1.5 Flexibilität und Gestaltungsoffenheit - Gegenstände eines Modellversuchsprogramms
Donnerstag, 13.09.2007
Der AK ist zielorientiert auf den Innovationstransfer und die Nachhaltigkeit laufender Modellversuche aus dem gemeinsamen Modellversuchsprogramm "Flexibilitätsspielräume für die Aus- und Weiterbil-dung" ("Flexibilität") und benachbarter Forschungs- und Entwicklungsinitiativen ausgerichtet. Kern der Arbeit ist die Differenzierung und Flexibilisierung der Berufsausbildung auf der Basis des Berufsprinzips. Vor allem die gestaltbaren Flexibilitätsspielräume neuer Ausbildungsordnungen bieten den Betrieben die Chance, den Veränderungsprozessen durch eine adäquate Ausbildung Rechnung zu tragen. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen, in denen immerhin 80% unserer Auszubildenden ausgebildet werden, verfügen häufig über kein eigenes Ausbildungsmanagement und müssen in
ihrem hohen Engagement für Ausbildung durch die Partner im dualen System, die Schulen und Bildungsdienstleister unterstützt werden.
Ausgewählte Einzelvorhaben präsentieren im Arbeitskreis ihre Ergebnisse und geben damit einen Einblick in die laufenden Prozesse innovativer Forschung, Entwicklung, Erprobung und des Transfers.
Im Zentrum des gemeinsamen Themas "Flexibilität und Gestaltungsoffenheit" stehen die Auswirkungen der sich kontinuierlich beschleunigenden wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen auf die Berufsbildung und die innovativen Lösungen, die von Unternehmen in Kooperation mit Bildungsdienstleistern und beruflichen Schulen erarbeitet werden.
Der AK 5 ist insgesamt geplant als Erfahrungsaustausch und "Innovationsbörse". Er wird gleichzeitig Stätte des Transfers sein, indem er Einblicke in die Arbeit der einzelnen Versuche und des Programms "Flexibilität" gibt, dessen Verknüpfung mit anderen Programmen und Initiativen unterstützt sowie zur "Gestaltung der gestaltungsoffenen Berufsbildung" beiträgt.
Bei der Diskussion der Umsetzung und Weiterentwicklung des Programms werden aus der Perspektive des Instruments "Modellversuche" die folgenden Aspekte im Zentrum stehen:
- die neue Rolle der ausbildenden Fachkräfte
- neue Lernkonzepte (selbst organisiertes Lernen in Verbindung mit traditionellen Lernformen, E-Learning)
- Zusammenarbeit in den Modellversuchen (Träger, wissenschaftliche Begleitung, fachliche Betreuung) und in dem gemeinsamen Programm Flexibilität
- Kooperation der Modellversuche untereinander und mit anderen Projekten
- Bildung und Stabilisierung von Netzwerken
- Externes Bildungsmanagement
- Bildungsdienstleister und andere Partner der KMU - neue Formen der Lernortkooperation
- Ausbau eines nachhaltigen Transfers: intern / extern, regional / überregional und länderübergreifend
- Deutsche Berufsbildungsangebote international - vor allem aber europäisch - durch transnationalen Dialog anschlussfähiger gestalten.
Derzeit werden zwei Publikationen aus der Arbeit des Modellversuchsprogramms vorbereitet, die rechtzeitig zum Fachkongress fertig gestellt werden und sowohl den Stand der Zusammenarbeit als auch der Arbeiten in den einzelnen Projekten wiedergeben.
Über weitere neue Entwicklungen werden ggf. kurzfristig noch zusätzliche Informationen (Handouts) zur Verfügung gestellt werden.
Programm
Bei den Referaten handelt es sich um Input-Beiträge für die Diskussion. Sie werden in mindestens zwei Fragestellungen für die Diskussion im Arbeitskreis münden. Damit wird der Charakter als Erfahrungsaustausch und Informationsbörse gewährleistet werden.
09:00
- Begrüßung
Gisela Westhoff, BIBB, Bonn
09:05
- Einführung:
Modellversuche als Instrument in der gestaltungsoffenen Berufsbildung
Ursula Peter, Bundesministerium für Bildung und Forschung, Bonn
09:15
- Gesellschaftliche Veränderungen prägen die (berufliche) Bildung - Möglichkeiten transnationaler Kooperation
Prof. Dr. Ben Hövels, Kenniscentrum Beropsonderwijs Arbeidsmarkt, Nijmegen (NL)
09:35
- Gestaltungsoffene Berufsbildung und ihre Folgen - eine Herausforderung für die berufspädagogische Handlungsforschung
Prof. Dr. Helmut Ernst, Schweriner Ausbildungszentrum, Hochschule Wismar
09:55
- Ausbildende Fachkräfte aus KMU in Aus- und Weiterbildungsnetzwerken - neue Profile in der Lernortkooperation
Prof. Dr. Günter Albrecht, Gesellschaft zur Förderung von Bildungsforschung und Qualifizierung mbH (GEBIFO), Berlin
10:15
10:30
11:00
- KMU als Partner von Bildungsdienstleistern in Modellversuchen - Sicherung von Qualität und Quantität in der beruflichen Bildung
Petra Zemlin, ProteGe, GmbH, Greiz
Gabriele Marchl, Institut für sozialwissenschaftliche Beratung (isob), Wenzenbach
11:20
- Gestaltungsoffene Berufsbildung fördert Innovationen im Handwerk - Modellversuche zur Flexibilität
Mark Sebastian Pütz, Zentralstelle für die Weiterbildung im Handwerk e.V., Düsseldorf
Wolfgang Ritt, Elektro-Technologie-Zentrum (etz), Stuttgart
Wilhelm Termath, Fraunhofer Gesellschaft, Universität Magdeburg
11:40
- Kompetenzenbilanz und berufsbiografische Gestaltungsfähigkeit - transnationaler Transfer von Modellversuchsergebnissen
Claudia Munz, Gesellschaft für Ausbildungsforschung und Berufsentwicklung GmbH (GAB), München
Elisabeth Portz-Schmitt, Handwerkskammer Rheinhessen, Mainz
Jane Platter, Zukunftszentrum Tirol
12:00
- Dokumentation und Zertifizierung informeller Lernprozesse - Best practice im Kontext europäischer Berufsbildung
Ursula Krings, Forschungsinstitut Betriebliche Bildung gGmbH (f-bb), Nürnberg
Gabriele Fietz, Forschungsinstitut Betriebliche Bildung gGmbH (f-bb), Nürnberg
12:15
12:35
14:00
- Podium (mit Öffnung ins Plenum): Berufsbildung im Wandel
Wie kann Politik mit den Aus- und Weiterbildungspartnern Unternehmen dabei unterstützen, die betriebliche Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter den Veränderungen der modernen Gesellschaft und des Wirtschaftssystems und dem daraus resultierenden Wandel in den Produktions- und Dienstleistungsprozessen anzupassen.
Inwieweit haben die 28 Modellversuche einen Beitrag zur Modularisierung geleistet und welche Auswirkungen können auf die Modernisierung des dualen Systems festgestellt werden?
Teilnehmer und Teilnehmerinnen auf dem Podium:
Peter Munk, Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Bonn
Bernd Eckert, Bildungswerk für berufsbezogene Aus- und Weiterbildung Thüringen gGmbH (BWAW), Erfurt
Prof. Dr. Ben Hövels, Kenniscentrum Beroepsonderwijs Arbeidsmarkt, Nijmegen (NL)
Bertram Wolf, Zukunftszentrum Tirol, Innsbruck
Wolfgang Oppel, DGB Bundesvorstand, Berlin
Dr. Axel-Michael Unger, Dr.-Ing. Paul Christiani GmbH & Co. KG, Konstanz
Elmar Süß, Berufsbildungsverein Annaberg e.V., Annaberg
Prof. Dr. Klaus Jenewein, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Wilfried Malcher, Hauptverband des deutschen Einzelhandels, Berlin
Moderation:
Dr. Dagmar Israel, ATB Arbeit, Technik und Bildung GmbH, Chemnitz
15:30 Kaffeepause
15:45
Fortsetzung der Podiumsdiskussion mit Öffnung ins Plenum
16:45
- Transfer durch Zusammenarbeit - Weiterentwicklung der gestaltungsoffenen Berufsbildung durch ein Modellversuchsprogramm
Gisela Westhoff, BIBB, Bonn
Leitung: Gisela Westhoff, BIBB, Bonn