Alkohol und Drogenkonsum bei Auszubildenden und jungen Berufstätigen
Eine explorative Studie
Ulrich Degen, Werner Gerwin, Dr. Ernst Ross
URN: urn:nbn:de:0035-0163-2
Das Bundesinstitut für Berufsbildung hat im Zusammenhang mit der Analyse von Ausbildungs- und Berufsverläufen eine explorative Studie zum Zusammenhang von Alkohol- und illegalem Drogenkonsum und Ausbildungsschwierigkeiten bzw. Schwierigkeiten im beruflichen Umfeld durchgeführt.
Suchtprobleme stellen in unserer Gesellschaft nach wie vor eine enorme Herausforderung dar. Sie verursachen für Betroffene und deren Angehörige viel Leid und für die Gesellschaft hohe und großteils vermeidbare Kosten. Suchtprobleme bedeuten individuelle Tragödien, zugleich belasten sie die Gesellschaft als Ganzes.
Eine besondere Problemgruppe bei der Betrachtung von Suchtproblemen sind Jugendliche und junge Erwachsene. Dies gilt insbesondere angesichts aktueller Trends, wie dem so genannten "Binge drinking", dem gezielten Rauschtrinken, oder dem Mischkonsum in der "Party-Szene", den "Designerdrogen" oder den Alkopops.
Neben gesundheitlichen und sozialen Problemen bringt Drogenkonsum zahlreiche weitere direkte und indirekte Belastungen mit sich. Dazu gehören Probleme am Arbeitsplatz oder bei Jugendlichen Schul- und Ausbildungsversagen.
Auch die Entwicklung des künftig benötigten Fachkräftepotentials ist durch Alkohol- und illegalen Drogenkonsum gefährdet. Denn zusätzlich zur prognostizierten demografischen Entwicklung gefährdet einerseits eine hohe Quote von Ausbildungsabbrechern die Bereitstellung einer ausreichenden Zahl an Nachwuchsfachkräften, andererseits bedeutet Alkohol- und illegaler Drogenkonsum eine Verschwendung des existierenden Fachkräftepotenzials, was sich durch Fehlzeiten, mangelndes berufliches Engagement, Leistungseinbußen und Prüfungsversagen, Gefährdung der Arbeitssicherheit und ähnliches manifestiert.
Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat im Zusammenhang mit der Analyse von Ausbildungs- und Berufsverläufen eine explorative Studie zum Zusammenhang von Alkohol- und illegalem Drogenkonsum und Ausbildungsschwierigkeiten bzw. Schwierigkeiten im beruflichen Umfeld durchgeführt.
Ziel dieser Studie war es, die Relevanz des Themas Alkohol und Drogenkonsum bei Auszubildenden und jungen Berufstätigen in Unternehmen und Betrieben sowie bei betrieblichen Experten wie Betriebsinhabern, Vorgesetzten, Ausbildern, Sozialberatern zu eruieren, um gegebenenfalls Entscheidungen über ein Präventionsprojekt für die betroffene Personengruppe vorzubereiten. 01
Ergebnisse
Im Zentrum der Studie stand die Frage, ob Alkoholkonsum und der Konsum illegaler Drogen bei Auszubildenden und jungen Berufstätigen ein relevantes, ernst zu nehmendes Thema in den Betrieben ist, ob Alkohol- und illegaler Drogenkonsum unter jungen Mitarbeitern in den Betrieben in relevanter Anzahl vorkommt und ob es gegebenenfalls berechtigt ist, dem Phänomen Alkohol- und illegaler Drogenkonsum in der Ausbildung und bei jungen Fachkräften intensiver nachzugehen.
Diese zentralen Fragen können aufgrund der Ergebnisse uneingeschränkt mit "ja" beantwortet werden.
Die befragten Experten bestätigten überwiegend, dass Alkohol- und illegaler Drogenkonsum unter jungen Mitarbeitern ein wichtiges, relevantes Thema in den Betrieben ist und, dass Alkohol- und illegaler Drogenkonsum bei jungen Mitarbeitern in den Betrieben in ernst zu nehmender Häufigkeit und Intensität vorkommen.









