8.1 Qualifikationsrahmen und Credit-Systeme. Europäische Initiativen - Nationale Antworten
Im Zentrum der europäischen Agenda zu Bildung und Ausbildung stehen die Förderung von Beschäftigungsfähigkeit und Lebensbegleitendem Lernen. In der Erklärung von Kopenhagen (2002) haben sich die europäischen Mitgliedsstaaten die Steigerung der Attraktivität beruflicher Bildung zum Ziel gesetzt. Dazu gehören die Vergleichbarkeit von Qualifikationen und die Durchlässigkeit der Systeme. Hierfür wurde ein Instrument zur Übertragung von Lernleistungen (ECVET) vorgeschlagen und als dessen Fundament ein Europäischer Qualifikationsrahmen (EQR) konzipiert, der die erforderlichen Dimensionen und Niveaus von Lernergebnissen als Bezugsgrößen anbietet. Obwohl die Implementation des EQR dies nicht zwingend voraussetzt, wurde durch den EQR in den meisten Mitgliedsstaaten ein Prozeß in Richtung eines nationalen Qualifikationsrahmens eingeleitet. Die nachfolgende Beratung über ECVET hat ebenfalls auf nationaler Ebene Diskussionen zu Credit-Systemen vorangebracht.
Ziel des Arbeitskreises ist es, die Antworten und Reaktionen einzelner Mitgliedsstaaten auf die europäischen Initiativen in einer vergleichenden Perspektive zu präsentieren und zur Diskussion zustellen, um innovative Ansätze auszutauschen und voneinander zu lernen. Darüber hinaus sind alle Teilnehmer eingeladen, an der Gestaltung des Europäischen Berufsbildungsraums mitzuwirken. (Am Ende des zweiten Tages werden Leistungspunkte verteilt!!)
Der Arbeitskreis behandelt EQF und ECVET in verschiedenen Ländern unter drei zentralen Fragestellungen:
1. Welches sind die theoretischen Ansätze und methodischen Annahmen zur Adaption von EQR und ECVET?
2. Welches sind die berufsbildungspolitischen bzw. institutionellen Implikationen von EQR und ECVET?
3. Wie lassen sich EQR und ECVET in der Praxis nutzen?
Die abschließende Podiumsdiskussion widmet sich der Frage, wie die beiden Instrumente und deren Adaption im nationalen Kontext zum europäischen Berufsbildungsraum beitragen.
Mittwoch, 12.09.2007
Programm
14:30
Grundbegriffe des EQF: Qualification, Knowledge, Skills, Competence - Sprechen wir eine gemeinsame Sprache?
- Beispiel Deutschland
Dr. Georg Hanf, BIBB, Bonn
- Beispiel Vereinigtes Königreich
Prof. Linda Clarke, Michaela Brockmann, University of Westminster London
- Beispiel Frankreich
Dr. Philippe Méhaut, LEST-CNRS, Aix-en-Provence
- Beispiel Niederlande
Dr. Anneke Westerhuis, CINOP - Cenrum voor Innovatie van Opleidinge, 's Hertogenbosch
- Vergleichende Synthese
Prof. Christopher Winch, Kings College, London
Moderation: Isabelle Le Mouillour, BIBB, Bonn
16:00 Kaffeepause
16:30
Theoretische Ansätze und methodische Annahmen zur Adaption von ECVET
- Beispiel Deutschland
Isabelle Le Mouillour, BIBB, Bonn
- Beispiel Frankreich
Richard Maniak, Ministère de l'Education, de l'Enseignement Supérieur et de la Recherche, Paris
- Beispiel Spanien
José Luís García Molina,INCUAL - Instituto Nacional de las Cualificaciones, Madrid
- Beispiel Italien
Claudio Demartini, Politecnico di Torino, Turin
Moderation: Dr. Georg Hanf, BIBB, Bonn
Donnerstag, 13.09.2007
Programm
09:00
Bildungspolitische und institutionelle Implikationen des EQR bzw. der Entwicklung von Nationalen Qualifikationsrahmen (NQR)
- Beispiel Deutschland
Dr. Volker Rein, BIBB, Bonn
- Beispiel Österreich
Mag. Karin Luomi-Messerer, 3s, Wien
- Beispiel Finnland
Mikko Nupponen, CIMO - Centre for International Mobility, Helsinki
- Beispiel Dänemark
Ida Bayer, Danish Technological Institute, Taastrup
Moderation: Dr. Georg Hanf, BIBB, Bonn
10:30 Kaffeepause
11:00
Bildungspolitische und technische Aspekte der Implementation von ECVET, Credit-Systeme in nationalen Kontexten
- Beispiel Deutschland
Kerstin Mucke, BIBB, Bonn
- Beispiel Schottland
Moira McKerracher, SQA - Scottish Qualifications Authority, Edinburgh
- Beispiel Finnland
Sirkka-Lisa Kärki, National Board of Education, Helsinki
- Beispiel Ungarn
Zsófia Lux, Ministry of Social Affairs and Labour, Budapest
Moderation: Isabelle Le Mouillour, BIBB, Bonn
12:30 Mittagspause
14:00
EQF als Transparenz- und Übersetzungsinstrument
- Beispiel Bulgarien
Radosveta Drakeva, NAVET - National Agency for Vocational Education and Training, Sofia
- Beispiel Schweiz
Michèle Longpré, M.Ed., BBT - Bundesamt für Berufsbildung und Technologie, Bern
- Beispiel Deutschland
Dr. Gregor Berghausen, IHK Düsseldorf
Moderation: Dr. Georg Hanf, BIBB, Bonn
15:00
Umsetzung von ECVET in der Praxis
- Europäische Erfahrungen für die Praxis
Loukas Zahilas, CEDEFOP - European Centre for the Development of Vocational Training, Thessaloniki
- Beispiel Deutschland
Dierk Ladendorff, KWB Koordinierungsstelle Weiterbildung und Beschäftigung e.V. Hamburg
- Beispiel Frankreich
Didier Gelibert, ANFA, Sèvres
Moderation: Isabelle Le Mouillour, BIBB, Bonn
16:00 Kaffeepause
16:30
- Podiumsdiskussion
Der Beitrag von EQR und ECVET zum europäischen Berufsbildungsraum
Moira McKerracher, SQA, Edinburgh
Didier Gelibert, ANFA, Sèvres
Claudio Demartini, Politecnico di Torino, Turin
Mag. Karin Luomi-Messerer, 3s, Wien
Detlev Küller, Deutscher Gewerkschaftsbund, Berlin
Moderation: Dr. Gisela Dybowski, BIBB, Bonn