Prozessorientierte Ausbildung in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) - Umsetzung des Flexibilitätsspielraums von Ausbildungsordnungen
Hintergrund:
Die rasanten Entwicklungen (Technologie, Organisation, soziale Strukturen in den Betrieben) erfordern neue Qualifizierungs-profile. Die Dienstleistungs- und Prozessorientierung nimmt in allen Berufsbereichen an Bedeutung zu und wirkt sich maßgeblich auf die Qualität der Berufsbildung aus. Arbeitsteilung und Arbeitsorganisation orientieren sich in Zukunft noch weniger an Berufen, sondern an Prozessen und Abläufen. Qualifizierung wird situativ bestimmt und ist ständig zu aktualisieren. Arbeiten und Lernen werden sich mehr und mehr vermischen und eine untrennbare Einheit bilden. Dies findet in den neuen, offen gestalteten Berufsbildern seinen Niederschlag. Die Nutzung und Ausgestaltung der Flexibilitätsspielräume stellt allerdings, vor allem in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), ein Problem dar, besonders dann, wenn für die Ausbildung keine hauptamtlichen Ausbilder zur Verfügung stehen.
Ziele:
Beim Übergang von der Fachstufe I in die Fachstufe II werden als Koproduktion von KMU und BDL "Bildungsbedeutsame Betriebsaufträge" (BbB) gesucht, analysiert und für die Aus- und Weiterbildung aufbereitet. Als Basis werden hierzu die Erfahrungen aus dem "Dezentralen Lernen", der "Leittextmethode" und dem "Selbstorganisierten Lernen" genutzt. Die Verwendung dieser Methoden reicht allein aber nicht aus, um den aktuellen Anforderungen Rechnung zu tragen. Der flexible Einsatz der zu entwickelnden Materialien steht im Mittelpunkt des Modellversuchs. Die Materialien müssen die Gestaltung des gesamten Ausbildungsstrangs und den adäquaten Einsatz verschiedener Methoden anvisieren
Ergebnisse:
Kernziel des Modellversuchs ist die Entwicklung, Gestaltung und Erprobung handlungsorientierter Modelle für die Ausgestaltung der Praxisteile im betrieblichen Einsatz. Es werden in Koproduktion mit sechs Betrieben der Region und der Winkler-Ausbildungs-GmbH (BDL) die prozessorientierten Praxisteile in den Berufen Industriemechaniker, Mechatroniker, Verfahrensmechaniker, Konstruktionsmechaniker, Technischer Zeichner und Industriekaufmann erarbeitet. Hierbei werden die Möglichkeiten und Chancen der Kooperation von KMU und BDL erprobt und in Form von Fallstudien dokumentiert.



