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18/ 2006
Bonn, 14.06.2006

 

Bundesbildungsministerin Schavan im BWP-Interview: "Ausbildungspakt muss eine neue Dynamik entfalten"

Die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Dr. Annette Schavan, hat eine neue Dynamik des "Nationalen Paktes für Ausbildung und Fachkräftenach­wuchs" angemahnt. "Um dem benötigten Bedarf an beruflicher Bildung zu entsprechen, brauchen wir neue be­triebliche Ausbildungsplätze gerade in forschungsnahen Bereichen, in innovativen Branchen und in jenen mit wachsender Beschäftigung", erklärte sie in einem Interview in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "Berufsbildung in Wissen­schaft und Praxis (BWP)" des Bundesinstituts für Berufs­bildung (BIBB). Die Ministerin sprach sich zudem für mehr voll­zeitschu­lische Ausbildungsangebote aus, die für den Arbeitsmarkt qualifizieren.

Auch für BIBB-Präsident Manfred Kremer macht es beim derzeit herrschenden Mangel an betrieblichen Ausbildungsplätzen keinen Sinn, alternative Ausbildungsmöglichkeiten ab­zu­lehnen. In seinem Kommentar betont Kre­mer, notwendig sei eine vorbehaltlose Zusammen­arbeit zwischen regionaler Wirt­schaft, Kammern, beruflichen Schulen und anderen Bildungs­einrichtungen. Mit neuen For­men der dualen Ko­operation sollten erstklassige ergän­zende Berufsbildungsangebote ent­wickelt werden. Aus unproduktiven Warteschleifen müss­ten pro­duktive Bildungsketten ent­stehen. "Ziel ist es, möglichst allen Jugendlichen innerhalb von drei Jahren nach dem Schulab­schluss einen anerkannten und arbeitsmarktgängigen Berufsaus­bildungsab­schluss zu ermögli­chen."

"Jugendliche in Ausbildung!" - so lautet der Titel der neuen Ausgabe der BIBB-Zeit­schrift "Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis (BWP)". Das Heft präsentiert auf der Basis von For­schungs­­­ergebnissen des BIBB wissen­schaftliche Hintergrundinformationen zur Situation auf dem Lehrstellenmarkt. Es zeigt auf, wie durch entsprechende Modellprojekte zur Lösung der Probleme in der Praxis beigetragen werden kann. Die 13 Beiträge befassen sich unter an­de­rem mit den Themen:

  • Jugendliche in Ausbildung: Wunsch und Wirklichkeit

Das Interesse der jungen Generation an einer dualen Berufsausbildung ist weiterhin ungebro­chen. Das bestätigt die jüngste BIBB-Schulabsolventenbefragung. Allerdings konnten auch 2005 viele Wün­sche der Jugendlichen aufgrund der angespannten Lage auf dem Ausbildungs­stellenmarkt nicht realisiert werden. Trotz alternativen Verbleibs halten die meisten Jugend­lichen dennoch ihren Wunsch nach einer betriebli­chen Ausbildung aufrecht, so dass der Erhe­bung zufolge mit einer latenten Nachfrage von mehr als 200.000 Ju­gendlichen gerechnet wer­den muss. Aus bil­dungspoliti­scher Sicht plädiert der Beitrag daher für alternative Angebote, insbesondere für den massiven Ausbau schulischer Aus­bildung in anerkann­ten Ausbildungs­berufen mit abschlie­ßender Kammerprüfung.

  • Wie groß ist die Lehrstellenlücke wirklich?

Jedes Jahr etwa zur gleichen Zeit wird intensiv darüber diskutiert, wie groß sie diesmal sein wird: die Lehrstellenlücke. Untersuchungen deuten darauf hin, dass die offizielle Statistik immer weniger zur Transparenz auf dem Ausbildungsmarkt beiträgt und sich von den realen Gegebenheiten zunehmend entfernt. Der Beitrag erläutert eine im BIBB erarbeitete neue Be­rechnungsmethode, die die üblicherweise zugrunde gelegten Angebots-Nachfrage-Relationen (ANR) sinnvoll ergänzt und so das Ausmaß der tatsächlichen Probleme auf dem Lehrstellen­markt besser widerspiegelt.

  • Werden ausländische Jugendliche aus dem dualen System der Berufsausbildung verdrängt?

Die Ausbildungsbeteiligung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund sinkt seit zehn Jah­ren kontinuierlich. Der Mangel an betrieblichen Ausbildungsplätzen wirkt sich für diese Ju­gendlichen besonders negativ aus. Der Beitrag stellt die Entwicklung der Ausbildungs­beteili­gung ausländischer Jugendlicher dar und diskutiert die Ursachen der Verdrängung aus dem dualen System der Berufsausbildung. Fazit: Potenziale und Ressourcen dieser Jugend­lichen müssen besser genutzt und damit ihre Zugangs­chancen auf dem Ausbildungsstellenmarkt er­höht werden.

  • JOBSTARTER - das neue Ausbildungsstrukturprogramm

Zur Stärkung der betrieblichen Berufsausbildung hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) das neue Programm JOBSTARTER mit einem Fördervolumen von 100 Mio. Euro bis 2010 initiiert. Ziel des vom BIBB durchgeführten Programms ist die Verbesse­rung von regionalen Ausbil­dungs­strukturen sowie des betrieblichen Ausbildungsplatzange­botes. JOBSTARTER ist eine Weiterentwicklung der bisherigen Einzel­programme STARegio, Regio-Kompetenz-Ausbil­dung, Patenschaftsprogramm, Ausbildungs­platzent­wickler sowie der Koordinierungsstelle Ausbildung in ausländischen Unternehmen (KAU­SA).

  • BERUFSSTART - neue Wege der Berufsorientierung in Thüringen

Mit dem Modellprojekt "BERUFSSTART - vertiefte wirtschaftsnahe Berufsvorbereitung wäh­rend der Schulzeit" erleichtert Thüringen seinen Jugendlichen den Übergang in das Berufsle­ben. Ziel ist es, allen ausbildungsfähigen und -willigen Schülerinnen und Schülern am Ende ihrer Schulzeit eine Chance zum Übergang in betriebliche Ausbildung zu bieten, Fehlent­scheidungen bei der Berufswahl zu verhindern sowie mangelnder Ausbildungsreife schon während der Schulzeit durch differenzierte Förderung zu begegnen.

Das aktuelle Heft "Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis", Ausgabe 3/2006, mit dem Titel "Jugendliche in Ausbildung!" (zzgl. Beilage BWPplus) ist für 7,90 Euro zu beziehen beim:

W. Bertelsmann Verlag GmbH & Co. KG
Postfach 10 06 33  Tel.: 0521 / 9 11 01 11
33506 Bielefeld  Fax: 0521 / 9 11 01 19 
E-Mail: service@wbv.de  

Inhaltliche Auskünfte zur BWP erteilt:

  • Dr. Ursula Werner, Tel.: 0228 / 107-1722, Fax: 0228 / 107-2967; E-Mail: werneru@bibb.de

Inhalt der BWP Ausgabe 3/2006, Auszüge und Beilage BWPplus als Download >>

Letzte Änderung: 08.02.2010


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