Seite drucken Seite empfehlen Seite vorlesen Pressemitteilung
40/ 2004
Bonn, 10.11.2004
Berufsbildungsfachleute sind optimistisch: Duales Berufsausbildungssystem hat auch in Zukunft Bestand!
Trotz gegenwärtiger Probleme auf dem Ausbildungsstellenmarkt setzen Berufsbildungsexpertinnen und -experten auch weiterhin auf die Zukunftsfähigkeit des dualen Systems der beruflichen Bildung in Deutschland. Ihre Sorge um eine mögliche Erosion beruflicher Bildung hat sogar deutlich abgenom-men. Weit mehr als noch 1997 sind sie davon überzeugt, dass die Verbindung von Arbeiten und Ler-nen der richtige Weg ist, jungen Menschen eine zukunftsfähige Berufsqualifikation zu vermitteln. Dies ist das Ergebnis einer Befragung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) bei Berufsbildungs-fachleuten, die um eine Einschätzung der Entwicklung der beruflichen Bildung bis zum Jahr 2020 gebeten wurden.
Weitere ausgewählte Ergebnisse der Befragung:
- Die Einschätzung, dass das duale System der Berufsausbildung sich bis 2020 auf den Handwerks-bereich zurückgezogen haben werde, wird 2004 nur noch von 30% der Befragten abgegeben - 1997 waren es noch 37%.
- Deutlich wächst dagegen die Überzeugung, dass die betriebliche Aus- und Weiterbildung im Jahr 2020 die gleichen Karrierewege eröffnen werde wie andere Bildungsgänge: Diese Position wird aktuell von 63% der befragen Experten/innen vertreten - gegenüber lediglich 45% in 1997.
- Entscheidende Grundlage dieser optimistischen Prognose ist die Bewertung der Lernhaltigkeit zukünftiger Arbeit: 63% (1997: 47%) gehen davon aus, dass 2020 von der Arbeitsorganisation selbst unmittelbare Impulse zur Kompetenzerweiterung ausgehen werden.
- Dies mag auf den Anstieg derjenigen Experten/innen zurückzuführen sein, die prognostizieren, dass 2020 die Trennung von Arbeiten und Lernen weitgehend verschwunden sein wird (2004: 55%; 1997: 44%).
- Auch hat der Prozentsatz derjenigen zugenommen, die prognostizieren, dass zukünftig die infor-mellen, im Prozess der Arbeit erworbenen Qualifikationen ebenso zertifiziert werden wie die sys-tematisch erlernten (2004: 75%; 1997: 66%).
- Dennoch ist der Kreis derjenigen, die eine Zunahme des Bedeutungsverlusts formeller Bildungs-abschlüsse befürchten, keineswegs größer geworden: Davon gehen 2004 - wie auch 1997 - kon-stant 38% aus.
- Den größten Zuwachs hat es bei der Frage gegeben, ob berufliche Abschlüsse zukünftig auch in-ternational erworben werden können: 83% (1997: 60%) der Berufsbildungsfachleute rechnen da-mit, dass es 2020 eine wechselseitige Anerkennung im Sinne eines Credit-Point-Systems geben wird.




