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Auszubildendenzahlen 2004: Entwicklung der außerbetrieblichen Ausbildung sowie Gesamtentwicklung in den Ausbildungsbereichen

Das zahlenmäßige Verhältnis zwischen außerbetrieblichen und betrieblichen Ausbildungsverhältnissen hat sich im Jahr 2004 gegenüber dem Vorjahr fast nicht verändert. Von den bundesweit insgesamt 1.564.064 Auszubildenden im Jahr 2004 wurden 89,7 % (1.403.369) betrieblich und 10,3 % (160.695) außerbetrieblich ausgebildet.


In den neuen Ländern einschließlich Berlin war der Anteil der außerbetrieblichen Auszubildenden an allen Auszubildenden (350.040) mit 31,0 % (108.387) erheblich höher als in den alten Ländern. Dort betrug der entsprechende Anteil an allen Auszubildenden (1.214.024) nur 4,3 % (52.308).


Als "außerbetrieblich" sind die Ausbildungsverhältnisse definiert, die vollständig oder nahezu vollständig durch staatliche Programme bzw. durch die Bundesagentur für Arbeit finanziert werden. Als "betrieblich" gelten demgegenüber die Ausbildungsverhältnisse, bei denen die Finanzierung (des betrieblichen Teils der dualen Ausbildung) vollständig oder weit überwiegend durch die Ausbildungsbetriebe erfolgt. Maßgeblich für die Unterscheidung nach außerbetrieblicher und betrieblicher Ausbildung ist damit nicht der Lernort, sondern die Finanzierungsform. Bei einem Teil der Ausbildungsverhältnisse, die hier als außerbetrieblich bezeichnet werden, finden lange Ausbildungsphasen in Betrieben statt.


Gegenüber dem Vorjahr verringerte sich die Gesamtzahl der Auszubildenden um 1,1 % (  17.565). Die Zahl der betrieblichen Ausbildungsverhältnisse nahm um 0,8 % (  11.156) ab, die der außerbetrieblichen sogar um 3,8 % (- 6.409). Der Anteil der außerbetrieblichen Auszubildenden an allen Auszubildenden sank gegenüber dem Jahr 2003 jedoch um lediglich 0,3 Prozentpunkte. Der zahlenmäßige Rückgang der außerbetrieblichen Ausbildungsverhältnisse betraf ausschließlich die alten Länder, in den neuen Ländern blieb die Zahl dagegen nahezu unverändert.


 


Zum Verfahren der Berechnungen
In der Berufsbildungsstatistik zum Stichtag 31. Dezember wird keine Differenzierung nach betrieblicher und nichtbetrieblicher Ausbildung vorgenommen. Daher ermittelt das Bundesinstitut für Berufsbildung seit einigen Jahren diese Aufteilung der Auszubildenden auf indirektem Weg. Hierzu wird von der Gesamtzahl der Auszubildenden, die das Statistische Bundesamt ausweist, die Zahl der Auszubildenden herausgerechnet, die sich nach Angaben der Länder und der Bundesagentur für Arbeit Ende Dezember in außerbetrieblichen Maßnahmen befanden. Berücksichtigt werden dabei die Bund-Länder-Programme Ost, die ergänzenden Länderprogramme in Ostdeutschland, die Länderprogramme in Hamburg und Hessen, das Sofortprogramm der Bundesregierung zum Abbau der Jugendarbeitslosigkeit (JuSoPro, Artikel 4), die Förderung nach § 242 Sozialgesetzbuch III (SGB III) und nach § 102 SGB III. In die Berechnung gehen ausschließlich die außerbetrieblichen Ausbildungsverhältnisse ein, bei denen ein Ausbildungsvertrag geschlossen wurde, der bei der zuständigen Stelle (z.B. Industrie und Handelskammer, Handwerkskammer) eingetragen war. Nur diese außerbetrieblichen Auszubildenden werden in der Berufsbildungsstatistik mitgezählt, nicht jedoch z.B. Teilnehmer und Teilnehmerinnen an rein schulischen Ausbildungsgängen (ohne Ausbildungsvertrag).


 


Entwicklung der unterschiedlichen Formen außerbetrieblicher Ausbildung
Die Förderprogramme und gesetzlichen Fördermaßnahmen zur außerbetrieblichen Ausbildung richten sich an unterschiedliche Zielgruppen. Die Bund-Länder-Programme Ost, die Länderprogramme in Ost und West sowie Artikel 4 des Jugend-Sofort-Programms haben als Förderschwerpunkt die sogenannten "marktbenachteiligten" Jugendlichen in Regionen mit fehlenden betrieblichen Ausbildungsmöglichkeiten. Durch die Bundesagentur für Arbeit wird nach § 242 SGB III die außerbetriebliche Ausbildung von lernbeeinträchtigten und sozial benachteiligten Jugendlichen finanziert, die ausbildungsbegleitend einer besonderen pädagogischen Betreuung bedürfen. Nach § 102 SGB III werden Ausbildungsmöglichkeiten zur beruflichen Eingliederung behinderter Jugendlicher geschaffen. In der Förderpraxis ist allerdings die Grenze zwischen "Marktbenachteiligung" und sonstiger Benachteiligung fließend, d.h. ein Marktausgleich des betrieblichen Angebotsdefizits findet in einem gewissen Umfang auch über die Förderung der Ausbildung sozial benachteiligter, lernbeeinträchtigter und behinderter Jugendlicher statt.


In Tabelle 1  sind die Auszubildendenzahlen in den unterschiedlichen Förderprogrammen bzw. -maßnahmen sowie die Ergebnisse der Berechnungen zu den betrieblichen und außerbetrieblichen Auszubildenden insgesamt und in länderspezifischer Aufgliederung ausgewiesen. In der außerbetrieblichen Ausbildung war im Jahr 2004 demnach ein relativ großer Rückgang  bei der Ausbildungsförderung behinderter Jugendlicher nach § 102 SGB III sowie der lernbeeinträchtigten und sozial benachteiligten Jugendlichen nach § 242 SGB III zu verzeichnen, was jedoch hauptsächlich für die alten Länder galt. Insgesamt sank die Zahl der geförderten Ausbildungsverhältnisse behinderter Jugendlicher im Vergleich zum Vorjahr um 7,2 % (  3.141) auf 40.381. Die Zahl der geförderten lernbeeinträchtigten und sozial benachteiligten Jugendlichen nahm insgesamt um 3,6 % (- 2.705) auf 73.028 ab. Die starke Verminderung beim Jugendsofortprogramm ist auf das Auslaufen der Förderung außerbetrieblicher Ausbildungsplätze im Rahmen dieses Programms zurückzuführen. Eine deutliche Zunahme war bei den über die Länderprogramme finanzierten Plätze zu verzeichnen, deren Zahl sich insgesamt um 18,2 % (+ 1.496)  auf 9.718 erhöhte; der Anstieg fand ausschließlich in den neuen Ländern statt. Die Zahl der über die Bund-Länder-Programme Ost geförderten außerbetrieblichen Plätze ging dagegen leicht zurück, um 1,1 % (- 378) auf 32.882.


Zwischen den einzelnen Ländern gab es große Unterschiede in der Verbreitung der außerbetrieblichen Ausbildung. In den alten Ländern ist der höchste Anteil in Bremen festzustellen: Hier entfielen von der Gesamtzahl der Auszubildenden (15.106) 6,5 % auf außerbetriebliche Ausbildungsverhältnisse. In Bayern war dagegen mit 2,7 % der Auszubildenden insgesamt (257.108) der relative Anteil am geringsten. In den neuen Ländern (einschließlich Berlin) hatte die außerbetriebliche Ausbildung in Brandenburg mit 36,0 % den größten Anteil an allen Auszubildenden (51.887). In Berlin war die außerbetriebliche Ausbildung mit 26,2 % aller Auszubildenden (56.787) am wenigsten verbreitet in Ostdeutschland. Insgesamt lag damit in sämtlichen neuen Ländern einschließlich Berlin der prozentuale Anteil der außerbetrieblich finanzierten Ausbildungsplätze erheblich höher als in den westdeutschen Ländern.


 


Gesamtentwicklung in den Ausbildungsbereichen
Eine Differenzierung der betrieblichen und außerbetrieblichen Auszubildenden nach Ausbildungsbereichen ist nicht möglich. Für die einzelnen Ausbildungsbereiche liegen nur die jeweiligen Gesamtzahlen vor, die - wiederum in länderspezifischer Aufgliederung - in Tabelle 2  enthalten sind. Nach den vom Statistischen Bundesamt ermittelten Zahlen erlernten Ende des Jahres 2004 insgesamt 53,6 % (837.914) der Auszubildenden einen Beruf im Ausbildungsbereich Industrie und Handel. Die Auszubildendenzahl blieb dort - mit einem Rückgang um lediglich um 0,1 % (- 455) - verglichen mit dem Vorjahr nahezu unverändert. Im Handwerk waren 31,3 % (489.171) aller Auszubildenden vertreten, hier fand ein Rückgang um 2,6 % (- 13.194) statt. Eine noch stärkere prozentuale Verringerung der Auszubildendenzahlen gab es mit 4,8 % (- 7.020) bei den Freien Berufen. Ein deutlicher Zuwachs war dagegen in der Landwirtschaft mit einem Plus von 5,5 % (+ 2.107) zu verzeichnen. Leicht stiegen die Auszubildendenzahlen auch im Öffentlichen Dienst mit 1,6 % (+ 681) an.


Bei der Interpretation der ausbildungsbereichsspezifischen Zahlen ist zu berücksichtigen, dass sich die Zuordnung der Ausbildungsverhältnisse nach den Berufen richtet und nicht nach dem wirtschaftlichen Sektor des Ausbildungsbetriebs. Insbesondere im Öffentlichen Dienst erlernt ein größerer Teil der Auszubildenden Berufe, die dem Bereich Industrie und Handel oder dem Handwerk zugeordnet sind. Die für den Ausbildungsbereich Öffentlicher Dienst ausgewiesenen  Auszubildendenzahlen geben somit nicht Aufschluss über die gesamte Ausbildungsleistung dieses Sektors.


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