Erfahrungswissen - Die verborgene Seite beruflichen Handelns
Erfahrungswissen ist unabdingbar für die Bewältigung beruflicher Anforderungen und die Handlungsfähigkeit beruflicher Akteure. Dies gilt für alle Arbeitsbereiche, von automatisierten oder stark informatisierten Arbeitsprozessen bis hin zu Dienstleistung und Handwerk - zumal wenn es sich um qualifizierte, selbstverantwortliche Tätigkeiten handelt.
Im Zentrum dieses Modellversuchsschwerpunktes stand eine Art von Erfahrungswissen, das über das traditionelle Verständnis von Erfahrung (ein langjährig erworbener Schatz / die eingeübte Routine) hinausgeht. Der Blick richtete sich dabei auf eine Vorgehensweise, die dem zweckrationalen Vorgehen bislang verborgene, zum Teil sogar unterdrückte Fähigkeitsdimensionen hinzufügte. Individuelle Erfahrungsfähigkeit und erfahrungsgeleitetes Handeln sind Kennzeichen für diesen spezifischen Modus des Handelns und Denkens.
In der beruflichen Bildung wird diese Grundlage professionellen Handelns und beruflicher Identität bislang nicht systematisch berücksichtigt. Erfahrungsfähigkeit und erfahrungsgeleitetes Handeln sind heute jedoch immer weniger "beiläufig" gegeben, sondern müssen systematisch angelegt und gefördert werden. Gerade für komplexe, offene und unplanbare Arbeitssituationen gewinnen ein "Wissen in Aktion" und ein Gespür für Handlungsmöglichkeiten gegenüber dem Fachwissen und planmäßigen Handeln an Bedeutung.
Ziele im Modellversuchsschwerpunkt
Der Modellversuchsschwerpunkt beschäftigte sich in drei unterschiedlichen Branchen mit der Bedeutung von Erfahrungswissen sowie mit der Entwicklung und Erprobung von Konzepten und Methoden des erfahrungsgeleiteten Lernens in der beruflichen Bildung:
- Informations- und Telekommunikationsbranche
- Handwerk
- Industrie
- die Gestaltung erfahrungsförderlicher Lernarrangements und die Entwicklung von Methoden des Erfahrungslernens;
- die Rolle nicht-planbarer Arbeitsanforderungen in unterschiedlichen Arbeitsbereichendie Bedeutung und Gestaltung des Austausches von Erfahrungswissen;
- erfahrungsgeleitetes Arbeiten und berufliche Identität;
- Erfahrungswissen und erfahrungsbezogene Relexion;
- Erfahrungswissen und die Bedeutung der sozialen Beziehungen in inner- und zwischenbetrieblichen Netzwerken.
Fachliche Betreuung im BIBB:
- Dr. Dorothea Schemme Tel.: 0228-107-1512
Dokumentation der Abschlussveranstaltung "Erfahrungswissen - die verborgene Seite beruflichen Handels" am 14. Juni 2005 im Bundesinstitut für Berufsbildung Bonn




