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Erfahrungsgeleitetes Arbeiten und Integration geteilter Wissensbestände in inner- und zwischenbetrieblichen Netzwerken

Hintergrund: Zwei Entwicklungen greift der Modellversuch auf, die unmittelbar miteinander zusammenhängen. Die Grenzen zwischen ehemals mehr oder weniger strikt voneinander getrennten Funktionsbereichen innerhalb von Unternehmen oder zwischen Unternehmen werden zusehends aufgelöst und neue Formen der Zusammenarbeit entstehen. Auf der einen Seite rücken im Verlauf der Dezentralisierung die Produktionsabteilungen und die produktionsvorbereitenden sowie produktionsbegleitenden Funktionsbereiche näher zusammen. Auf der anderen Seite erhält die Beziehung zwischen Hersteller von Endprodukten (sog. Finalisten) und deren Zulieferern eine neue Qualität. Die Beschäftigten der früher als verlängerte Werkbänke bezeichnenden Zulieferer werden eingebunden in die neu entstehenden innerbetrieblichen Kooperations- und Kommunikationsnetzwerke.
Die Zusammenführung der über Jahre hinweg durch berufliche Sozialisation und durch die Unternehmenskulturen entstandenen Wissensinseln setzt die Erweiterung der fachlichen und sozialen Kompetenzen voraus. Eine der Besonderheiten der Netzwerke ist der Austausch des Wissens und das Schaffen von Gelegenheiten, reflexiv zu lernen und miteinander neue Erfahrungen zu machen. Dabei spielen neben einem ganzheitlichen Prozessverständnis auch die verborgenen Seiten des beruflichen Handelns eine Rolle.

Ziele des Modellversuchs: Berufliches Lernen muss diese Entwicklungen aufnehmen. Der Modellversuch will daher Erkenntnisse darüber gewinnen, wie die neuen bzw. andersartigen methodischen und sozialen Kompetenzen für das Lernen und Arbeiten in inner- und zwischenbetrieblichen Kooperationsnetzwerken aussehen. Im Mittelpunkt steht dabei auch die Frage der Gestaltung der sozialen Beziehungen bei der Reflexion des in der Vergangenheit entstandenen Wissens und der Entstehung gemeinsam getragenen Wissens.

Ergebnisse: Für die betriebliche Weiterbildung wird der Modellversuch ein Bildungs- und Lernkonzept mit Lernarrangements entwickeln und erproben, die die Trennung von Facharbeiter- und Sachbearbeiterweiterbildung überwinden. Ein weiterer Kernbestandteil des Bildungs- und Lernkonzepts richtet sich auf die Gestaltung betriebsübergreifender Lernprozesse.

Zum Modellversuch in der MIDo-Datenbank

Letzte Änderung: 02.11.2006


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