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Arbeitskreise

2. Tag (09:00 - 18:00 Uhr)

2.1: Ermittlung des Qualifikationsbedarfs und deren Relevanz für die Ordnungsarbeit
2.2: Neue Technologien und Organisationsmodelle als Impulsgeber für Berufe
2.3: Strukturentwicklung in der Berufsausbildung
    2.4: Zukunft der Fortbildungsberufe - Durchlässigkeit und Gleichwertigkeit - findet nicht statt!
2.5: Konsequenzen europäischer Bildungspolitik in der Ordnungsarbeit
2.6: Prozessorientierung in Ausbildung und Prüfung
2.7: Fortbildungsberufe für das Bildungspersonal

2.1 Ermittlung des Qualifikationsbedarfs und dessen Relevanz für die Ordnungsarbeit

Donnerstag, 13.09.2007


    

Die am Konsensprinzip orientierte Gestaltung von Aus- und Fortbildungsberufen zählt zu den Kernaufgaben der Abteilung "Ordnung der Berufsbildung" des Bundesinstituts für Berufsbildung. Im Interesse der Qualitätssicherung sowie auch Nachfragorientierung in der Berufsbildung ist es notwendig und sinnvoll, dass möglichst umfassende wissenschaftliche Erkenntnisse über veränderte Qualifikationsanforderungen in den Prozess der Neuordnung und Modernisierung von Berufsbildern einfließen. Die Notwendigkeit dieses Erkenntnisgewinns ergibt sich aufgrund des ständigen Wandels in Wirtschaft, Gesellschaft und Technologie. Insbesondere die zunehmende Verbreitung der Informationstechnik sowie die vielschichtigen organisatorischen Veränderungen in den Betrieben bedingen permanente Veränderungen in fast allen Berufs- und Tätigkeitsbereichen.Ziel des Arbeitskreises ist es, die Bedeutung, die die Qualifikationsforschung im Rahmen der Neuordnungsprozesse von Aus- und Weiterbildungsberufen hat, entsprechend zu würdigen. Nach der Präsentation und Diskussion verschiedener methodischer Ansätze werden praktizierte und möglicherweise geplante Organisationsformen zur systematischen Erfassung und Bewertung der wissenschaftlichen Erkenntnisse im Vorfeld von Ordnungsaktivitäten vorgestellt. Breiten Raum nimmt im Anschluss daran die Darstellung aktueller Projekte aus dem Bereich der Qualifikationsbedarfs- und -entwicklungsforschung ein, die nicht nur vom BIBB, sondern auch von anderen Forschungseinrichtungen und in Universitäten durchgeführt werden. Diese Beispiele betreffen sowohl kaufmännisch-dienstleistende als auch gewerblich-technischen Berufe.In einer eher (fach-)politisch besetzten Podiumsrunde kommen zum Schluss die "Nutzer" bzw. Adressaten dieser wissenschaftlichen Erkenntnisse zu Wort, die - wie z.B. die Vertreter und Vertreterinnen der Bundesregierung oder der Sozialparteien - in den entsprechenden Entscheidungs- oder Beratungsgremien über die Umsetzung und Anwendung dieser Forschungsergebnisse in die praktische Ordnungsarbeit entscheiden. Dabei wird kritisch hinterfragt, warum die Qualifikationsforschung häufig nicht die herausragende Bedeutung im Vorfeld von Neuordnungen und Modernisierungen erlangt, wie ihr dies von der sachlichen Notwendigkeit her eigentlich zustehen müsste, und welche Gründe hierfür maßgeblich sind.


Programm

09:00

  • Einführung
    Forschung im Umfeld der Ordnung der beruflichen Bildung - Das Forschungsselbstverständnis der Ordnungsabteilung des BIBB

    Dr. Jorg-Günther Grunwald, BIBB, Bonn

    • Die Bedeutung der Qualifikationsforschung für die Neuordnung von Ausbildungsberufen

09:15

  • Qualifikationsentwicklungsforschung - Ziele, Instrumente und Ergebnisse
    Dr. Peter Bott, BIBB, Bonn

    Modellversuche - Experimentierfelder vor der Ordnung
    Dr. Egon Meerten, BIBB, Bonn

    Berufswissenschaftliche Qualifikationsforschung als Grundlage einer innovativen Curriculumentwicklung
    Prof. Dr. Matthias Becker, Berufsbildungsinstitut Arbeit und Technik (biat), Universität Flensburg

11:00 Kaffeepause

  • Organisationsformen zur Erfassung des Erkenntnisgewinns im Vorfeld von Ordnungsaktivitäten

11:15

  • Berufsfachgruppen - Bindeglieder zwischen Früherkennung, Entwicklung und Umsetzung berufsbildungspolitischer Maßnahmen: Das Beispiel "Expertenteam Versicherungswirtschaft"
    Henrik Schwarz, BIBB, Bonn

    Sektorale Berufsbildungszirkel - Ein neuer Vorschlag zur verbesserten Bewertung von Qualifikationsbedarf?!
    Prof. Dr. Günter Pätzold, Universität Dortmund

12:30 Mittagspause

  • Konkrete Beispiele berufs- und wirtschaftspädagogischer Qualifikationsentwicklungsforschung (I)

13:30

  • Tätigkeiten und berufliche Anforderungen in kaufmännischen Berufen - Ergebnisse der BIBB / BAU-Erwerbstätigenbefragung 2006
    Anja Hall, BIBB, Bonn 

    Ermittlung des Qualifikationsbedarfs im Vorfeld einer möglichen Neuordnung - Das Beispiel "Physiklaborant/in"
    Magret Reymers, BIBB, Bonn

    Segmentierung von Anforderungsniveaus - Das Erkenntnispotenzial von Qualifikationsentwicklungsforschung am Beispiel elektrotechnischer Tätigkeiten in der Metall- und Elektroindustrie
    Dr. Lutz Galiläer, Forschungsinstitut betriebliche Bildung (f-bb), Nürnberg

    "Handwerkliches Können bleibt für die Hochtechnologie unverzichtbar" - Ergebnisse der Qualifikationsforschung am Beispiel fertigungstechnischer Facharbeit in der Automobilherstellung
    Dr. Bernd Haasler, Institut Technik und Bildung (ITB), Universität Bremen

15:30 Kaffeepause

  • Konkrete Beispiele berufs- und wirtschaftspädagogischer Qualifikationsentwicklungsforschung (II)

15:45

  • Qualifikationsbedarf in der Fort- und Weiterbildung: Das Beispiel der Bauwirtschaft
    Prof. Dr. Gerhard Syben, Hochschule Bremen

16:30

  • Podiumsdiskussion
    Bedarfsermittlung im Spannungsfeld politischer Interessen - Sichtweise der Nutzer und Adressaten von  Ergebnissen der Qualifikationsentwicklungsforschung

    Vertreter Bundesressorts
    Arno Leskien, BMBF, Bonn
    Johanna Bittner-Kelber, BMWi, Bonn

    Vertreter Sozialparteien
    Helmut Flöttmann, Miele & Cie. KG, Gütersloh
    Wolfgang Oppel, DGB-Bundesvorstand, Berlin

    Vertreter Wissenschaft
    Prof. Dr. Gerhard Syben, Hochschule Bremen
    Prof. Dr. Günter Pätzold, Universität Dortmund

    Moderation: Prof. Dr. Reinhold Weiß, BIBB, Bonn

   Leitung: Dr. Jorg-Günther Grunwald, BIBB, Bonn 

2.2 Neue Technologien und Organisationsmodelle als Impulsgeber für Berufe

Donnerstag, 13.09.2007

 

    

Neue Technologien, veränderte Unternehmensstrukturen und Arbeitsorganisationen sowie Professionalisierungstendenzen erweitern, reduzieren oder verlagern berufliche Inhalte und Tätigkeiten.
Zur Zukunftssicherung des Berufesystems entsteht dadurch die Notwendigkeit der Anpassung und Modernisierung der Berufe und der Entwicklung neuer Berufe. Mehr und mehr lassen sich aber auch komplexe Wechselbeziehungen von "hybriden" Qualifikations-anforderungen in den Berufen identifizieren.
Nach einem einleitenden Referat, das den Rahmen aktueller Veränderungsprozesse und Qualifikationsanforderungen aufzeigt, soll in diesem Arbeitskreis im weiteren Verlauf an konkreten Beispielen die unterschiedliche inhaltliche Dimension dieser Entwicklungen verdeutlicht werden und es sollen Anforderungen an die inhaltliche Ausgestaltung der Berufe identifiziert und diskutiert werden.
Die Call-Center Branche bietet hier ein Beispiel, wie veränderte Arbeitsorganisation in Verbindung mit der Nutzung neuester Technologien zu veränderten beruflichen Anforderungen und letztendlich zu neuen Berufen führte.
In der Logistik und in der Sportbranche zeigen sich unterschiedliche Professionalisierungstendenzen, die in die Berufe einfließen oder neue Berufe, möglicherweise auch neue Berufsstrukturen entstehen lassen.
In der Bankenbranche führen veränderte Unternehmens- und Arbeitsorganisationen zu veränderten Qualifikationsanforderungen der Bankkaufleute. Die Vertriebsorientierung ist dabei eine zentrale Kategorie, wobei Vertrieb nicht nur mit Verkaufen gleichzusetzen ist.
Das Verhältnis von fachlichen Kompetenzen zu Schlüsselkompetenzen und deren Ausgestaltung als beruflicher Inhalt stehen hier zur Diskussion.
Für die Berufe der Medienbranche (Content), der Bau- und Immobilienbranche (gewerkeübergreifende Kompetenzen z.B. im Gebäudemanagement / Energiecontracting / das "intelligente" Haus etc.) und des Automobil- Maschinen- und Anlagenbaus (Virtual Reality - die digitale Fabrik - Planung, Animation, Visualisierung - Virtuelles Lernen?) sollen aktuelle Entwicklungen und konkrete betriebliche Projekte die Breite der Vernetzung von Dienstleistungs- und Produktionsarbeit aufzeigen und die Dimension der beruflichen Anforderung im Spannungsfeld virtueller und konkreter Handlung verdeutlichen.


Programm

09:00

  • Wandel der Arbeitswelt - Innovationen in den Berufen
    Prof. Dr. Gerhard Bosch, Institut Arbeit und Qualifikation im Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Universität Duisburg-Essen

10:15 Kaffeepause

  • Verschiedene Beispiele beruflicher Innovationen

10:30

  • Beispiel 1:
    Neue Branchen - Neue Berufe:
    Kommunizieren, korrespondieren, protokollieren:
    Servicearbeit als Beruf im Call-Center

    Dr. Edelgard Kutzner, Sozialforschungsstelle Dortmund, ZWE Universität Dortmund

11:00 

  • Beispiel 2:
    Professionalisierungsprozesse:
    Logistik auf dem Weg zur Professionalisierung
    Dr. Karin Bockelmann, Logistik Plus GmbH, Bad Zwischenahn
     

    Sport als Profession
    Bettina Trappmann-Webers, BIBB, Bonn

12:15 

  • Beispiel 3:
    Neue Inhalte beruflicher Qualifikationen:
    Content-Erstellung in der Medienwirtschaft

    Dr. Lutz P. Michel und Julia Flasdick, MMB - Institut für Medien- und Kompetenzforschung, Essen

13:00 Mittagspause

14:00 

  • Beispiel 4:
    Neue berufliche Schwerpunkte:

    Die Bankkaufleute als Vertriebler
    Dr. Thomas Haipeter, Institut Arbeit und Qualifikation im Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Universität Duisburg-Essen

14:45 

  • Beispiel 5:
    Vernetzung von Dienstleistungs- und Produktionsarbeit:
    Energiecontracting
    Karsten Appold, Stadtwerke Hannover AG, Entercity

15:30 

  • Beispiel 6:
    Neue Technologien:
    Virtual Reality
    Prof. Dr. Jürgen Roßmann, Dortmunder Initiative zur rechnerintegrierten Fertigung e.V. (RIF e.V.), Dortmund

16:15 Kaffeepause

16:45 

  • Abschlussdiskussion

   Moderation: Marlies Dorsch-Schweizer und Petra Westpfahl, BIBB, Bonn
   

 

 

2.3 Strukturentwicklung in der Berufsausbildung

Donnerstag, 13.09.2007

Die Rahmenbedingungen für die Ordnung von Berufsbildung ändern sich tief greifend. Informationstechnologien, Globalisierung und Konkurrenzdruck führen dazu, dass Unternehmen ihre Strukturen, Dienstleistungen, Produkte und Produktionsprozesse ständig dem sich wandelnden Umfeld anpassen. Ordnungspolitisch ist in der Vergangenheit der Weg einer immer weiter gehenden branchenspezifischen Ausgestaltung des Berufskonzeptes gegangen worden. Deutlich werden jedoch die Grenzen der zu gewährleistenden Berufsmobilität, aber auch der Praktikabilität eines solchen Ansatzes deutlich, da sich beispielsweise die Beschulung der Auszubildenden zunehmend erschwert. Am Beispiel der kaufmännisch-betriebswirtschaftlichen Dienstleistungsberufe soll daher im Arbeitskreis innegehalten und versucht werden, die Möglichkeiten eines Leitbildes für die kaufmännische Berufsbildung aufzuzeigen, um davon ausgehend künftig Kernqualifikationen und integrierende Ansätze für die kaufmännische Berufsbildung zu identifizieren. Dabei soll ein Vergleich mit dem auch dualgeprägten Berufsbildungssystem Österreichs und der Schweiz ermöglicht werden. Anhand der für die kaufmännische Berufsbildung zentralen Büroberufe, die als Querschnittsberufe in allen Branchen heute schon Einsatz finden, soll die Möglichkeiten einer flexiblen und offenen Gestaltung von Berufsbildern vorgestellt werden, um den unterschiedlichen Branchenanforderungen zu genügen und die Tendenz zu weiteren Splitter- und Branchenberufen zu begrenzen. Die neuen Dienstleistungsberufe im Einzelhandel suchen über ein integratives System zwischen zwei- und dreijähriger Ausbildung eine verbesserte Durchlässigkeit zu erreichen und unterstützen den Prozess durch selbstgesteuertes Lernen mit Hilfe von multimedialen Medien. Im Anschluss an die Präsentationen besteht die Möglichkeit das jeweilige Thema durch Diskussionen weiter zu vertiefen.


Programm

09:00
  • Einführung: Ziele und Struktur des Arbeitskreises
    Martin Elsner, BIBB, Bonn

09:10

  • Leitbild für eine kaufmännische Berufsbildung im Rahmen der sich wandelnden Wirtschaft und Gesellschaft
    Rainer Brötz, BIBB, Bonn
    Dr. Michael Ehrke, IG-Metall, Frankfurt/Main

09:50

  • Kaufmännische Berufe zwischen Allrounder und Zersplitterung - der Schweizer Weg
    Prof. Michèle Rosenheck, Kaufmännischer Verband Schweiz, Zürich

10:35

  • Modularisierung der österreichischen Lehrberufe
    Sabine Archan, ibw - Österreichisches Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft, Wien

11:10 Kaffeepause

11:25

  • Quo Vadis Büroberufe? - integrative Konzepte für künftige Entwicklungen?
    Martin Elsner, BIBB, Bonn
    Thomas Ressel, IG-Metall, Frankfurt/Main
    Uta Kupfer, ver.di, Berlin
    Dr. Hella Lüth, DIHK, Berlin 
    Dagmar Ludzay, Kuratorium der Deutschen Wirtschaft für Berufsbildung, Bonn

13:00 Mittagspause

14:00

  • Einzelhandel: Zwei Berufe - ein integratives Modell
    Hannelore Paulini-Schlottau, BIBB, Bonn 

15:00

  • Was Ausbildungsnovizen im Einzelhandel können sollen, aber nicht wissen können - Forschungsbefunde zur Kompetenzentwicklung von Verkäufer/-innen
    Prof. Dr. Günter Kutscha, Universität Duisburg-Essen, Institut für Berufs- und Weiterbildung

16:00 Kaffeepause

  • Neuordnung der Personaldienstleistungskaufleute

16:15

  • Die Zeitarbeit und andere Personaldienstleistungen -
    Ein Branchenportrait

    Mirco Melega, Personal Depot GmbH, Frankfurt/Main

    Berufsstruktur und Innovationen
    Dr. Franz Schapfel-Kaiser, BIBB, Bonn

    Neue Strukturen in Abschlussprüfungen am Beispiel der Personaldienstleistungskaufleute
    Gunther Steffens, ver.di, Berlin

   Leitung: Martin Elsner, BIBB, Bonn 

2.5 Konsequenzen europäischer Bildungspolitik in der Ordnungsarbeit

Donnerstag, 13.09.2007

 

Transparenz und Vergleichbarkeit von Kompetenzen und Qualifikationsanforderungen auf der Basis gemeinsamer Standards sind der Schlüssel für die Schaffung eines gemeinsamen Bildungsraumes in Europa. Wichtige Wegmarken auf dem Weg dorthin sind bereits passiert. Die Entwicklung des europäischen Qualifikationsrahmens und die damit verbundene Entwicklung oder Anpassung nationaler Qualifikationsrahmen und Standards sowie die Einführung eines Leistungspunktesystems auch für die berufliche Bildung soll die transnationale Anschlussfähigkeit national erworbener Qualifikationen sicherstellen.

Welche Konsequenzen haben die auf europäischer Ebene eingeleiteten berufsbildungspolitischen Maßnahmen für die deutsche Berufsbildung?

Die Internationalisierung der Berufsbildung äußert sich in Deutschland anhand zahlreicher Debatten und Projekte, die mittelbar oder unmittelbar Bezug nehmen auf den europäischen Entwicklungsprozess. Zu nennen sind hier beispielsweise die Entwicklung eines nationalen Qualifikationsrahmens, die Entwicklung transnationaler Kompetenzstandards und Berufsprofile, die grenzüberschreitende Ausbildung oder die Modularisierung und Flexibilisierung von Ausbildungsgängen in Form von Fachrichtungen, Wahlbausteinen, Qualifizierungsbausteinen oder Zusatzqualifikationen.

Innerhalb dieses Arbeitskreises erfolgt die Bearbeitung dieser Fragestellungen innerhalb von Themenblöcken, denen eine einführende Expertise vorangestellt ist, die den aktuellen Diskussionstand wiedergibt und die berufsbildungspolitischen Optionen erläutert.
Nach den sich anschließenden Präsentationen von Projektbeispielen aus der Berufsbildungspraxis, die die derzeitigen Entwicklungsprozesse veranschaulichen, besteht ausreichend Gelegenheit, das jeweilige Thema in einer Diskussion weiter zu vertiefen.

Ist die deutsche Berufsbildung fit für Europa?

Abgerundet wird der Arbeitskreis durch ein Round-Table-Gespräch von Vertretern der Berufsbildungspolitik, die anhand der in den Themenblöcken diskutierten Fragestellungen Positionen beziehen werden zu den Konsequenzen europäischer Bildungspolitik.


Programm

  • Europäische Kompetenzstandards und Berufsprofile -
    Herausforderungen für die Ordnung der Ausbildung

09:00

  • Einführung in das Thema
    Karin Küßner, BMBF, Bonn

    Entwicklung europäischer Kompetenzstandards - Erfahrungen aus dem Projekt der Volkswagen Coaching "EuroB"
    Prof. Dr. Ute Clement, Institut für Berufsbildung an der Universität Kassel

    Transparenz und Durchlässigkeit in Europa - Konsequenzen für die Struktur und Ordnung von Ausbildungsberufen
    Henrik Schwarz, BIBB, Bonn

    Moderation: Erik Heß, Nationale Agentur beim BIBB, Bonn

11:00 Kaffeepause

  • Internationale Kompetenzen in der Ausbildung

11:30

  • Einführung in das Thema
    Hannelore Paulini-Schlottau, BIBB, Bonn

    LEONARDO-Projekt connect in trade
    Christiane Wauschkuhn, Rudolf-Rempel-Berufskolleg, Bielefeld

    LEONARDO-Projekt BeQuaWe:
    Qualifizierung für den Wertschöpfungsprozess des Handels
    Angelika Riedel, Berufskolleg an der Lindenstraße, Köln
    Peter Zeller, Berufskolleg an der Lindenstraße, Köln

    Moderation: Ulrike Schröder, Nationale Agentur beim BIBB, Bonn

13:00 Mittagspause

  • ECVET und modulare Ausbildungsstrukturen

14:00

  • Einführung in das Thema
    Erik Heß, Nationale Agentur beim BIBB, Bonn
     
    Akkumulation von Lerneinheiten und berufliche Handlungsfähigkeit:
    Anforderungen an ein modernes Berufskonzept 

    Prof. Dr. Georg Spöttl, Institut Technik und Bildung an der
    Universität Bremen Bremen

    Moderation: Henrik Schwarz, BIBB, Bonn

15:15 Kaffeepause

  • Grenzüberschreitende (Verbund-)Ausbildung

15:30

  • Einführung in das Thema
    Dr. Christiane Eberhardt, JOBSTARTER beim BIBB, Bonn
    Dr. Monique Nijsten, Nationale Agentur beim BIBB, Bonn
    Rainer Körösi, Dresdner Verkerhsbetriebe AG
    Sigried Boldajipour, Bremen

    Moderation: Berthold Hübers, Nationale Agentur beim BIBB, Bonn

16:45 Kaffeepause

17:00

  • Round-Table-Gespräch
    "Fit für Europa - Konzepte auf dem Prüfstand"
     
    Irmgard Frank, BIBB, Bonn
    Peter Thiele, BMBF, Bonn
    Dr. Barbara Dorn, BDA, Berlin
    Dr. Michael Ehrke, IG-Metall, Frankfurt
    Dr. Peter Littig, DEKRA Akademie GmbH, Stuttgart

    Moderation: Erik Heß, Nationale Agentur beim BIBB, Bonn

   Leitung: Henrik Schwarz, BIBB, Bonn; Erik Heß, Nationale Agentur beim BIBB, Bonn

2.6 Prozessorientierung in Ausbildung und Prüfung

Donnerstag, 13.09.2007

 

Seit Beginn der 90er Jahre gilt Prozessorientierung als Maxime der Arbeitsorganisation und Unternehmensgestaltung. Die Unternehmen setzen sich - ausgehend von ihren spezifischen Geschäfts- und Arbeitsprozessen - verstärkt mit Maßnahmen der Prozessmodellierung und einem optimierten Prozessmanagement auseinander, um nachhaltige Verbesserungen ihrer Kostenstruktur und Prozessqualität zu erreichen. Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Unternehmen werden dadurch erweiterte Partizipations- und Gestaltungsspielräume eröffnet, ihnen kommt eine Schlüsselrolle bei der Optimierung des gesamten Produktionsprozesses zu.
Mit der Neuordnung der Metall- und Elektroberufe 2003 und 2004 taucht der prozessorientierte Ansatz auch explizit in Ausbildungsordnungen auf. Prozessorientierte Prüfungsmethoden stellen dabei eine vollständige berufliche Handlung in den Kontext der ihr vor- und nachgelagerten betrieblichen Abläufe und Bereiche. Die Ausbildungsordnung gibt dabei eher allgemein beschriebene Aufgaben vor, die Konkretisierung der Inhalte muss von den Betrieben selbst vorgenommen werden. Damit wird die Anpassung der Ausbildung an die betrieblichen Anforderungen und den schnellen technischen und organisatorischen Wandel erleichtert.
Im Arbeitskreis wird anhand von konkreten Beispielen aus unterschiedlichen Branchen aufgezeigt, welche Auswirkungen die Prozessorientierung auf Berufsausbildung und Prüfung im Dualen System hat und welche Konzepte hierzu vorliegen. Die Ausrichtung der Ausbildung an Geschäfts- und Arbeitsprozessen wirkt sich auch auf die Auswahl geeigneter Prüfungsmethoden in Ordnungsverfahren und die Gestaltung von Prüfungen aus. Seit 2002 wurde das Modell der Gestreckten Abschlussprüfung in 26 Berufen eingeführt und erprobt und damit ein Schritt zu einer stärker am Prozess der Kompetenzentwicklung orientierten Prüfungskonzeption vollzogen. Im Rahmen einer Evaluation begleitet das Bundesinstitut für Berufsbildung den Einführungs- und Implementationsprozess in den unterschiedlichen Branchen. Im Arbeitskreis werden die ersten Ergebnisse der Evaluation der handwerklichen Metallberufe, der Produktions- und Laborberufe der Chemischen Industrie sowie der fahrzeugtechnischen Berufe vorgestellt und branchenübergreifende Schlüsse gezogen.
Das Ziel der Berufsausbildung ist der Erwerb beruflicher Handlungsfähigkeit. Um diese differenziert und aussagekräftig erfassen zu können, bedarf es kompetenzorientierter Prüfungsmethoden und Bewertungsverfahren. Im Rahmen des Arbeitskreises wird auf die Entwicklung von Kompetenzstandards in der Berufsbildung eingegangen und Indikatoren der ganzheitlichen Leistungsmessung beruflicher Handlungskompetenz in Produktionsprozessen vorgestellt.


Programm

  • Prozessorientierte Ausbildung

09:00 

  • Best-Practice-Beispiele zur Gestaltung einer prozessorientierten Ausbildung im gewerblich-technischen Bereich - "Reale Aufträge" auch in Lernortkooperation und Ausbildungsverbund
    Hans-Josef Moor, SGL CARBON GmbH, Bonn
    Joachim Schröder, BASF AG, Ludwigshafen
    Petra Westpfahl, BIBB, Bonn
  • Prüfungsstruktur 

10:45

  • Ergebnisse der Evaluation der Gestreckten Abschlussprüfung (GAP)
    Bärbel Bertram, BIBB, Bonn
    Magret Reymers, BIBB, Bonn
    Andreas Stöhr, BIBB, Bonn
  • Prüfungsmethoden

12:15

  • Entwicklung und Beurteilung handlungsorientierter Prüfungsaufgaben
    Dr. Michael Behling, Behling Consult, Halle
    Rainer Brötz, BIBB, Bonn

13:00 Mittagspause

  • Fortsetzung Prüfungsmethoden

14:00

  • Ist die betriebliche Prüfung eine Alternative?
    Hans-Georg Bachmann, Volkswagen Coaching GmbH, Wolfsburg
    Bärbel Scholz, Berufliches Schulzentrum der Stadt Leipzig
    Petra Westpfahl, BIBB, Bonn

15:30 Kaffeepause

  • Kompetenzstandards und -diagnostik

16:00

  • Kompetenzstandards und -diagnose in der beruflichen Bildung
    Barbara Lorig, BIBB, Bonn
    Daniel Schreiber, BIBB, Bonn

    Indikatoren der ganzheitlichen Leistungsmessung beruflicher Handlungskompetenz in Produktionsprozessen
    Dr. Thomas Scheib, Institut Technik und Bildung an der Universität Bremen

17:15

  • Podiumsdiskussion
    Zukunft der Prüfungen

    Hans-Georg Bachmann, Volkswagen Coaching GmbH, Wolfsburg
    Dr. Michael Behling, Behling Consult, Halle
    Hans-Josef Moor, SGL CARBON GmbH, Bonn
    Dr. Thomas Scheib, ITB, Bremen
    Andreas Stöhr, BIBB, Bonn

    Moderation: Barbara Lorig und Daniel Schreiber, BIBB, Bonn

   Leitung: Barbara Lorig, Daniel Schreiber und Petra Westpfahl, BIBB, Bonn

2.7 Fortbildungsberufe für das Bildungspersonal

Donnerstag, 13.09.2007

  

Die betrieblichen Bildungsdienstleistungen kommen verstärkt ins Visier der Bildungspolitik. Heute wird anerkannt, dass ihre Professionalisierung vorangetrieben werden muss. Wer sich die heutige Dienstleistungslandschaft vergegenwärtigt, entdeckt ein diversifiziertes Dienstleistungsfeld in der Berufsausbildung, in der Weiterbildung und in der Personalentwicklung. In den letzten Jahren gibt es eine Reihe von Initiativen, die eine berufspädagogische Professionalisierung derjenigen im Feld Tätigen anstreben, die nicht studieren wollen oder können. Gleichzeitig steht das berufspädagogische Studienangebot an Hochschulen immer mehr unter Druck.Berufspädagogisch qualifizierter Nachwuchs an beruflichen Schulen ist nicht mehr gesichert. Auch der wachsende Bereich selbstständiger Trainer verlangt mehr Professionalisierung. Berufliche Entwicklungspfade in die Aus- und Weiterbildungsdienstleistungen müssen mit Blick auf Nachwuchssicherung, berufliche Entwicklungschancen und Durchlässigkeit neu angedacht werden.Ziel des Arbeitskreises ist, die Situation und deren Herausforderungen zu erörtern und Bedarfe für weitere Entwicklungen zur Professionalisierung einer für die deutsche Wirtschaft immer wichtiger werdenden Dienstleistungsbranche zu markieren.


Programm

09:00

  • Einführung
    Heinrich Tillmann, Tillmann Innovationsberatung, Berlin
  • Themenblock: Die betrieblichen Bildungsdienstleistungen und Qualifikationsbedarfe

09:15

  • Die betrieblichen Bildungsdienstleistungen als Zukunftsbranche
    Dr. Ulrich Blötz, BIBB, Bonn

09:30

  • Qualifikationsbedarfe in den betrieblichen Bildungsdienstleistungen aus der Sicht eines Bildungsträgers für KMU
    Herbert Michel, Schweriner Ausbildungszentrum

10:00

  • Qualifikationsbedarfe für Lehrer an beruflichen Schulen
    Wolfgang Herbst, Berufsverband der Lehrerinnen und Lehrer an beruflichen Schulen e.V., Berlin

10:30 Kaffeepause

11:00

  • Qualifikationsbedarfe aus der Sicht des Bundesverbandes Deutscher Trainer
    Renate Richter, Präsidentin des Europäischer Weiterbildungsverband ETDF, Bergisch Gladbach

11:30

  • Diskussion

    Gemeinsamkeiten und Diversifizierung der Qualifikationsbedarfe

    Unterscheidung von Zielgruppen für Qualifikationskonzepte

    Anforderungen an berufliche Entwicklungspfade in betriebliche Bildungs-DL


  • Themenblock: Professionalisierungsstrategien für betriebliche Bildungsdienstleistungen

12:15

  • Qualifikationsangebot nach BBiG: Berufspädagoge/-in
    Dr. Gordon Schenk, DIHK, Berlin
    Dr. Michael Ehrke, IG Metall, Frankfurt/Main

13:00 Mittagspause

14:00

  • Qualifikationsstrategie für betriebliche Bildungsdienstleistungen in Bayern
    Prof. Dr. Michael Brater, Gesellschaft für Ausbildungsforschung und
    Berufsentwicklung, München

14:30

  • Evaluation des Angebots Berufspädagoge/-in:
    bisherige Erfahrungen
    Dr. Nese Sevsay-Tegethoff, Universität Augsburg
    Dr. Henriette Brandt, Schweriner Ausbildungszentrum

15:15

  • Diskussion
    Bedarf für die weitere Ausgestaltung der Angebote

15:30

  • Zertifizierungssysteme für Weiterbildner in Deutschland
    Michael Steig, DVWO e.V., Dieckholzen

16:00 Kaffeepause

16:30

  • Gemeinsame Qualifikationskonzepte von Berufsbildung und Hochschule?
    Prof. Dr. Friedhelm Eicker, Universität Rostock
    Bruno Reibstein, Haus der Wirtschaft Stralsund GmbH, Stralsund

17:15

  • Ausblick - Diskussion
    Wege zur Stärkung der Zukunftsbranche betriebliche Bildungsdienstleistungen

    Moderation: Heinrich Tillmann, Tillmann Innovationsberatung, Berlin

   Leitung: Dr. Ulrich Blötz, BIBB, Bonn 

Letzte Änderung: 02.04.2007


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