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Arbeitsplatznahe Wissensvermittlung in Handwerksbetrieben über betriebliche Multiplikatoren - Vernetzung beruflicher Weiterbildung im Handwerksbereich

Hintergrund:

Lebenslanges Lernen erfordert eine veränderte Sichtweise des Lernens und einen grundlegenden Einstellungswandel der Lernenden und Lehrenden. Die Leitgedanken lebenslanges Lernen, Eigenverantwortung und Selbststeuerung der Lernenden sowie Kooperation und Vernetzung zur Entwicklung einer Bildungsinfrastruktur werden in diesem Modellversuch in Handwerks-betrieben umgesetzt. Für den bei langjährigen Mitarbeitern entstandenen Weiterbildungsbedarf soll eine arbeitsplatzorientierte, mitarbeiter- und unternehmensbezogene Weiterbildung entwickelt und durch Multiplikatoren umgesetzt werden. Als Multiplikatoren werden Lehrlinge bzw. junge Facharbeiter aus den Handwerksbetrieben eingesetzt. Die Zusatzqualifikationen erwarben sie innerhalb ihrer Erstausbildung in Kursform im Rahmen des "Förderprogramms Zusatzqualifikation" (vgl. Förderprogramm Zusatzqualifikation des Freistaates Sachsen). Sie fungieren im Modellversuch als Multiplikatoren, die ausgewählte Inhalte (Qualifizierungsbausteine) ihrer erworbenen Zusatzqualifikation in Lernnetzwerken an langjährige Mitarbeiter weitergeben sollen.

Ziele:

Die betrieblichen Bedingungen in den jeweiligen Handwerksbetrieben sind sehr individuell und die Anforderungen an die Mitarbeiter unterschiedlich. Aufbauend auf die Analyseergebnisse des Modellversuchs und die Zusatzqualifikation der jungen Mitarbeiter werden Qualifizierungskonzepte entwickelt, die:

  • konkret die betrieblichen Bedingungen und Ziele widerspiegeln,
  • auf eine Qualifizierung im Unternehmen, am Arbeitsplatz ausgerichtet sind,
  • auf eine Umsetzung der Qualifizierung durch junge Mitarbeiter orientieren,
  • durch erfahrene Dozenten unterstützt und betreut werden,
  • zeitökonomisch und effektiv umgesetzt werden,
  • sich durch Rückkopplung am aktuellen betrieblichen Geschehen orientieren.

 

Ergebnisse:

Die Entwicklung von Lern-Netzwerken erfolgt in zwei Stufen. Zum einen - im ersten Schritt - werden betriebliche (unternehmensinterne) Lern-Netzwerke aufgebaut. Von Lehrlingen erworbene Kompetenzen aus den Zusatzqualifikationen sollen nicht nur von ihnen selbst genutzt werden oder brachliegen, sondern innerhalb des eigenen Handwerksbetriebes entsprechend der betrieblichen Bedarfssituation an andere Mitarbeiter weitergegeben werden. Der zweite Schritt umfasst die Entwicklung zwischenbetrieblicher (externer) Lern-Netzwerke. Ausgewählte Gesellen und Lehrlinge geben ihre erworbenen Kompetenzen an Mitarbeiter anderer Handwerksbetriebe weiter. Dabei haben sowohl Unternehmen, Multiplikatoren als auch die langjährigen zu qualifizierenden Mitarbeiter einen Nutzen. Wenn die Multiplikatoren ihre neu erworbenen Kenntnisse an die Beschäftigten der Firma weitergeben, kommt es zum gegenseitigen Erfahrungsaustausch, bei dem jeder der Beteiligten vom anderen lernt. Diese wechselseitige Beziehung hat einen unwiederbringlichen praktischen Wert, der eigene Ideen für die Lösung neuer Aufgaben fördert und das Betriebsklima positiv beeinflusst.

 

 

Dieser Modellversuch in der Datenbank "Information und Dokumentation zu Modellversuchen in der außerschulischen Berufsbildung" (MIDo) >>


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