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Grundgesamtheit der Untersuchung sind erwerbstätige Personen ab 15 Jahren. Als Erwerbstätigkeit gilt eine Tätigkeit, bei der regelmäßig mindestens zehn Stunden pro Woche gegen Bezahlung gearbeitet wird ("Kernerwerbstätige"). Als Erwerbstätigkeit werden dabei auch folgende Tätigkeiten eingestuft, wenn sie (normalerweise) mindestens zehn Stunden pro Woche ausgeübt werden:
Nicht als Erwerbstätigkeit zählen dagegen:
Kernerwerbstätige sind demnach Erwerbstätige ohne Auszubildende und ohne geringfügig Beschäftigte (definiert über die Arbeitszeit, weniger als zehn Stunden).
In einem vorgelagerten Methodentest wurde 2004/05 vom Sozialwissenschaftlichen UmfrageZentrum in Duisburg geprüft, ob das entwickelte Instrument als Telefonbefragung geeignet ist und welche Modifikationen vorgenommen werden müssen. Nach zwei Feldpretests im September 2005 wurde die Hauptstudie von Oktober 2005 bis März 2006 von TNS Infratest Sozialforschung, München als computerunterstütztes telefonisches Interview (CATI) durchgeführt (an der Befragung waren 532 Interviewer beteiligt). Befragt wurde eine Stichprobe von 20.000 der Erwerbstätigen in Deutschland.
Die Auswahl der zu befragenden Zielperson erfolgte in zwei Schritten: Im ersten Schritt wurde eine Telefonnummer und damit letztendlich ein Haushalt ausgewählt, im zweiten Schritt dann innerhalb des Haushalts die Zielperson.
Auswahl des Haushalts:
Die Auswahl der Telefonnummern basierte auf mathematisch-statistischen Verfahren, die sicherstellen, dass ein repräsentativer Querschnitt der Bevölkerung befragt wird. Dazu werden mit einem Zufallsverfahren, dem so genannten "Gabler-Häder-Verfahren", Nummern mit der entsprechenden Vorwahl produziert, so dass jeder eine Chance hat, befragt zu werden. Die Grundidee des "Gabler-Häder-Verfahrens" besteht darin, innerhalb eines Ortsnetzes Rufnummern verzerrungsfrei ziehen zu können - unabhängig davon, ob eine Rufnummer eingetragen ist oder nicht und unabhängig von der Dichte und Häufigkeit der Einträge im Telefonbuch.
Dazu wird folgendes Vorgehen angewandt:
Auf Basis aller Telefonbucheinträge werden im ersten Schritt die so genannten Nummernstämme gebildet, indem von jeder eingetragenen Telefonnummer die letzten beiden Ziffern gelöscht werden. Dieser Datenbestand wird auf doppelte Nummernstämme geprüft und bereinigt. Im zweiten Schritt wird für jeden Nummernstamm der 100er-Block erzeugt, d. h. es wird die Ziffernfolge 00 bis 99 ergänzt.
Auswahl der Zielperson:
Die Auswahlgesamtheit wurde bei dieser Untersuchung zunächst bestimmt als die im Haushalt lebenden Personen ab 15 Jahren. Aus dieser Auswahlgesamtheit wurde durch eine Zufallsauswahl, und zwar nach dem Schwedenschlüssel (Kish-Methode), die zu befragende Zielperson bestimmt. Anschließend wurden dieser Person mehrere Leitfragen gestellt, anhand derer identifiziert wurde, ob sie erwerbstätig im Sinne der geplanten Untersuchung ist. Nur dann wurde sie befragt. Charakteristisch für dieses Vorgehen ist eine hohe Genauigkeit bei der Zielpersonenbestimmung und die leichte Handhabbarkeit des Screening-Instruments, denn nur die Zielperson muss die Fragen zur Identifikation des Erwerbsstatus, und zwar nur ihres eigenen, beantworten.
Damit ist gewährleistet, dass auch Tätigkeiten am Rand des Arbeitsmarktes identifiziert werden. Weitere Informationen zur Feldarbeit und zum Screeningverfahren können im Feldbericht nachgelesen werden.
Aufgrund der Befragtenauswahl in zwei Schritten (Haushalt, Zielperson) gibt es zwei Designkomponenten, die die Proportionalität der Abbildung beeinträchtigen:
Ziel war es, im Rahmen der Ausfallgewichtung die Strukturen der Gesamtstichprobe der Bevölkerung ab 15 Jahren in Bezug auf die genannten Merkmale an die Strukturen in der Grundgesamtheit anzupassen und so eine bevölkerungsrepräsentative Gesamtstichprobe zu erhalten. Dieses Gewichtungsmodell hat somit für beide Teilstichproben (die Stichprobe von nach der Definition der Untersuchung erwerbstätigen Personen und die Stichprobe von nicht erwerbstätigen Personen) Gültigkeit.
Das gewählte Modell weist eine hohe Effektivität und eine geringe Streuung der Gewichtungsfaktoren auf. Zudem ist die "Strukturinkongruenz" (Summe der absoluten Abweichungen zwischen Soll- und Stichprobenstruktur nach entsprechender Gewichtung) sehr gering. Die Entwicklung des Gewichtungsmodells und Indikatoren zu dessen Qualität (Effektivität, Streuung der Gewichtungsfaktoren) sind im Methodenbericht nachzulesen.
Die Fehlermarge bei 20.000 Erwerbstätigen und einem 95%-Konfidenzintervall beträgt plus/minus 0,3 bis 0,7 Prozentpunkte.
Strukturvergleiche mit anderen Merkmalen wie Berufliche Stellung, Bundesland Betrieb, Beruf etc. die bei der Entwicklung der Gewichtungsmodelle nicht berücksichtigt wurden, zeigen nur geringe Abweichungen von der Referenzstruktur. Dies verweist auf die Repräsentativität der Stichprobe für die Grundgesamtheit und damit auf die Verallgemeinerbarkeit der Analyseergebnisse.
Neben der Korrektur von Abweichungen der Verteilungen in der Stichprobe von Referenzverteilungen durch faktorielle Gewichtung kann auch über eine Schichtung à priori Einfluss auf die Zusammensetzung der Stichprobe genommen werden. Da in der vorliegenden Untersuchung zu erwarten war, dass Zielpersonen aus unteren Bildungsschichten und Arbeiter eher unterproportional teilnehmen (Erfahrungen mit der BIBB/IAB-Erhebung 1998/99), wurde über ein Screening-Verfahren à priori die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass Arbeiter in die Stichprobe gelangen. Für die Wahl des Merkmals "Stellung im Beruf" und der Merkmalsausprägung "Arbeiter" sprachen eine Reihe von Gründen:
Zunächst wurde die Erhebung von Oktober 2005 bis Anfang Januar 2006 ohne Steuerung durchgeführt. Regelmäßige Strukturkontrollen zeigten allerdings die erwarteten Abweichungen der Verteilung der Stellung im Beruf. Daher wurde ab dem 12. Januar 2006 steuernd eingegriffen (siehe Endbericht).
Durch dieses Verfahren ist es einfach und effizient möglich, die Struktur der Stichprobe bereits so zu optimieren, dass selektive Ausfälle minimiert werden. Dadurch wird die Varianz der Gewichtungsfaktoren reduziert und die Effektivität der Stichprobe wird maximiert. Die Streuung der Gewichtungsfaktoren ist deshalb von besonderer Bedeutung, weil sich mit sinkender Varianz die effektive Stichprobengröße erhöht. Hierbei handelt es sich um die Stichprobengröße n', für die "bei einer uneingeschränkten Zufallsauswahl [...] ein ungewichteter Mittelwert die gleiche Varianz hätte wie der gewichtete Mittelwert bei einer Stichprobe vom Umfang n". Je größer die effektive Stichprobengröße ist, umso enger sind die Vertrauensintervalle für die Stichprobenergebnisse. Das heißt, dass für die Ergebnisse der Untersuchung von einer höheren Genauigkeit ausgegangen werden kann.
Designskizze
Erhebungsinstitut: TNS Infratest Sozialforschung, München
Erhebungszeitraum: 17. Oktober 2005 - 18. März 2006
Erhebung
Feldphase
Letzte Änderung: 05.12.2006