"Denn sie wissen nicht was sie wissen" - Wissensmanagement im Betrieb zur Aktivierung und Weitergabe von stillem Wissen
Hintergrund:
Ausgehend von einem ganzheitlichen Wissensmanagement-Ansatz, der sowohl menschliche, als auch organisatorische und technische Aspekte berücksichtigt, wird im Modellversuch auf die einzelne Mitarbeiterin bzw. den einzelnen Mitarbeiter, d.h. den menschlichen Faktor fokussiert. Im Zentrum des Projekts stehen daher Maßnahmen zur Förderung des individuellen Wissensmanagements als Voraussetzung für lernende Organisationen und organisationales Wissensmanagement. Dazu wurde ein Modell entwickelt, das geeignet ist, individuelle Prozesse beim Management von Wissen abzubilden und für Qualifizierungsmaßnahmen transparent zu machen. Das Modell beschreibt Handlungsarten, die zu den Konzepten Planen, Arrangieren, Aneignen, Anwenden und Kontrollieren zusammengefasst sind.
Ziele:
1. Das betriebliche Bildungspersonal der Kooperationspartner soll im Rahmen von zu entwickelnden Qualifizierungsmaßnahmen in die Lage versetzt werden, ihre Kollegen/innen beim Erwerb und der Anwendung von Strategien des individuellen Wissensmanagements (Planen, Arrangieren, Aneignen, Anwenden und Kontrollieren) zu unterstützen. Der Schwerpunkt der Tätigkeit des betrieblichen Bildungspersonals liegt dabei auf der Funktion als Förderer, Organisator und Moderator von Lern- und Wissensaustauschprozessen.
2. Gemeinsam mit dem betrieblichen Bildungspersonal soll ein Bündel aus qualifikatorischen und flankierenden Maßnahmen entwickelt werden, die die Implementierung und Verstetigung des individuellen und organisationalen Wissensmanagements im Unternehmen unterstützen.
3. Die Mitarbeiter/innen der kooperierenden Unternehmen sollen, gemeinsam mit dem zuvor dazu qualifizierten betrieblichen Bildungspersonal, im Rahmen von Trainingsmaßnahmen mit Strategien und Techniken des individuellen Wissensmanagements vertraut gemacht werden.
Ziel ist es, sie zu Multiplikatoren zu qualifizieren, um ihre Kollegen/innen beim Aneignen und Anwenden von Wissensmanagement-Strategien zu unterstützen.
Das Konzept ist modular aufgebaut, so dass die kooperierenden Unternehmen entsprechend ihren spezifischen Interessen bzw. betriebsspezifischen Belangen die für sie zutreffenden Themen auswählen und an den Ergebnissen partizipieren können.
Ergebnisse:
Die auf der Basis des Modells entwickelten Qualifizierungsmaßnahmen werden in praxisorientierten Handbüchern dokumentiert. Das entwickelte Modell, das darauf basierende Qualifizierungskonzept sowie die Ergebnisse der Evaluation des Konzepts wurden zusammengefasst in: Meyer, K., Stöckl, M. & Straka, G. A. (2003): Individuelles Wissensmanagement - Theorie und Praxis des PK3A-Modells, in: H. Strasser u. a. (Hrsg.): Qualität von Arbeit und Produkt in Unternehmen der Zukunft, Stuttgart: Ergonomia Verlag, 1034-1037.




