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Quantitative Bedeutung der außerbetrieblichen Ausbildung im Jahr 2003 im Vergleich zum Vorjahr leicht angestiegen

Von den bundesweit insgesamt 1.581.629 Auszubildenden im Jahr 2003 wurden 89,4 % (1.414.525) betrieblich und 10,6 % (167.104) außerbetrieblich ausgebildet.
Gegenüber dem Vorjahr 2002 verringerte sich die Gesamtzahl aller Auszubildenden um 2,5 % (- 40.812). Die Entwicklung der betrieblichen und außerbetrieblichen Ausbildungsverhältnisse war dabei jedoch sehr unterschiedlich: Die Zahl der betrieblichen Ausbildungsverträge nahm um 3,6 % (- 52.639) ab, die Zahl der außerbetrieblichen Verträge dagegen um 7,6 % (+ 11.827) zu. Damit erhöhte sich der prozentuale Anteil der außerbetrieblichen Auszubildenden an allen Auszubildenden gegenüber dem Vorjahr um einen Prozentpunkt. In Tabelle 1  sind die Ergebnisse der Berechnungen zu den betrieblichen und außerbetrieblichen Auszubildenden insgesamt und in länderspezifischer Aufgliederung für die Jahre 2002 und 2003 ausgewiesen.

Zum Hintergrund der Berechnungen
Das Bundesinstitut für Berufsbildung ermittelt seit einigen Jahren die Zahl der betrieblichen Auszubildenden auf indirektem Weg, da in der Berufsbildungsstatistik zum Stichtag 31. Dezember keine entsprechende Abfrage vorgenommen wird. Hierzu wird von der Gesamtzahl aller Auszubildenden, die das Statistische Bundesamt ausweist, die Zahl der Auszubildenden herausgerechnet, die sich nach Angaben der Länder und der Bundesagentur für Arbeit Ende Dezember in außerbetrieblichen Maßnahmen befanden. Berücksichtigt werden dabei die Bund-Länder-Programme Ost, die ergänzenden Länderprogramme in Ostdeutschland, die Länderprogramme in Hamburg und Hessen, das Sofortprogramm der Bundesregierung zum Abbau der Jugendarbeitslosigkeit (JuSoPro, Artikel 4), die Förderung nach § 242 Sozialgesetzbuch III (SGB III) und nach § 102 SGB III.

Als "außerbetrieblich" werden also jene Auszubildenden definiert, deren Ausbildung vollständig oder nahezu vollständig durch staatliche Programme oder auf gesetzlicher Grundlage mit öffentlichen Mitteln bzw. Mitteln der Bundesagentur für Arbeit finanziert wird. Maßgeblich ist somit die Finanzierungsform und nicht der Lernort. Bei einem Teil der Auszubildenden, die hier als außerbetrieblich bezeichnet werden, finden lange Ausbildungsphasen in Betrieben statt.

Zu den unterschiedlichen Formen außerbetrieblicher Ausbildung
Die Förderprogramme und gesetzlichen Fördermaßnahmen zur außerbetrieblichen Ausbildung sind auf unterschiedliche Zielgruppen ausgerichtet. Die Bund-Länder-Programme Ost, die Länderprogramme in Ost und West sowie Artikel 4 des Jugend-Sofort-Programms haben als Förderschwerpunkt die sogenannten "marktbenachteiligten" Jugendlichen in Regionen mit fehlenden betrieblichen Ausbildungsmöglichkeiten. Durch die Bundesagentur für Arbeit wird nach § 242 SGB III die außerbetriebliche Ausbildung von lernbeeinträchtigten und sozial benachteiligten Jugendlichen finanziert, die ausbildungsbegleitend eine besondere pädagogische Betreuung benötigen. Nach § 102 SGB III werden Ausbildungsmöglichkeiten zur beruflichen Eingliederung behinderter Jugendlicher geschaffen. Darüber hinaus finanziert die Bundesagentur für Arbeit auch im Rahmen der Freien Förderung  nach  § 10 SGB III außerbetriebliche Ausbildungsplätze. Im Jahr 2002 handelte es sich dabei bundesweit um insgesamt 1.946 Platze, im Jahr 2003 um 569 Plätze, die in der Zusammenstellung des BIBB in Tabelle 1 allerdings nicht berücksichtigt wurden. 

In der außerbetrieblichen Ausbildung war im Jahr 2003 die größte Steigerung bei der Förderung der Ausbildung behinderter Jugendlicher nach § 102 SGB III zu verzeichnen. Hier stieg die Zahl der Verträge im Vergleich zum Vorjahr deutlich auf insgesamt 43.522 an. Auch die über die ergänzenden Länderprogramme finanzierten Plätze nahmen merklich zu. Die größte Bedeutung hatte bei der außerbetrieblichen Ausbildung jedoch nach wie vor die Förderung lernbeeinträchtigter und sozial benachteiligter Jugendlicher nach § 242 SGB III: 45 % (75.733) aller 167.104 außerbetrieblichen Ausbildungsverhältnisse wurden hierüber finanziert.

Zwischen den einzelnen Ländern gab es große Unterschiede in der Verbreitung der außerbetrieblichen Ausbildung: In Bayern entfielen von der Gesamtzahl der Auszubildenden (259.263) nur 3,3 % (8.662) auf außerbetriebliche Ausbildungsverhältnisse. Dagegen erreichte in Brandenburg die außerbetriebliche Ausbildung einen Anteil von 37,0 % (19.354) an allen Auszubildenden (52.285). Insgesamt war in sämtlichen ostdeutschen Ländern einschließlich Berlin der prozentuale Anteil der außerbetrieblich finanzierten Ausbildungsplätze erheblich höher als in den westdeutschen Ländern.

Auszubildende nach Ausbildungsbereichen
Eine Differenzierung der betrieblichen und außerbetrieblichen Auszubildenden nach Ausbildungsbereichen ist nicht möglich. Für die einzelnen Ausbildungsbereiche liegen nur die jeweiligen Gesamtzahlen vor, die - wiederum in länderspezifischer Aufgliederung -  in Tabelle 2   enthalten sind. Nach den vom Statistischen Bundesamt ermittelten Zahlen erlernten Ende des Jahres 2003 insgesamt 53 % (838.369) der Auszubildenden einen Beruf im Ausbildungsbereich Industrie und Handel. Hier nahmen die Auszubildendenzahlen gegenüber dem Vorjahr um 1,4 % (-11.789) ab. Im Handwerk waren 31,8 % (502.365) aller Auszubildenden vertreten. Wie bereits im Jahr zuvor war dort der stärkste Rückgang festzustellen, und zwar diesmal um 4,8 % (-25.487). Eine Verringerung der Auszubildendenzahlen gab es auch im Öffentlichen Dienst (-1.897 bzw. -4,2 %) und bei den Freien Berufen (-3.080 bzw. -2,1 %). Zu einem deutlichen Zuwachs kam es lediglich in der Landwirtschaft mit einem Plus von 1.237 bzw. +3,3 %.

Bei der Interpretation der ausbildungsbereichsspezifischen Zahlen ist zu berücksichtigen, dass sich die Zuordnung der Ausbildungsverhältnisse nach den Berufen richtet und nicht nach dem wirtschaftlichen Sektor des Ausbildungsbetriebs. Insbesondere im Öffentlichen Dienst erlernt ein größerer Teil der Auszubildenden Berufe, die im Bereich Industrie und Handel oder dem Handwerk registriert werden. Die für den Ausbildungsbereich Öffentlicher Dienst ausgewiesenen  Auszubildendenzahlen geben somit nicht Aufschluss über die gesamte Ausbildungsleistung dieses Sektors. Vergleichbares gilt für die Freien Berufe.

 Vgl. zum Thema "außerbetriebliche und betriebliche Ausbildung" auch die Meldung aus dem Jahr 2003:


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