Sie befinden sich hier:

Sprachversion:

 

11/2001: Erstmals differenzierte Informationen verfügbar zur Gesamtzahl aller "betrieblichen" und "außerbetrieblichen" Auszubildenden

Von den 1.702.000 Mio. Auszubildenden in Deutschland werden rund 1.547.100 (91 %) betrieblich ausgebildet, 154.900 (9 %) außerbetrieblich.

Dabei gibt es allerdings große Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern: In Bayern lernen gerade mal 6.100 bzw. 2 % aller 268.600 bayerischen Auszubildenden außerbetrieblich. In Brandenburg sind es dagegen bzw. 18.500 bzw. 32 % der insgesamt 57.500 Auszubildenden; vgl. Tabelle 1 mit länderspezifischen Angaben für die Jahre 1999 und 2000. Dies hängt mit der unterschiedlichen Lage auf dem Ausbildungsstellenmarkt in West und Ost zusammen. In den neuen Ländern und Berlin fehlen besonders viele betriebliche Ausbildungsstellen, während es in den alten Ländern zum Teil schon wieder zu wenig Bewerber gibt. Dies gilt vor allem auch für die südlichen Länder Bayern und Baden-Württemberg.

Die verschiedenen außerbetrieblichen Programme konzentrieren sich auf unterschiedliche Zielgruppen. Der Schwerpunkt der Bund-Länder-Programme Ost, der ergänzenden Maßnahmen der ostdeutschen Länder und außerbetrieblichen Ausbildung nach Artikel 4 des Jugend-Sofort-Programmes (JuSoPro) liegt bei den sogenannten "marktbenachteiligten Jugendlichen" aus Regionen mit fehlenden betrieblichen Lehrstellen. Die von der Bundesanstalt für Arbeit finanzierte außerbetriebliche Ausbildung nach § 242 des Sozialgesetzbuches III (SGB III) ist für sozial benachteiligte und lernbeeinträchtige Jugendliche gedacht, die einer besonderen pädagogischen Betreuung bedürfen. Die ebenfalls von der Bundesanstalt für Arbeit finanzierte außerbetriebliche Ausbildung nach § 102 SGB III soll die berufliche Eingliederung von Behinderten fördern. In der Praxis sind allerdings die Grenzen zwischen "Markt-" und sonstiger "Benachteiligung"  fließend. Dies zeigt z.B. der besonders hohe Anteil der außerbetrieblichen Ausbildung nach § 242 SGB III in den neuen Ländern und Berlin.

Gegenüber 1999 hat die Gesamtzahl der außerbetrieblichen Auszubildenden um rund 4.900 bzw. + 3 % zugenommen. Die Zunahme ist allerdings nicht auf die Entwicklung bei den außerbetrieblichen Neuabschlüssen zurückzuführen, denn hier gab es in 2000 einen deutlichen Rückgang ( vgl. Meldung 10/2001). Dass es im Jahr 2000 dennoch zu einem Anstieg der Gesamtzahl kam, hat mit dem relativ geringen Abgang aus außerbetrieblicher Ausbildung zu tun. Dieser lag unterhalb des Zugangs in außerbetriebliche Ausbildung - trotz des Verringerung der außerbetrieblichen Neuabschlüsse. Die Gesamtzahl der außerbetrieblichen Auszubildenden dürfte erst dann nennenswert abnehmen, wenn die relativ große Zahl der Jugendlichen, die 1999 im Rahmen des Artikels 4 des Jugendsofortprogramms ihre Ausbildung aufnahm, ihre Lehre beenden wird.

Eine Differenzierung der außerbetrieblichen Auszubildenden nach Ausbildungsbereichen wie zum Beispiel Industrie und Handel, Handwerk und Freie Berufe ist nicht möglich. Zu den einzelnen Ausbildungsbereichen liegen nur Gesamtzahlen zu jeweils allen Lehrlingen vor - gleich, ob sie betrieblich oder außerbetrieblich ausgebildet werden. Wie die aktuelle Zählung des Statistischen Bundesamtes zeigt, erlernten zum 31.12.2000  860.800 (51 %) der insgesamt 1.702.000 Auszubildenden Berufe, die Industrie und Handel zugeordnet sind. Weitere 596.200 (35,0 %) wurden in einem Handwerksberuf ausgebildet. Gegenüber 1999 ist die Zahl der Auszubildenden allein in den Industrie- und Handelsberufen deutlich gestiegen (um +27.800). Dagegen ging die Zahl der Lehrlinge in den Berufen des Handwerk (-20.700), des Öffentlichen Dienstes (-1.100), der Landwirtschaft (-1.500), der Freien Berufe (-400) und der Hauswirtschaft (-500)  zurück; vgl. Tabelle 2. Bei der Interpretation dieser Daten ist zu berücksichtigen, dass die Zuordnung der Verträge zu den Ausbildungsbereichen berufsbezogen erfolgt und sich nicht nach dem wirtschaftlichen Sektor des jeweiligen Ausbildungsbetriebes richtet. So kann zum Beispiel aus dem Rückgang im Ausbildungsbereich des Öffentlichen Dienstes nicht geschlossen werden, dieser Sektor bilde weniger aus als in früheren Jahren. Denn ein wachsender Teil der Auszubildenden im Öffentlichen Dienst erlernt einen Beruf aus Industrie und Handel ( vgl. hierzu auch Meldung 02/2001).

Anhang

  • Tabelle 1
    Tabelle 1
    Zahl der Auszubildenden zum 31.12.1999
  • Tabelle 2
    Tabelle 2
    Auszubildende zum 31.12.1999 nach Ländern und Wirtschaftsbereichen

Tools:


Herausgeber: Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)
Der Präsident
Robert-Schuman-Platz 3
53175 Bonn
http://www.bibb.de

Copyright: Die veröffentlichten Inhalte sind urheberrechtlich geschützt.
Namentlich gekennzeichnete Beiträge stellen nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers dar.