Neue Qualifikationen - Neue Prüfungen
URN: urn:nbn:de:0035-0327-0
Die industriellen Elektro- und Metallberufe sowie die Ausbildungsberufe im Elektrohandwerk wurden 2003/2004 neu geordnet. Diese Neuordnung war die Antwort auf veränderte betriebliche Anforderungen an die Facharbeit. Stichworte hierfür sind:
- erweiterte Handlungsbefähigung mit eigenverantwortlicher Disposition,
- Prozessorientierung und Qualitätsmanagement,
- komplexere technische Systeme, flächendeckender Einsatz der Informationstechnologie.
Herzstück der neuen Ausbildungsstruktur und ihrer Inhalte ist deshalb eine konsequente Orientierung an den betrieblichen Arbeits- und Geschäftsprozessen.
Die Veränderungen müssen auch in den Prüfungen umgesetzt werden. In den Ausbildungsordnungen
wurden neue Prüfungsstrukturen und Prüfungsformen festgelegt:
- gestreckte Abschlussprüfung,
- komplexe Arbeitsaufgabe,
- ganzheitliche Aufgaben,
- betrieblicher Auftrag und praktische Aufgabe, in denen prozessrelevante Qualifikationen geprüft werden.
Der ZVEI (Zentralverband der Deutschen Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V.) hat im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung eine Umsetzungshilfe für die Prüfungsregelungen der industriellen und handwerklichen Elektroberufe erarbeitet. In der Fachtagung wurde diese Umsetzungshilfe erläutert, die neuen Prüfungsstrukturen und -formen diskutiert sowie Beispiele aus dem Metall- und Elektrobereich vorgestellt.
- Hans Borch
Bundesinstitut für Berufsbildung, Bonn
Eröffnungrede
- Kornelia Haugg
Bundesministerium für Bildung und Forschung, Bonn
Innovationen im Bildungswesen, Stellenwert der Prüfungen
- Manfred Kremer
Präsident des Bundesinstitutes für Berufsbildung, Bonn
Modernisierung des Prüfungswesens - nationale und europäische Anforderungen
Podium
- Gotthard Grass
Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI), Frankfurt am Main
Eingangsstatement
- Dr. Klaus Heimann
IG Metall, Frankfurt am Main
Eingangsstatement
- Sybille von Obernitz
Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK), Berlin
Eingangsstatement
- Lothar Hellmann
Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH), Duisburg
Eingangsstatement
- Dr. Peter Kuklinski
bis 1.10.2006 Kultusministerium des Freistaats Sachsen, Dresden
Eingangsstatement
In der Podiumsdiskussion wurde hinsichtlich der "gestreckten Prüfung" eine Übereinstimmung festgestellt. Niemand will zu der alten Prüfungsorganisation mit der Zwischenprüfung zurückkehren. Unterschiedliche Meinungen gab es allerdings zu der Frage, wie man nach dem 31. Juli verfahren sollte - zu dem Zeitpunkt, an dem die Erprobungsverordnungen, in denen die gestreckte Prüfung geregelt ist, auslaufen. Während sich Herr Dr. Kuklinski, Herr Grass und Herr Dr. Heimann für eine unveränderte Umstellung der Erprobungsverordnung in eine unbefristete Ausbildungsordnung aussprachen, warben Frau von Obernitz und Herr Hellmann für eine Verlängerung der Erprobungsverordnungen, um nach einer Erprobung die Regelungen der Abschlussprüfungen möglicher Weise nochmals zu verändern. Auch zu der Frage der Qualität der bisher bekannt gewordenen Aufgaben entzündete sich ein Meinungsstreit.
Frau von Obernitz kündigte aber an, dass in einem Pretest Vorschläge der Umsetzungshilfe erprobt werden sollen, um so zu einer Optimierung der Prüfungsaufgaben zu kommen. Der Pretest für Teil 1 der Abschlussprüfung soll im März/April 2007 in ausgewählten industriellen Metall- und Elektroberufen erfolgen.
Fachvorträge
- Prof. Dr. Felix Rauner
Universität Bremen
Konzept einer prozessorientierten Berufsbildung
- Johannes Koch
Friedrichsdorfer Büro für Bildungsplanung, Berlin
Umsetzung der Prozessorientierung und des Qualitätsmanagements in der Berufsausbildung
- Prof. Dr. Klaus Breuer, Universität Mainz / Karlheinz Müller, ZVEI, Frankfurt am Main
Umsetzungshilfe für die Abschlussprüfungen der neuen industriellen und handwerklichen Elektroberufe
Workshop 1: Komplexe Arbeitsaufgabe Elektroberufe
- Wilfried Pabst
AUDI AG, Neckarsulm
Präsentation (2,2 MB)
Workshop 2: Komplexe Arbeitsaufgabe Metallberufe
- Hans Georg Bachmann
Volkswagen Coaching GmbH, Wolfsburg
Präsentation (3,2 MB)
Workshop 3: Betrieblicher Auftrag Elektroberufe
- Roland Becker
Siemens AG SPE, Karlsruhe
Präsentation (3,2 MB)
Anlage
Workshop 4: Kundenauftrag im Elektrohandwerk
- Oswald Hammer
ZVEH, Hamburg
Präsentation
Workshop 5: Betrieblicher Auftrag Metallberufe
- Peter Brans
RAG, Essen
Präsentation
Anlagen
- Joachim Schröder
BASF AG, Ludwigshafen
Präsentation (4,0 MB)
Workshop 6: Praktische Aufgabe
- Jörg Weiß
Vattenfall, Boxberg
Präsentation (5,0 MB)
- Erich Tigelmann
MAN Nutzfahrzeuge AG, Nürnberg
Präsentation (5,0 MB)

Workshop 7: Konzeption ganzheitlicher Aufgaben (Ziele, Inhalte, Strukturen)
- Rolf Katzenmeyer
Berufsschule Dillenburg
Präsentation
- Karl-Georg Schmid
Berufsschule Böblingen
Präsentation folgt

Abschlussplenum
- Rolf Katzenmeyer
Berufsschule Dillenburg - Karl-Georg Schmid
Berufsschule Böblingen - Armin Gerbeth
IHK Fulda - Paul Fischer
BASF Ludwigshafen - Martin Häckel
Häckel Elektrotechnik, Ulm - Irmgard Frank
Bundesinstitut für Berufsbildung, Bonn
- Peter Drach
Dörries Scharmann Technologie
Statement und Präsentation
Moderation
- Arno Leskien
BMBF
In der abschließenden Podiumsdiskussion wurde ein breites Spektrum an Themen aufgegriffen. Auch in dieser Podiumsdiskussion stellte niemand die "Gestreckte Prüfung" in Frage. Herr Fischer und Herr Drach betonten ihre guten Erfahrungen mit dem betrieblichen Auftrag.
Auch die BASF führt an verfahrenstechnischen Anlagen ohne Probleme betriebliche Aufträge durch. In der Verbundausbildung der BASF wird auch für alle Auszubildenden der betriebliche Auftrag angestrebt - hier müssen aber jeweils die Verbundpartner überzeugt werden, weil diese den betrieblichen Auftrag zur Verfügung stellen müssen.
Viele sind noch verunsichert, was die Prüfung der "prozessrelevanten Qualifikationen" betrifft. Herr Drach stellt deshalb sein Konzept einer "praktischen Aufgabe" vor. Herr Häckel berichtete von den guten Erfahrungen mit den bisher gelaufenen Abschlussprüfungen
Teil 1 im Handwerk. Diese Aufgaben sind aus ganzheitlichen Kundenaufträgen abgeleitet und werden ganzheitlich in der Prüfung bearbeitet - es werden keine mehr oder weniger isolierte "Kenntnisfragen" gestellt. Des Weiteren berichtet er von dem gut funktionierenden System der Aufgabenerstellung im Land Baden-Württemberg, in dem die Prüfungsaufgaben von den Berufsschulen erstellt werden.
Resümee: Ergebnisse der Fachtagung
- Irmgard Frank
Bundesinstitut für Berufsbildung, Bonn
Beitrag folgt




