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4. Um welche Art von Weiterbildung handelt es sich?

Für Ihre Beurteilung von Weiterbildungsangeboten ist es auch wichtig, etwas über die wichtigsten formalen Unterscheidungsmerkmale zu
wissen. Das betrifft vor allem die rechtlichen Grundlagen, die Bezeichnungen und die Zielgruppen von Weiterbildungsangeboten sowie Orts- und Zeitaspekte.

Weiterbildungsmaßnahmen werden im Allgemeinen nach ihren rechtlichen Grundlagen unterschieden, danach, ob sie auf einer im gesamten Bundesgebiet anerkannten Fortbildungsordnung beruhen oder auf einer Kammerregelung, einer Fortbildungsregelung der jeweils zuständigen Kammer. Darüber hinaus gibt es die Unterscheidungen nach schulischen Weiterbildungsregelungen einzelner Bundesländer sowie danach, ob es sich um eine Anpassungsfortbildung, eine Umschulung oder ein berufsbezogenes Studium handelt. Es ist für Sie wichtig, je nach Weiterbildungstyp festzustellen, ob und wie Ihre Bildungsleistungen und Abschlüsse in anderen Bundesländern oder auch EU-weit anerkannt werden. Informationsquellen dazu finden Sie im Glossar unter "Anerkennung von Qualifikationen im Ausland".

Falls Sie eine Weiterbildung nicht mit einer klar ausgewiesenen Prüfung vor der Kammer oder einer anderen zuständigen Stelle, z. B. der Länder, abschließen, ist es besonders wichtig, dass eine klare Bezeichnung des Abschlusses vorliegt und dass diese mit der Beschreibung der Weiterbildungsziele übereinstimmt. Bezeichnung und Zielsetzung müssen die spätere Verwertbarkeit der Lerninhalte im Beruf erkennen lassen.

Häufig sind Weiterbildungsangebote auf spezielle Zielgruppen zugeschnitten. Die Zuordnung kann nach formalen Kriterien erfolgen, etwa Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten (z. B. Bildungsgutscheine) oder nach inhaltlichen Zielen, etwa einem bestimmten Berufsabschluss. Es kann Ihnen die Entscheidung erleichtern, wenn Sie genau prüfen, für welche Zielgruppe ein Sie  interessierendes Angebot konzipiert ist.

Nicht zuletzt sollten Sie auf die gute Erreichbarkeit des Lernortes achten. Nicht immer ist der Sitz eines Anbieters identisch mit dem Ort, an dem die Weiterbildung durchgeführt wird, und wenn Praktika vorgesehen sind, können weitere Veranstaltungsorte hinzukommen. Fahrtwege und Fahrtkosten kommen als Zeitund Kostenfaktor zu den Gesamtaufwendungen für die Weiterbildung hinzu.

Die Dauer einer Weiterbildung und ihre zeitliche Aufteilung können sehr unterschiedlich sein. Beides sollte in einem angemessenen
Verhältnis zueinander stehen. Veranstaltet werden Seminare und Schulungen, die über einen bestimmten Zeitraum hinweg ganztägig durchgeführt werden (Vollzeitmaßnahmen), und berufsbegleitende Maßnahmen, die - meist - stundenweise oder in Zeitblöcken konzipiert sind (Teilzeitmaßnahmen). Außerdem ist Weiterbildung möglich über Fernunterricht oder im Fernstudium sowie im Rahmen von internet- und computerunterstützten Lern- / Trainingsprogrammen - hier liegt die Zeitregie weitgehend in Ihren Händen. Das kann, vor allem wenn Sie sich berufsbegleitend weiterbilden oder Weiterbildung mit Familie und / oder Beruf vereinbaren wollen, von großem Vorteil sein. Allerdings ist hierfür viel Selbstdisziplin erforderlich.

 

Fragen:

  • Was sind die rechtlichen Grundlagen des Weiterbildungsangebots?
  • Welche Bezeichnung trägt sie und stimmt diese mit den angegebenen Inhalten und Zielen überein?
  • Passen Ihre persönlichen und Ihre beruflichen Voraussetzungen mit den Angaben zur Zielgruppe überein?
  • Gibt es vergleichbare Angebote im näheren Umfeld oder als Fernlern- oder E-Learning- Kurse?
  • Gibt es vergleichbare Angebote mit unterschiedlicher Zeiteinteilung?

 

Hinweise:

Informieren Sie sich über rechtliche Grundlagen von Prüfungsordnungen bei der jeweils zuständigen Stelle - z. B. Industrie- und Handelskammer (IHK) oder Handwerkskammer (HWK); einen Link zum Verzeichnis der zuständigen Stellen finden Sie im Glossar.

Ein ausführliches Prüfungszeugnis mit präziser Auflistung der Lerninhalte und Prüfungsgebiete erleichtert die genaue Beschreibung der erreichten Abschlüsse. Dies kann insbesondere für eine Bewerbung im Ausland wichtig sein, falls es dort keine vergleichbaren Kurse oder Abschlüsse gibt. Gegebenenfalls sollte eine übersetzte Bescheinigung angefordert werden ( Anerkennung von Qualifikationen im Ausland).

Aus den Informationen der Anbieter sollte die Dauer und zeitliche Aufteilung eines Kurses eindeutig hervorgehen. Kritisch sollten Sie sein
gegenüber Schnellkursen, die einen neuartigen Berufsabschluss versprechen, aber auch gegenüber Weiterbildungen, die sich über einen langen Zeitraum erstrecken und dabei lediglich Grundfertigkeiten vermitteln.

Letzte Änderung: 19.09.2008


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