Hintergründe und Ziele des Projekts
Zum Projekthintergrund und den Zielen
Hintergrund
Die Bevölkerung in Europa wird immer älter. Zwei gegensätzliche Bewegungen spielen dabei eine entscheidende Rolle: die Geburtenraten sind niedrig und die Lebenserwartung steigt. Eine alternde Bevölkerung muss aber nicht unbedingt bedeuten, dass auch die Erwerbsbevölkerung in gleichem Maße altert. In vielen Ländern Europas ist die Beschäftigung älterer Menschen zwischen 55 und 64 Jahren gering, und bisher konnte auch nur eine mäßige Erhöhung der Beschäftigungsquote erreicht werden. Ältere Erwerbstätige stellen demnach ein bislang unzureichend genutztes Potenzial des Arbeitsmarktes dar.
Der Europäische Rat von Stockholm beschloss daher im Jahr 2001, als "EU-Ziel vorzusehen, dass die durchschnittliche EU-Erwerbsquote älterer Männer und Frauen bis 2010 auf 50 % angehoben wird". 2001 lagen nur vier Länder (Dänemark, Portugal, Schweden und Großbritannien) über dieser 50 %-Schwelle. In Belgien, Italien, Luxemburg und Österreich gingen dagegen nicht einmal ein Drittel der älteren Menschen einer Erwerbstätigkeit nach. Der Rat von Barcelona 2002 wies darauf hin, dass angestrebt werden sollte, "dass das tatsächliche Durchschnittsalter des Eintritts in den Ruhestand in der EU bis 2010 allmählich um etwa 5 Jahre ansteigt".
Die demographischen Veränderungen in der Zusammensetzung der Arbeitsgesellschaften verlangen ein Umdenken bei Unternehmen und Bildungsträgern bezüglich der Aus- und Weiterbildung älterer Erwerbspersonen, da der zukünftige Wandel mit qualifizierten alternden Belegschaften gestaltet und getragen werden muss.
Die Gruppe der älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wurde bisher aus der betrieblichen Personal- und Weiterbildungspolitik weitgehend ausgeblendet, da in vielen Ländern über Frühverrentung einem Bedarf entgegengewirkt wurde. Das Problem der Unterinvestition in Weiterbildung bei KMU ist nicht neu, es wurden jedoch bisher kaum überbetriebliche Strategien zur Lösung entwickelt. Bei sich zuspitzenden regionalen Beschäftigungs- und Qualifizierungsproblemen (meist in der Kombination von demographischer Entwicklung und Abwanderungen von Jugendlichen sowie Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern und Unternehmen aus strukturschwachen Regionen) gewinnen regionale Netzwerke als Gestaltungs- und Steuerungseinrichtungen auch unter Beteiligung verschiedener Interessengruppen deutlich an Gewicht.
Zu den Zielen
Das Projekt richtet sich an klein- und mittelständische Unternehmen, an ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, an Träger und Organisationen der beruflichen Weiterbildung sowie an Einrichtungen der regionalen Strukturentwicklung, Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung.
Ziel des Projekts ist die Förderung der beruflichen Qualifizierung älterer Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen im kleinbetrieblichen Segment zur Stabilisierung der Alterserwerbstätigkeit. Das Projekt begründet sich in der empirisch festgestellten geringen Beteiligung der Zielgruppe an Qualifizierung, in der in kleinbetrieblichen Strukturen ausgeprägten Unterinvestition in Humankapital und in den Defiziten in den regionalen Supportstrukturen für die Zielgruppe und das Zielsegment aufgrund von fehlenden Erfahrungen in der beruflichen Qualifizierung älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.
Die wichtigsten Projektziele sind:
- Internationaler Vergleich von Beispielregionen im Hinblick auf Beschäftigungsstrukturen, Maßnahmen und Regionalstrukturen
- International vergleichende Regionalanalyse der endogenen und exogenen Ursachen für die Unterinvestition bzw. Abstinenz in der Weiterbildung in nicht oder gering weiterbildungsaktiven KMU und in der Zielgruppe der älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer
- Entwicklung von Instrumenten und Maßnahmen, die geeignet sind, die gegenwärtigen Defizite zu mindern; dazu zählen beispielsweise Instrumente der Selbstbewertung, die in Kooperation mit regionalen Einrichtungen eingesetzt und für die Entwicklung von zielgruppenspezifischen Maßnahmen verwendet werden können
- Entwicklung von regionalen Supportstrukturen für die berufliche Qualifizierung von Erwerbstätigen in höheren Altersstufen in klein- und mittelständischen Unternehmen: regionale Netzwerke von Unternehmen, Bildungsträgern und Sozialpartnern, die Qualifizierungsbedarfe feststellen
Das Projekt arbeitet praxisorientiert und im Hinblick auf regionale beschäftigungspolitische Zukunftsfragen. Die Projektpartner kooperieren auf regionaler Ebene mit Betrieben, Einrichtungen der regionalen Wirtschafts- und Strukturförderung und Bildungsträgern.
Die Projektpartner erarbeiten gemeinsam konkrete Unterstützungsangebote, die klein- und mittelständischen Unternehmen, älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern sowie Bildungseinrichtungen in der Region zur Verfügung gestellt werden. Geplant sind u.a.:
- Entwicklung von Instrumenten zur Ermittlung von Qualifizierungsbedarf und -möglichkeiten
- Informationen über "Best-Practice"-Verfahren im internationalen Vergleich
- Erprobung und Anwendung der Instrumente mit regionalen Kooperationspartnern





