt.
Namentlich gekennzeichnete Beiträge stellen nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers dar.