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41/ 2005
Bonn, 28.10.2005

 

Arbeitswelt im Wandel - Berufe in der Entwicklung?

Die Arbeitswelt verändert sich - doch was bedeutet das für die Berufe und die Berufsbildung? Neue Erwerbsberufe, veränderte Anforderungen in der Arbeit, die Informatisierung der Arbeitswelt, ein steigendes Anforderungsniveau und die Auflösung klar gestalteter Berufswege in die Beschäftigung sind Beispiele für oft beschriebene Trends und Merkmale dieser Veränderungen. Wie weit sind diese Entwicklungen bereits Realität und in welchen Berufsfeldern und Branchen sind sie zu beobachten? Vor allem aber: Welche Konsequenzen haben diese Veränderungen in der gegenwärtigen Arbeitswelt für unser Berufsbildungssystem, für die Modernisierung bestehender und die Entwicklung neuer Ausbildungsberufe und für die berufliche Weiterbildung?

Um diese und andere Fragen der Berufs- und Qualifikationsforschung beantworten zu können, führt das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) gemeinsam mit der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAUA) eine Repräsentativbefragung von 20 000 Erwerbstätigen in Deutschland durch. Einbezogen in die telefonische, computerunterstützte Befragung sind erwerbstätige Personen ab 15 Jahren mit einer bezahlten Tätigkeit von mindestens zehn Stunden pro Woche.01 Die Erhebung wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

Von Oktober 2005 bis März 2006 wird die Münchner TNS Infratest Sozialforschung 20 000 Erwerbstätige in Deutschland, die nach einem Zufallsverfahren ausgewählt wurden,02 telefonisch fragen nach

  • den Tätigkeitsschwerpunkten und den Kenntnisanforderungen in ihrer Arbeit,
  • den Arbeitsplatzanforderungen in ihren Betrieben,
  • dem Weiterbildungsbedarf und dem Weiterbildungsverhalten,
  • den Veränderungen ihres Arbeitsplatzes in den letzten Jahren,
  • den Arbeitsbedingungen am Arbeitsplatz,
  • den Arbeitsbelastungen und gesundheitlichen Beschwerden in Zusammenhang mit der Arbeit,
  • der Arbeitszufriedenheit,
  • den Schulabschlüssen, der Berufsausbildung und dem Berufsverlauf,
  • dem Zusammenhang zwischen Ausbildung und Beschäftigung,
  • der Verwertbarkeit beruflicher Qualifikationen in der aktuellen Beschäftigung.

Die Ergebnisse der Befragung werden ausschließlich in anonymisierter Form dargestellt. Rückschlüsse auf die konkreten Personen, die die Angaben gemacht haben, sind nicht möglich.

Mit dem Forschungsprojekt "BIBB/BAUA-Erwerbstätigenbefragung 2005/2006" sollen repräsentative Informationen u.a. darüber gewonnen werden,

  • welche beruflichen Anforderungen an Beschäftigte gestellt werden und wie sich diese nach Berufen, Branchen und Qualifikationsniveaus unterscheiden,
  • in welchen Bereichen die Kenntnisse - aus Sicht der Erwerbstätigen - durch Weiterbildung ergänzt bzw. erneuert werden müssten,
  • welche Qualifizierungswege in die verschiedenen Berufstätigkeiten führen,
  • in welchen Beschäftigungsfeldern neue Berufe entstehen,
  • wo das für die ausgeübte Tätigkeit notwendige Wissen erworben wurde,
  • wie eng - oder lose - Erwerbsberufe und Positionen an die entsprechenden Ausbildungen geknüpft sind,
  • ob - und wie - sich betrieblich ausgebildete Fachkräfte in ihrem Arbeitsmarkterfolg von schulisch ausgebildeten Personen unterscheiden und
  • inwieweit berufliche Kenntnisse und Fertigkeiten, die in der Ausbildung vermittelt wurden, in der aktuellen Tätigkeit verwertet werden können.


Weitere Hinweise auf das Forschungsprojekt "BIBB/BAUA-Erwerbstätigenbefragung 2005/2006" s. im Internet unter www.bibb.de/arbeit-im-wandel


Auskunft zu der o.g. Befragung erteilt im BIBB Anja Hall, Tel.: 0228/107-1103,
E-Mail: hall@bibb.de  

Fußnoten

01 Als Erwerbstätigkeit werden dabei auch die folgenden Tätigkeiten eingestuft, sofern sie (normalerweise) mindestens zehn Stunden pro Woche ausgeübt werden:
- Vergütete Beschäftigungsverhältnisse, die neben einer Qualifizierung ausgeübt werden,
- Tätigkeiten als mithelfende Familienangehörige,
- Beschäftigungsverhältnisse, die zum Erhebungszeitpunkt wegen Mutterschutz oder aus anderen Gründen für maximal 3 Monate unterbrochen wurden.
02 Die Auswahl der Telefonnummern basiert auf mathematisch-statistischen Verfahren, die sicherstellen, dass ein repräsentativer Querschnitt der Bevölkerung befragt wird. Dazu werden mit einem Zufallsverfahren ("Gabler-Häder-Verfahren") Nummern mit der entsprechenden Vorwahl produziert, so dass jeder eine Chance hat, befragt zu werden.

Letzte Änderung: 05.10.2006


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Herausgeber: Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)
Der Präsident
Robert-Schuman-Platz 3
53175 Bonn
http://www.bibb.de

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