Ziele und Potenziale des Netzwerks TTnet DE
Ergebnisse des "Brainstorming" zu TTnet DE beim Arbeitstreffen am 12./13. Juni 2007
Anke Bahl, Herold Gross
Netzwerke erweisen sich nur dann als tragfähig, wenn ihre Mitglieder aus der Teilhabe einen Nutzen ziehen. Während das europäische Netzwerk bereits seit 1998 aktiv ist und dessen übergreifende allgemeine Ziele klar definiert sind, sieht die Situation auf der nationalen Ebene in Deutschland anders aus. Mit dem Aufbau des Netzwerks wurde erst 2005 begonnen, und dessen Ausgestaltung lässt noch einigen Spielraum zu. Im Rahmen der Orientierungslinien des Cedefop zu Organisation und Mitarbeit ist die konkrete Umsetzung der Netzwerkarbeit flexibel zur Anpassung an die nationalen Verhältnisse angelegt und offen für die Vorstellungen der jeweiligen Akteure. Beim Arbeitstreffen im Juni wurden daher alle Teilnehmer zu einem Brainstorming über die Ziele und Potenziale von TTnet DE eingeladen. In vier parallelen Arbeitsgruppen wurden Ideen zu folgenden vier Punkten gesammelt:
- Ich bin an TTnet interessiert, weil...
- Das Netzwerk sollte folgendes für mich leisten...
- So sehe ich TTnet in fünf Jahren...
- Zur Weiterentwicklung schlage ich vor...
1. Das Interesse an dem Netzwerk gründet sich in erster Linie auf folgende Merkmale:
Das Netzwerk ermöglicht einen Dialog zwischen sonst häufig getrennten Bereichen der beruflichen Bildung (Ausbildungspersonal, Weiterbildungspersonal, schulisches Lehrpersonal). Es ist ein Gesprächsforum zwischen Lehrsektoren, bietet Austausch zum Stand der Entwicklungen auf nationaler Ebene und den Anschluss an die europäische Diskussion. Es ermöglicht wechselseitiges Feedback von Forschung, Politik und Praxis und den persönlichen Kontakt zu den relevanten Akteuren. Konkreter benannt wurde folgende Interessen und Ziele:
- das Instrument der Modellversuche an den EU-Kontext anzuschließen,
- Feedback zur Ausbildung der Ausbilder (AdA) zu erhalten,
- die Ausbilderqualifikation zu einem Berufsbild weiter zu entwickeln,
- die verschiedenen Personalentwicklungssysteme zu vergleichen,
- die Trainer in die Berufsbildungssysteme zu integrieren.
2. Folgende Erwartungen werden an das Netzwerk gestellt:
Das Netzwerk soll als Katalysator und Plattform für gemeinsame Projekte der Mitglieder dienen und Transparenz im Projekt- und Förderbereich schaffen. Zugleich sollte TTnet DE selbst auch als Kooperationspartner agieren und Serviceleistungen anbieten, z.B. bei Bedarfserhebungen zur Begründung notwendiger Maßnahmen in seinem speziellen Expertisebereich.
Als Akteur soll es auf strukturelle Problemlagen verweisen, eine politische Lobby bilden und gemeinsame Stellungnahmen in die Öffentlichkeit geben. Strategische Positionen sollen auf kollegiale und offene Weise entwickelt werden. So kann es als Input-Gremium für Bottum-up-Entwicklungen dienen.
Punkte, die bereits konkret benannt wurden, waren:
- die Beförderung der Anerkennung des Berufspädagogen (national wie international)
- die Entwicklung von Konzepten für die Moderatorenfunktion im Bereich der grenzüberschreitenden Verbundausbildung
- die Beförderung der Durchlässigkeit (Brücken schaffen für das Bildungspersonal zwischen Betrieb und Schule / Öffentlichem Dienst; Anschluss an die Hochschulbildung etc.)
- Ideengeber für das europäische TTnet / Cedefop
- Ideengeber für die Focus group "Teachers and Trainers in VET" der EU-Kommission
Als Aufgaben für das Netzwerk wurden benannt:
- Beschreibung der Berufsfelder in Schule und Ausbildungsbetrieb,
- Erstellung von Kompetenzprofilen,
- Formulierung von Qualitätskriterien für die Ausbildung von Lehr- und Ausbildungspersonal.
3. Als in fünf Jahren zu erreichender Zielhorizont wurde folgendes festgehalten:
- TTnet ist bei allen Multiplikatoren bekannt und wird als Forum für Problemlösungen genutzt (ausgewiesener Kooperationspartner und Expertenpool).
- Es liegt ein Qualifikationsrahmen für berufliches Bildungspersonal vor (BBS-Lehrer; Ausbilder; Trainer).
- Es laufen EU-Projekte, die Innovationen und Integrationen erbringen und von denen die Akteure ,leben' können.
- TTnet agiert als Partner bei der Ausbildung der Ausbilder (AdA).
- TTnet bietet eine Plattform für Partnerschaften, u.a. im Rahmen der Durchführung von Peer Learning Activities seitens der EU.
Hinsichtlich der dann geltenden europäischen Rahmenbedingungen wurde die Erwartung formuliert, dass dann Transparenz in Europa herrsche, bzw. EU-Standards existierten, die zugleich die nationalen bewahren. Die Evaluierung des NQF ist abgeschlossen.
4. Um die vorgenannten Ziele verwirklichen zu können und das Netzwerk auf stabile Füße zu stellen, wurden folgende Maßnahmen empfohlen:
0 Einrichtung virtueller Diskussionsforen und einer Arbeitsplattform im Internet (Archivierung von Dokumenten, Profildatenbank der TTnet-Partner / -Teilnehmer, um gezielt Expertisen abrufen zu können)
- Entwicklung eines standardisierten Verfahrens im Umgang mit externen Anfragen (wechselnde Moderation durch die Mitglieder)
- Durchführung der TTnet-Workshops als wirkliche Arbeitstreffen (gezielte Vorbereitung mit Arbeitsfragen etc., Ergebnissicherung, genügend Zeit für Pausen)
- Durchführung einer gut vorbereiteten, strukturierten Jahrestagung mit Dokumentation
- Marketing (Website, Flyer), um den Bekanntheitsgrad von TTnet zu steigern.
- Um einfache sozialwissenschaftliche Umfragen durchführen zu können, wurde auf die Software "grafstat" verwiesen (http://www.bpb.de/grafstat).
Dabei wurde eindrücklich an die Ministerien (insbesondere BMBF und BMWi) appelliert, die Arbeit von TTnet aktiv zu fördern. Auch die Sozialpartner sind Mitglied und müssen immer wieder angesprochen werden.
Insgesamt ging der Appell dahin, die offenen Strukturen des Netzwerks zum gemeinsamen Aufbruch zu nutzen!





