Die Entwicklung in den einzelnen Zuständigkeitsbereichen
Insbesondere die großen Bereiche Industrie/Handel und Handwerk konnten Steigerungen verzeichnen. Industrie und Handel vermeldeten ein Plus von 20.770 bzw. +6,6 % zusätzlichen Neuabschlüssen, das Handwerk einen Zuwachs von 5.579 bzw. +3,6 %. In Industrie und Handel wurden insgesamt 336.935 Verträge abgeschlossen, im Handwerk 162.604.

Uneinheitlich verlief die Entwicklung in den kleineren Bereichen.
Die Landwirtschaft registrierte bei einem Gesamtumfang von 15.813 Neuabschlüssen rund 1.000 Verträge mehr (+7,0 %) als noch vor einem Jahr. Bei den Freien Berufen verringerte sich dagegen die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge mit einem Minus von 1.507 bzw. 3,5 % recht deutlich und erreichte nur noch 42.110.
Die negative Entwicklung in den Freien Berufen ist insbesondere auf die stark gesunkene Zahl der Neuabschlüsse in den Apotheken, Arzt- und Zahnarztpraxen zurückzuführen.
Die Juristen, Steuerberater und Tierärzte schlossen dagegen ähnlich viele Lehrverträge ab wie im Vorjahr.
In die Berufe des Öffentlichen Dienstes mündeten dieses Jahr 14.307 Ausbildungsplatzbewerber ein, dies waren 136 bzw. 1,0 % mehr als 2005. Die Zahl der Neuabschlüsse in der Hauswirtschaft erhöhte sich um 200 Verträge (4,9 %) und lag in diesem Jahr bei 4.320. Im kleinsten Ausbildungsbereich, der Seeschifffahrt, wurden 289 Lehrverträge gezählt, neun weniger als in 2005. Bei der Interpretation der Ergebnisse nach den verschiedenen Zuständigkeitsbereichen ist zu berücksichtigen, dass die tatsächliche Ausbildungsleistung in einzelnen Bereichen über die hier genannten Zahlen hinausgeht. So bildet der Öffentliche Dienst nicht nur in den Berufen aus, für die er unmittelbar zuständig ist und auf die sich die hier genannte Zahl von rund 14.300 Neuabschlüssen bezieht. Vielmehr bietet er auch viele Ausbildungsplätze in Berufen an, deren Zuständigkeiten bei Industrie/Handel und Handwerk liegen und deren Verträge auch dort registriert werden. Schätzungen gehen davon aus, dass die tatsächliche Ausbildungsleistung des Öffentlichen Dienstes in anerkannten Ausbildungsberufen etwa doppelt so hoch ausfällt wie oben angegeben. Hinzu kommen schließlich noch die Ausbildungsstellen für Beamtenanwärter. Auch für die Freien Berufe gilt, dass sie vielfach in Berufen ausbilden, deren Verträge bei Industrie und Handel gezählt werden.
Hintergrundinformationen zur BIBB-Erhebung zum 30.09.
Berücksichtigt werden alle Ausbildungsverträge, die zwischen dem 01. Oktober des Vorjahres und dem 30. September des laufenden Jahres abgeschlossen wurden. Die Vertragszahlen werden differenziert für Einzelberufe auf der Ebene der Arbeitsagenturbezirke erhoben. Anschlussverträge werden hierbei gesondert erfasst und im Gegensatz zur Berufsbildungsstatistik des Statistischen Bundesamtes (StBA) nicht zu der Gesamtsumme der Neuabschlüsse hinzugerechnet, weil die Anschlussverträge in der Regel eine Ausbildungsdauer von 24 Monaten unterschreiten. 01 Die Meldungen über neu abgeschlossene Ausbildungsverträge werden bis Ende November/Anfang Dezember von den zuständigen Stellen an das BIBB übermittelt - erste Auswertungsergebnisse liegen dann bereits Mitte Dezember vor und finden für den Berufsbildungsbericht der Bundesregierung Verwendung. Die gesetzliche Grundlage für die BIBB-Erhebung ist seit April 2005 § 86 des novellierten Berufsbildungsgesetzes (BBiG).