Seite drucken Seite empfehlen Seite vorlesen Pressemitteilung
32/ 2006
Bonn, 07.09.2006
BIBB-Sammelband verschafft Einblicke in Weiterbildungsdschungel
Das Weiterbildungsgeschehen in Deutschland wird in einer Vielzahl von Erhebungen erfasst. Denn übergreifende, systematische amtliche Statistiken als Datenquellen für Analysen von Entwicklungen existieren nicht, der (Weiterbildungs-)Markt ist weitgehend unreguliert. Ein jetzt vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) veröffentlichter Sammelband verschafft einen differenzierten Überblick über die von staatlichen Institutionen getragenen Umfragen und ihre Erhebungsmethoden, die das weitreichende Feld der Weiterbildung besser erschließen und transparent(er) machen.
Die BIBB-Publikation informiert über die öffentlich finanzierten und offen zugänglichen, regelmäßigen Untersuchungen und Datenerhebungen vorzugsweise zur beruflich verwertbaren Weiterbildung. Deren methodische Vorgehensweisen sowie die bisher gewonnenen Erfahrungen und Ergebnisse werden präsentiert, Schnittstellen und Bezüge aufgezeigt und anstehende Weiterentwicklungen vorgestellt. Die einzelnen Beiträge spiegeln das Weiterbildungsgeschehen sowohl aus der Teilnehmer- als auch aus der Anbieter-, Experten- und Betriebssicht.
Berufsbildungspolitik und -praxis können mit dieser Veröffentlichung über vorhandene Instrumentarien und ihre Leistungsfähigkeit Informationen schneller und besser finden, einordnen und bewerten. Sie erhalten darüber hinaus Anregungen sowohl für die nationale Bildungsberichterstattung als auch für Vergleiche mit Datensammlungen und Erhebungen aus anderen Ländern. In zwei Überblicksartikeln wird die Berichterstattung zur Weiterbildung zum einen aus theoretisch-europäischer und zum anderen aus empirischer Sicht beleuchtet.
Kernaussagen des BIBB-Sammelbandes:
- 1997 erreichte die Teilnahme an der allgemeinen und beruflichen Weiterbildung einen Höhepunkt. Sie lag doppelt bis dreimal so hoch wie 1979. Seit 1997 geht die Beteiligungsquote allerdings zurück, obwohl die Bedeutung des lebenslangen Lernens stetig wächst.
- Das Angebot betrieblicher Weiterbildung nimmt zwar mit der Betriebsgröße steil zu, die Intensität jedoch deutlich ab.
- Kosten, Auslastung und Abhängigkeit von externen Vorgaben sind die größten Herausforderungen für Weiterbildungsanbieter. Dies gilt vor allem für Anbieter, die Maßnahmen für Arbeitslose durchführen, da die Bundesagentur für Arbeit (BA) die Förderung dieser Fortbildungen deutlich reduziert hat. Drei von zehn Anbietern sind überwiegend von der BA abhängig.
- Qualität und Nutzen von Weiterbildungsmaßnahmen stehen zunehmend im Fokus. Für die Stiftung Warentest sind sie zentrale Kriterien für ihre Untersuchungen, die detailliert vorgestellt werden.
- Die Spanne der in Erhebungen ermittelten Beteiligungsquoten an Weiterbildungsmaßnahmen reicht von 9 bis 68 Prozent. Analysen der unterschiedlichen Untersuchungsmethoden geben Aufschluss über diese irritierenden Ergebnisse.
- Experten aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung, Gesellschaft und Hochschulen äußern sich im Online-Befragungssystem "Expertenmonitor" optimistisch zur Zukunft der beruflichen Bildung. Sie gehen mehrheitlich davon aus, dass die betriebliche Aus- und Weiterbildung gleichwertig mit den anderen Bildungsgängen Karrierewege in Führungspositionen ermöglicht.
- Strukturanalysen der Datenbank KURS der BA zeigen die quantitativ dominierenden Angebotsbereiche von Weiterbildung und ihre zeitliche Entwicklung. So macht allein die so genannte Anpassungsweiterbildung 95 Prozent aus. Zwei Drittel dieser Kurse werden von privatwirtschaftlichen Bildungseinrichtungen angeboten.
Gisela Feller (Hrsg.):
Weiterbildungsmonitoring ganz öffentlich ![]()
Entwicklungen, Ergebnisse und Instrumente zur Darstellung lebenslangen Lernens.
Bonn, 2006
ISBN 3-7639-1086-7 Bestell-Nr. 110.479 Preis: 17,90 Euro
Vertriebsadresse:
W. Bertelsmann Verlag GmbH & Co. KG
Postfach 10 06 33
33506 Bielefeld
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Inhaltliche Auskünfte im BIBB erteilen:
- Dr. Gisela Feller, Tel.: 0228 / 107-1124, Fax: 0228 / 107-2955, E-Mail: feller@bibb.de
- Hans-Joachim Schade, Tel.: 0228 / 107-1117; Fax: 0228 / 107-2955; E-Mail: schade@bibb.de
Weitere Informationen zum Weiterbildungsmonitoring im Internetangebot des BIBB:




