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Qualitätsmanagement in der Aus- und Weiterbildung

Blockseminar im Sommersemester 2007 an der Universität Bielefeld / Fakultät für Pädagogik

Dozenten: Dipl.-Psych. Margit Ebbinghaus und Andreas Krewerth M.A.

Angesichts des Marktdrucks, rechtlicher Vorgaben oder eigener Überzeugungen werden Qualitätsmanagementsysteme zunehmend auch in Bildungsorganisationen eingeführt. Eine Entwicklung, die kontrovers diskutiert wird: Einerseits wird argumentiert, dass Bildungsangebote durch diese Organisationsentwicklungsinstrumente kundenorientierter und verlässlicher umgesetzt werden könnten. Andererseits wird aber auch gefragt, ob "Bildung" nicht ein besonderes Gut sei, dessen Qualität man weder zielgerichtet steuern könne noch dürfe.
In der Lehrveranstaltung wird die historische Herkunft des Qualitätsmanagements aus dem industriellen Bereich nachgezeichnet und eine Einordnung dieses Instruments in die allgemeine Qualitätsdiskussion in der Aus- und Weiterbildung geleistet. Weiterhin werden ausgewählte Qualitätsmanagementsysteme (z.B. DIN EN ISO 9000 ff., EFQM, LQW) vorgestellt. Um erkennen zu können, welche Probleme und Chancen bei ihrer Einführung in Bildungsorganisationen entstehen, werden auch praktische Übungsaufgaben im Seminar durchgeführt.

Allgemeine Literatur zum Seminar: 

  • Hartz, St.; Meisel, K.
    Qualitätsmanagement. Studientexte für Erwachsenenbildung. Bielefeld: Bertelsmann, 2004
  • Ott, B.; Scheib, Th.
    Qualitäts- und Projektmanagement in der beruflichen Bildung. Berlin: Cornelsen, 2002

Folien des Vorbereitungstreffens am 10.04.2007 in Bielefeld

Block 1: Historische Herkunft und theoretische Einordnung

Veranstaltung 01. - 02. Juni 2007

01. Juni 2007, 9:00 - 16:00 Uhr
Folien zur Veranstaltung

Zentrale Begriffe und grundlegende Ziele von Qualitätsmanagement
Ursprung und Entwicklungslinien des Qualitätsmanagements im industriellen Bereich
Referatsthema: Von der Qualitätskontrolle zum Total Quality Management
Rahmenbedingungen für Qualitätssicherung in der Aus- und Weiterbildung
Qualitätssicherung in der beruflichen Ausbildung 
Referatsthema: Rechtlich normierte Instrumente der Qualitätssicherung
Empirische Untersuchung / Überprüfung betrieblicher Ausbildungsqualität
Referatsthema: Edding-Kommission: Input- und Outputqualität betrieblicher Ausbildung

02. Juni 2007, 9:00 - 16:00 Uhr
Folien zur Veranstaltung

Schwerpunkte der Qualitätsdiskussion in der Weiterbildung
Referatsthema: Neuausrichtung der Qualitätssicherung bei den durch die Bundesagentur für Arbeit geförderten Weiterbildungen durch die AZWV
Referatsthema: Die Weiterbildungstests der Stiftung Warentest als Mittel zur teilnehmerorientierten Qualitätssicherung

Referatsthema: Empirische Kenntnisse zur Verbreitung und den Wirkungen von qualitätssichernden Instrumenten in Weiterbildungsorganisationen
Kann und darf Bildung überhaupt "gemanagt" werden? Antworten aus unterschiedlichen theoretischen Perspektiven 
Zusammenfassung 1. Block und Ausblick

Block 2: Aufbau und Umsetzung konkreter Qualitätsmanagementsysteme

Veranstaltung 22. - 23. Juni 2007

22. Juni 2007, 9:00 - 16:00 Uhr
Folien zur Veranstaltung
Referat "DIN EN ISO 9000 ff."

Qualitätsmanagementmodelle im Überblick
Branchenunabhängige Qualitätsmanagementansätze: ISO und EFQM

Referatsthema: Die Normenreihe DIN EN ISO 9000:2000ff. - Aufbau, Zertifizierung, Bewertung
Praktische Übung: Modellierung von Arbeitsprozessen im Rahmen des Qualitätsmanagements
Kurzdarstellung des EFQM-Modells

23. Juni 2007, 9:00 - 16:00 Uhr
Folien zur Veranstaltung
Referat "Qualitätsmanagement nach LQW"

Qualitätsmanagementansatz aus dem Bildungsbereich: LQW
Referatsthema: Qualitätsmanagement nach LQW - Vorstellung des Modells
Referatsthema: Empirische Kenntnisse zur Umsetzung und den Wirkungen von LQW
LQW aus der Perspektive von Lehrenden - Ergebnisse qualitativer Interviews
Praktische Übung: Begutachtung eines LQW-Selbstreports
ISO, EFQM und LQW im Vergleich 
Fazit: Möglichkeiten und Grenzen von Qualitätsmanagement

Referatsthemen, Leitfragen und Literatur

Allgemeine Hinweise für Referate
Die Referate können von Einzelpersonen oder kleineren Gruppen (max. 3 Personen) gehalten werden. Für jedes Referat ist ein Nettozeit von 45 Minuten vorgesehen. Bereiten Sie sich so vor, dass Sie in der anschließenden Diskussion auch weiterführende Fragen beantworten können.
Die angegebenen Leitfragen dienen als Orientierungshilfe, sie decken das jeweilige Thema aber nicht erschöpfend ab. Die angegebene Literatur ermöglicht einen Einstieg in die Erarbeitung des Themas, weitere Quellen sind hinzuzuziehen. Die Referate sollten weitgehend als freier Vortag gehalten werden. Visualisierungen zur Unterstützung des Vortrages sind nach Möglichkeit vorzusehen. Bei Fragen stehen wir gerne zur Verfügung, wobei wir die Themen untereinander aufgeteilt haben (siehe Angabe hinter Referatstitel).


Referatsthema 1

Von der Qualitätskontrolle zum Total Quality Management (Fr. Ebbinghaus)

Leitfragen: 

  • Wann setzte die systematische Befassung mit Qualitätsfragen im industriellen Bereich ein und was waren die Hintergründe?
  • Welche Hauptphasen lassen sich in der Entwicklung von Qualitätsansätzen im industriellen Bereich erkennen?
  • Wie haben sich dabei Gegenstand und Verständnis von Qualität verändert?

Literatur zum Einstieg in das Thema:

  • Ott, B., Scheib, Th.
    Qualitäts- und Projektmanagement in der beruflichen Bildung. Berlin: Cornelsen, 2002


Referatsthema 2

Rechtlich normierte Instrumente der Qualitätssicherung (Fr. Ebbinghaus)

Leitfragen:

  • Das Berufsbildungsgesetz enthält eine Reihe von Vorgaben für den betrieblichen Teil der Berufsausbildung. Welche sind dies und inwieweit lassen sie sich als Instrumente der Qualitätssicherung bezeichnen? Wer überprüft die Einhaltung der Vorgaben und nach welchen Kriterien erfolgt die Überprüfung? Sind die Instrumente ausreichend, um Ausbildungsqualität zu gewährleisten?

Literatur zum Einsteig in das Thema:

  • Grünewald, U.
    Qualitätskontrolle der Berufsausbildung im Rahmen des Berufsbildungsgesetzes. Recht der Jugend und des Bildungswesens. Zeitschrift für Schule, Berufsbildung und Jugenderziehung. 38. Jg., 1990, S. 361-375
  • Sauter, E.
    Qualitätssicherung im dualen System der Berufsausbildung. In: Forum Bildung (Hrsg.): Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung in internationalen Wettbewerb. Vorläufige Empfehlungen und Expertenbericht. Materialien des Forum Bildung, Heft 8. Bonn: BLK, S. 42-47

Zusätzlicher Hinweis: Am 01.04.2005 trat die Novellierung des BBiG in Kraft.


Referatsthema 3

Edding-Kommission: Input- und Outputqualität betrieblicher Ausbildung (Fr. Ebbinghaus)

Leitfragen:

  • Was ist der Hintergrund für die Arbeit der Edding-Kommission?
  • Wie wird Qualität definiert und operationalisiert?
  • Was sind die zentralen Ergebnisse der Studie?

Literatur zum Einstieg in das Thema:

  • Kosten und Finanzierung der außerschulischen Bildung. Abschlussbericht der Sachverständigenkommission Kosten und Finanzierung der beruflichen Bildung. Bundestagsdrucksache 7/1811 vom 14.03.1974


Referatsthema 4

Neuausrichtung der Qualitätssicherung bei den durch die Bundesagentur für Arbeit geförderten Weiterbildungen durch die AZWV (Hr. Krewerth)

Leitfragen:

  • Wie hat sich die Weiterbildungsförderung der BA durch die Hartz-Reformen insgesamt verändert?
  • Wie funktioniert das durch die AZWV eingeführte System zur Qualitätssicherung?
  • Wie werden die Anforderungen von den Weiterbildungsanbietern bewertet und umgesetzt? Welche Wirkungen haben die Neuerungen?

Literatur zum Einsteig in das Thema:


Referatsthema 5

Die Weiterbildungstests der Stiftung Warentest als Mittel zur teilnehmerorientierten Qualitätssicherung (Hr. Krewerth)

Leitfragen:

  • Was ist der Grundgedanke der Weiterbildungstests?
  • Wie werden sie durchgeführt?
  • Welche Wirkungen lösen sie aus?

Literatur zum Einsteig in das Thema:


Referatsthema 6

Empirische Kenntnisse zur Verbreitung und den Wirkungen von qualitätssichernden Instrumenten in Weiterbildungsorganisationen (Hr. Krewerth)

Leitfragen:

  • Wie häufig werden welche qualitätssichernden Instrumente bei Weiterbildungsanbietern und in der betrieblichen Weiterbildung angewandt?
  • Welche Probleme treten dabei auf?
  • Welche Vorteile entstehen?

Literatur zum Einsteig in das Thema:


Referatsthema 7

Die Normenreihe DIN EN ISO 9000:2000ff. - Aufbau, Zertifizierung, Bewertung (Hr. Krewerth)

Leitfragen:

  • Wie ist die Normenreihe grundsätzlich aufgebaut (u.a. Prozessmodell)? Welche Anforderungen werden gestellt? (keine Auflistung aller Details, sondern beispielhafte Darstellung) Zu welchen Neuerungen kam es bei der 2000er-Revision?
  • Wie läuft die Zertifizierung ab? Wer ist daran beteiligt?
  • Welche Stärken und Schwächen hat das Modell aus pädagogischer Perspektive?

Literatur zum Einsteig in das Thema:

  • Normen: DIN EN ISO 9000:2005, DIN EN ISO 9001:2000, DIN EN ISO 9004:2000
  • Hartz, Stefanie; Meisel, Klaus (2004)
    Qualitätsmanagement. Studientexte für Erwachsenenbildung. Bielefeld: Bertelsmann. S. 61-66
  • Greve, Gustav; Pfeiffer, Iris (2002)
    Qualitätsmanagement in Unternehmen. In: Zeitschrift für Erziehungswissenschaft, 5. Jg, H. 4, S. 570-583
  • Ott, B.; Scheib, Th. (2002)
    Qualitäts- und Projektmanagement in der beruflichen Bildung. Berlin. S. 29-38


Referatsthema 8

Qualitätsmanagement nach LQW - Vorstellung des Modells (Fr. Ebbinghaus)

Leitfragen:

  • Wie ist das Modell aufgebaut? Welche pädagogischen Grundannahmen stehen hinter dem Modell?
  • Welche Anforderungen werden gestellt?
  • Wie wird LQW in einer Weiterbildungsorganisation eingeführt?

Literatur zum Einsteig in das Thema:

  • Zech, Rainer (2006)
    Lernerorientierte Qualitätstestierung in der Weiterbildung (LQW). Leitfaden für die Praxis. Hannover.
  • Zech, Rainer (2006)
    Handbuch Lernerorientierte Qualitätstestierung in der Weiterbildung (LQW). Grundlegung - Anwendung - Wirkung. Bielefeld.
  • Internetangebot LQW: http://www.artset-lqw.de/


Referatsthema 9

Empirische Kenntnisse zur Umsetzung und den Wirkungen von LQW (Hr. Krewerth)

Leitfragen:

  • In welchen Einrichtungen wird LQW angewandt? Wie stark ist es insgesamt verbreitet?
  • Wie wurden die Wirkungen von LQW evaluiert?
  • Welche Verbesserungen wurden in den Organisationen durch LQW ausgelöst? In welchen Bereichen sind keine klaren Wirkungen zu erkennen?

Literatur zum Einsteig in das Thema:

Letzte Änderung: 02.07.2007


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