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Der Aufschwung auf dem Ausbildungsmarkt schreitet weiter voran - an vielen Lehrstellenbewerbern in den Großstädten geht er jedoch vorbei

Joachim Gerd Ulrich, Verena Eberhard, Elisabeth M. Krekel

Veröffentlicht: 19.10.2007
URN: urn:nbn:de:0035-0219-4

Die aktuelle Vermittlungsbilanz der Bundesagentur für Arbeit (BA) zeigt, dass sich der Aufschwung auf dem Ausbildungsmarkt im Jahr 2007 fortsetzt. Gegenüber 2006 standen den Arbeitsagenturen 57.200 betriebliche und außerbetriebliche Ausbildungsplätze mehr zur Verfügung (+12,5 %). Allerdings geht der Aufschwung in den meisten Großstädten an vielen Lehrstellenbewerbern vorbei. Dabei werden in den Ballungszentren im Schnitt mehr Ausbildungsplätze als auf dem Land angeboten und die Konzentration der großstädtischen Angebote auf die Dienstleistungsberufe kommt den Berufswünschen der meisten Jugendlichen entgegen. Doch werden die Ausbildungsplätze der Großstädte auch von mobilen Jugendlichen aus dem Umland umworben und offenbar auch oft an diese vergeben.

In den Ballungszentren hat es die BA immer mehr mit Bewerbern zu tun, die auf dem Ausbildungsmarkt schwerer zu vermitteln sind. Die Folge: Viele der dort registrierten Bewerber sind erfolglose Altbewerber aus früheren Jahren und bereits 20 Jahre oder älter - ein Effekt, der die Vermittlung oft weiter erschwert. Somit fallen die Vermittlungsquoten der Lehrstellenbewerber aus den Großstädten deutlich niedriger aus. Da es in den Großstädten besonders viele Jugendliche mit Migrationshintergrund gibt, zählen auch diese Jugendlichen zu denjenigen, die seltener in Ausbildung gelangen. Die BA richtet sich deshalb mit außerbetrieblichen Ergänzungsprogrammen speziell an diese Jugendlichen. 

Die Eckdaten der Vermittlungsbilanz 2007

Insgesamt wurden der BA 516.400 Ausbildungsstellen01  gemeldet, 57.200 mehr als vor einem Jahr. Darunter befanden sich 423.000 betriebliche und 93.400 außerbetriebliche Plätze. Zuwächse bei den gemeldeten Stellen gab es sowohl im Westen (+ 36.100) als auch im Osten (+ 21.100). Die Ergebnisse korrespondieren mit den Zwischenzählungen der zuständigen Stellen. Industrie, Handel, Handwerk und die Freien Berufe meldeten ein Plus von rund 41.400 bei den eingetragenen Ausbildungsverträgen. Dabei fiel der Zuwachs im Handwerk mit 8,3 % nahezu ähnlich hoch aus wie in Industrie und Handel (+ 9,3 %). Die Zuwachsrate in den Freien Berufen betrug 2,3 %.

Endgültige Klarheit, wie viele neue Ausbildungsverträge im Zeitraum vom 01. Oktober 2006 bis zum 30. September 2007 abgeschlossen wurden, gibt es erst im Dezember. Dann wird das BIBB turnusgemäß seine Erhebung über neu abgeschlossene Ausbildungsverträge bei den für die Berufsausbildung zuständigen Stellen abgeschlossen haben. Dazu zählen neben Industrie, Handel, Handwerk und den Freien Berufen auch die Landwirtschaft, der Öffentliche Dienst, die Hauswirtschaft und die Seeschifffahrt. Eine frühzeitigere abschließende Bilanz ist leider nicht möglich, da viele Ausbildungsverträge, die im oben genannten Erfassungszeitraum abgeschlossen wurden, erst zwischen Anfang Oktober und Ende November bei den zuständigen Stellen eingetragen und auch erst dann gezählt werden können. Zu den Ergebnissen 2006

Die Zahl der Ende September nicht besetzten, noch offenen Ausbildungsstellen lag bei 18.400 (+ 3.000 gegenüber 2006). Die meisten davon (16.000) befanden sich in Westdeutschland. In Ostdeutschland wurden noch 2.300 offene Plätze registriert.

Als Bewerber um Ausbildungsstellen wurden von den Arbeitsagenturen 734.300 Jugendliche registriert, 28.800 weniger als noch vor einem Jahr. Der Rückgang betraf vor allem den Osten (- 17.200), wo die Zahl der Schulabgänger bereits deutlich sinkt. Im Westen betrug das Minus bei den gemeldeten Bewerbern 11.500.

Schaubild: Verbleib der Ausbildungsstellenbewerber Ende September 2007
Schaubild: Verbleib der Ausbildungsstellenbewerber Ende September 2007 (Detail-Ansicht)

Zum Ende des Berichtsjahres konnte für insgesamt 622.700 Bewerber (85 %) der Vermittlungsauftrag abgeschlossen werden: 319.800 hatten eine Berufsausbildungsstelle gefunden. Weitere 302.900 waren entweder in Alternativen eingemündet (und wünschten keine weiteren Vermittlungsbemühungen mehr) oder hatten sich ohne Angabe eines Verbleibs nicht mehr bei der BA gemeldet.


Für insgesamt 111.600 Bewerber (15 %) liefen die Vermittlungsbemühungen auch Ende September noch weiter. Darunter befanden sich 29.100 Bewerber, für die sich bislang weder die Gelegenheit/Entscheidung für einen Einstieg in die Berufsausbildung noch für eine Alternative abzeichnete. Dagegen hatten 82.500 der weiter suchenden Bewerber zumindest eine alternative Verbleibsform gefunden (z.B. erneuter Schulbesuch, Praktikum, berufsvorbereitende Maßnahmen). Bei immerhin 12.100 von ihnen bestand die Alternative in der Fortsetzung einer bereits laufenden Berufsausbildung, aus der sich die Jugendlichen für eine neue Berufsausbildungsstelle heraus beworben hatten.

Lässt man diese Jugendlichen außer Acht, so gab es zusammen mit den komplett unversorgten Bewerbern (ohne Alternative) 99.500 Bewerber, die sich nicht in einer Berufsausbildung befanden und für die die Vermittlungsbemühungen auch Ende September noch weiterliefen.

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Große regionale Marktunterschiede in Abhängigkeit von der Einwohnerdichte

Schaubild: Einwohnerdichte (Einwohner je qkm) nach Arbeitsagenturbezirken 
Schaubild: Einwohnerdichte (Einwohner je qkm) nach Arbeitsagenturbezirken (Detail-Ansicht)

Hinter diesen Zahlen für das gesamte Bundesgebiet verbergen sich jedoch sehr unterschiedliche Verhältnisse in den einzelnen Regionen (Arbeitsagenturbezirken). Eine wesentliche Rolle spielt dabei der Verstädterungsgrad. Zwischen den ländlichen Räumen mit sehr geringer Einwohnerdichte (vgl. die Grafik rechts) und den Ballungsräumen gibt es sowohl auf der Angebots- als auch auf der Nachfrageseite des Ausbildungsmarktes beträchtliche Unterschiede: Umfang und Struktur der angebotenen Ausbildungsstellen differieren ebenso wie Zahl und Merkmale der gemeldeten Bewerber.02

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Günstigere Angebotssituation in den Ballungszentren

Ballungszentren bieten - was die Höhe und Struktur des Ausbildungsplatzangebotes betrifft - zwei grundsätzliche Vorteile: Aufgrund der Unternehmenskonzentration stehen hier in Relation zum Umfang der gemeldeten Bewerber, aber auch in Relation zur Zahl der Schulabgänger, im Schnitt mehr Ausbildungsplatzangebote zur Verfügung. Dies gilt insbesondere auch dann, wenn als Referenzmaßstab die Hauptklientel des dualen Systems herangezogen wird: die Zahl der nichtstudienberechtigten Absolventen aus den allgemeinbildenden Schulen mit maximal mittlerem Schulabschluss.

Zudem entspricht die Struktur der Angebote in den Ballungszentren stärker den Berufswünschen der gemeldeten Bewerber des Jahres 2007. Von diesen bevorzugten 57 % einen Dienstleistungsberuf; dieselbe Quote wurde im Vorjahr gemessen.03 Ein entsprechendes Angebot ist aber vor allem in den stark besiedelten Regionen zu finden. Denn erst in den Räumen mit einer Einwohnerdichte von 500 und mehr erreicht der Anteil der Dienstleistungsberufe an allen Ausbildungsplatzangeboten einen Anteil, der der Nachfragequote (57 %) entspricht. In den ländlichen Regionen mit weniger als 100 Einwohnern pro qkm liegt er dagegen bei 48 %.04

Schaubild: Ausbildungsangebote in Regionen mit unterschiedlicher Einwohnerdichte
Schaubild: Ausbildungsangebote in Regionen mit unterschiedlicher Einwohnerdichte (Detail-Ansicht)
 

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Deutlich niedrigere Vermittlungsquoten in den Großstädten

Die deutlich günstigere Angebotssituation in den Ballungszentren spricht für bessere Vermittlungschancen der Jugendlichen in den Großstädten. Doch das Gegenteil ist der Fall:

Mit zunehmender Einwohnerdichte gehen die Vermittlungsquoten in Ausbildung kontinuierlich zurück. Während 2007 in den ländlichen Regionen mit weniger als 100 Einwohnern immerhin 52,4 % der gemeldeten Bewerber in eine Lehrstelle einmündeten, waren es in den Ballungsräumen mit mehr als 1.000 Einwohnern je qkm nur 35,5 %. Umgekehrt galt: Mussten in den ländlichen Regionen noch für 12,1 % der gemeldeten Bewerber die Vermittlungsbemühungen fortgeführt werden, lag die Quote in den Ballungszentren bei 17,4 %.

Die im Schnitt geringeren Einmündungsquoten in den Ballungsräumen sind ein Phänomen, das bereits in den vergangenen Jahren auftrat. Doch hat sich der Abstand zwischen den Vermittlungsquoten in den ländlichen und großstädtischen Regionen im Jahr 2007 noch einmal deutlich zu Lasten der Ballungszentren verschlechtert. Vom Aufschwung auf dem Ausbildungsmarkt profitieren viele Ausbildungsstellenbewerber aus den Großstädten offenbar gar nicht oder nur kaum.

Schaubild: Verbleib der Bewerber in Regionen mit unterschiedlicher Einwohnerdichte
Schaubild: Verbleib der Bewerber in Regionen mit unterschiedlicher Einwohnerdichte (Detail-Ansicht)
 

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Ursachen für die geringere Vermittlungsquote in den Ballungszentren

Die Ursachen für die mit steigender Einwohnerdichte sinkenden Einmündungsquoten hängen zum großen Teil mit der Struktur der jeweiligen Bewerberklientel in den einzelnen Regionen zusammen. Wie die zwischen November 2006 und Januar 2007 durchgeführte BA/BIBB-Bewerberbefragung 2006 zeigt, bilden die bei der BA gemeldeten Bewerber trotz ihrer gemeinsamen, grundsätzlichen Eignung für eine Berufsausbildung05 eine relativ heterogene Gruppe. Dies betrifft ihre formellen Leistungsvoraussetzungen ebenso wie ihre soziodemografische Herkunft und ihre Bewerbungsstrategien.

Stadt-Land-Unterschiede gehen dabei vor allem mit der soziodemografischen Herkunft und weniger mit den formellen Leistungsvoraussetzungen der Bewerber einher. Denn die in den Großstädten gemeldeten Bewerber verfügen im Schnitt nicht über niedrigere Schulabschlüsse als die aus ländlichen Regionen (eher das Gegenteil ist der Fall). Und auch in den Schulnoten lassen sich keine großen Abweichungen finden. Beträchtliche Differenzen gibt es jedoch im Hinblick auf das Alter der Bewerber und auf den Anteil der Bewerber mit Migrationshintergrund. Zudem lassen sich relevante Unterschiede im Bewerbungsverhalten identifizieren.

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Deutlich mehr ältere Bewerber in den Großstädten

Die in den Ballungsräumen gemeldeten Bewerber sind im Schnitt wesentlich älter. Nach den Ergebnissen der BA/BIBB-Bewerberbefragung 2006 waren in den Regionen mit einer Einwohnerdichte von mehr als 1.000 über 40 % der Bewerber 20 Jahre und älter, während nur etwa ein Viertel noch nicht die Volljährigkeit erreicht hatte. In den dünner besiedelten Regionen mit weniger als 100 Einwohnern pro qkm verhielt es sich umgekehrt: Hier verfügten insgesamt nur 27 % der gemeldeten Bewerber über ein Alter von mindestens 20 Jahren, während 41 % noch nicht volljährig waren.

Schaubild: Bewerbermerkmale in Regionen mit unterschiedlicher Einwohnerdichte
Schaubild: Bewerbermerkmale in Regionen mit unterschiedlicher Einwohnerdichte (Detail-Ansicht)

Mit dem höheren Lebensalter der Bewerber in den Ballungszentren korrespondierte ein höherer Altbewerberanteil (class="inLink">BIBB REPORT 1/07): 46 % der Bewerber in den Regionen mit mehr als 1.000 Einwohner gaben an, sich bereits einmal für einen früheren Ausbildungsbeginn beworben zu haben, doch nur 36 % in Regionen mit einer Einwohnerdichte unter 100.

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Hoher Anteil von Jugendlichen mit Migrationshintergrund in den Ballungsräumen

Die Jugendlichen mit Migrationshintergrund verteilen sich nicht gleichmäßig auf die verschiedenen Regionen Deutschlands. Sie leben vielmehr überwiegend in den Ballungszentren. Nach den Ergebnissen der BA/BIBB-Bewerberbefragung 2006 steigt der Anteil der gemeldeten Bewerber mit Migrationshintergrund von etwa 11 % in den ländlichen auf mehr als ein Drittel in den stark besiedelten Regionen an. Die Konzentration der Bewerber mit Migrationshintergrund auf die großen Städte trifft dabei auf Jugendliche mit türkischer, arabischer oder sonstiger Herkunft noch stärker zu als auf Jugendliche, die als Spätaussiedler aus Osteuropa bzw. aus der ehemaligen Sowjetunion einwanderten.

Bisherige Untersuchungen zeigen, dass Jugendliche mit Migrationshintergrund schlechtere Chancen auf dem Ausbildungsmarkt haben. Dies lässt sich nur zum Teil mit unterschiedlichen Schulabschlüssen und Leistungen in der Schule erklären. Die starke Konzentration der Jugendlichen mit Migrationshintergrund auf die Großstädte, in denen häufiger eine starke Konkurrenz auf dem Ausbildungsmarkt herrscht, ist ein weiterer beeinträchtigender Faktor.

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Kennzeichen der Großstädte: Hohe Einpendler-, niedrige Auspendlerzahlen

Die Konkurrenz um die Ausbildungsplätze in den Großstädten ist deshalb besonders groß, weil diese auch von vielen Jugendlichen aus dem regionalen Umfeld umworben werden. In den ländlichen Regionen mit geringer Einwohnerdichte gibt es eine ausgeprägte Bereitschaft zur regionalen Mobilität. In der BA/BIBB-Bewerberbefragung 2006 gaben 47 % der Bewerber aus den Regionen mit weniger als 100 Einwohnern je qkm an, sich auch auf Lehrstellen beworben zu haben, die mehr als 100 km vom Heimatort entfernt lagen. In den Großstädten mit einer Einwohnerdichte von 1.000 und mehr waren es dagegen nur 19 %  - obwohl die Bewerber der Ballungszentren im Schnitt älter sind und damit auch bessere altersbezogene Voraussetzungen für eine weiträumige Mobilität mitbringen.  

Die unterschiedliche Mobilitätsneigung bei den Land- und Großstadtjugendlichen führt dazu, dass die Nettobewegungen in die Ballungszentren nahezu allesamt positiv ausfallen: Es finden mehr Jugendliche aus dem regionalen Umfeld ihren Ausbildungsplatz in den Großstädten, als Großstadtjugendliche ihre Ausbildung außerhalb der Heimatregion antreten. Die hohe Mobilitätsbereitschaft der Jugendlichen aus dem ländlichen Umfeld verschärft die Bewerberkonkurrenz um die Ausbildungsplatzangebote der Ballungsräume deutlich. Umgekehrt werden die Ausbildungsmärkte in den ländlichen Regionen durch die Auspendler stark entlastet - auch deshalb, weil sich Bewerber aus den Großstädten nur relativ selten um die ländlichen Ausbildungsangebote bemühen.

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Geringere institutionelle Bindung

Nach den Ergebnissen der jüngsten Vermittlungsbilanz 2007 waren in den Ballungsräumen besonders viele Bewerber zu finden, für die der Vermittlungsauftrag eingestellt wurde, ohne dass eine Einmündung in eine Berufsausbildungsstelle registriert werden konnte. Ihr Anteil betrug in den Ballungszentren 47,1 %, aber nur 35,3 % in den Arbeitsagenturbezirken mit einer Einwohnerdichte unter 100.

Die betreffenden Bewerber begannen entweder eine Alternative, ohne an weiteren Vermittlungsbemühungen interessiert zu sein, oder verblieben unbekannt. Die starke Abwanderung in Alternativen zu einer Berufsausbildung (u.a. auch Arbeit) und der häufig unbekannte Verbleib deuten darauf hin, dass in den Großstädten der institutionelle Kontakt zu den Jugendlichen weitaus schwieriger aufrechterhalten werden kann als in ländlichen Räumen. Dabei mag der höhere Anonymisierungsgrad der Lebensverhältnisse in den Ballungszentren eine bedeutende Rolle spielen.

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Versorgungsprobleme insbesondere in den Stadtstaaten

Die hier aufgeführten Phänomene - hohe Nachfrage von außerhalb, hoher Anteil von Altbewerbern, von Jugendlichen mit Migrationshintergrund und von alternativ oder unbekannt verbliebenen Bewerbern - konzentrieren sich insbesondere auf die Stadtstaaten Hamburg, Berlin und Bremen. In Hamburg zum Beispiel wurden zwar im Verhältnis zu den dort gemeldeten Ausbildungsplatzbewerbern die meisten Lehrstellen von allen 16 Bundesländern angeboten. Doch zählt Hamburg in diesem Jahr mit einem Wert von 33 % zu den Städten mit den niedrigsten Ausbildungseinmündungsquoten der gemeldeten einheimischen Bewerber, obwohl der Trend auf dem Ausbildungsmarkt positiv ist und die Zahl der neuen Ausbildungsverträge erneut deutlich gestiegen ist. Die niedrige Einmündungsquote ist u.a. Folge der traditionell starken Zuwanderung von Jugendlichen aus anderen Bundesländern. Nach Schätzungen der zuständigen Stellen der Hansestadt wurden bisweilen mehr als die Hälfte der Hamburger Lehrstellen mit Bewerbern von außerhalb besetzt.

Neben Hamburg, Bremen (34 %) und Berlin (28 %) fielen die Einmündungsquoten der gemeldeten Bewerber 2007 auch in den Großstädten Frankfurt am Main (32 %), Hannover (33 %), Bochum (33 %), Duisburg (knapp 35 %) und Recklinghausen (knapp 35 %) besonders niedrig aus. Relativ hohe Quoten wurden nur in München (48 %) und in Dresden (55 %) erzielt.

Die Förderung benachteiligter Jugendlicher durch ergänzende Angebote wie Einstiegsqualifizierungen und außerbetriebliche Ausbildungsplätze konzentriert sich im zunehmenden Maße auf die Jugendlichen in den Großstädten. Dies schlägt sich bereits in der BA-Vermittlungsbilanz 2007 nieder. Während sich die Schwerpunkte außerbetrieblicher Ausbildung in früheren Jahren stark auf Ostdeutschland konzentrierten, verlagerten sie sich in 2007 deutlich zu Gunsten der Ballungsräume. Insbesondere Altbewerber und Jugendliche mit Migrationshintergrund sollen verstärkt gefördert werden.    

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Aktuelle Literaturhinweise zum Thema

  • Beicht, Ursula; Friedrich, Michael; Ulrich, Joachim Gerd
    Deutlich längere Dauer bis zum Ausbildungseinstieg: Schulabsolventen auf Lehrstellensuche
    Bielefeld: Bertelsmann, 2007
    (BIBB REPORT 2/07)
    ISSN 1865-0821
  • Bundesagentur für Arbeit
    Arbeitsmarkt in Zahlen. Statistik zum Ausbildungsstellenmarkt. Bewerber und Berufsausbildungsstellen. Berichtsjahr 2006/07
    Nürnberg: Bundesagentur für Arbeit, 2007
    Siehe auch: http://www.bibb.de/de/wlk29602.htm
  • Friedrich, Michael; Hall, Anja
    Jugendliche mit Hauptschulabschluss. Weniger Wahlmöglichkeiten und geringere Chancen auf eine voll qualifizierende Ausbildung
    In: Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis 36 (2007) 4, S. 21-22
    ISSN 0341-4515
  • Granato, Mona
    Junge Frauen und Männer mit Migrationshintergrund: Ausbildung ade?
    In: INBAS (Hrsg.): Jugendliche mit Migrationshintergrund im Übergang Schule - Beruf (Berichte und Materialien, Bd. 15). Offenbach am Main: INBAS. S. 32-42.
    ISBN 978-3-932428-47-0 
  • Granato, Mona
    Berufliche Ausbildung und Lehrstellenmarkt: Chancengerechtigkeit für Jugendliche mit Migrationshintergrund verwirklichen
    In: WISO direkt, Heft 09-2007
  • Troltsch, Klaus; Walden, Günter
    Beschäftigungssystem dominiert zunehmend Ausbildungsstellenmarkt. Zur Responsivität des dualen Ausbildungssystems
    In: Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis 36 (2007) 4, S. 5-9
    ISSN 0341-4515
  • Uhly, Alexandra; Erbe, Jessica
    Auszubildende mit Hauptschulabschluss: vom Normalfall zur Randgruppe?
    In: Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis 36 (2007) 4, S. 15-20
    ISSN 0341-4515
  • Uhly, Alexandra; Granato, Mona
    Werden ausländische Jugendliche aus dem dualen System der Berufsausbildung verdrängt?
    In: Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis 35 (2006) 3, S. 51-55
    ISSN 0341-4515
  • Ulrich, Joachim Gerd; Ehrenthal, Bettina; Häfner, Elfriede
    Regionale Mobilitätsbereitschaft und Mobilität der Ausbildungsstellenbewerber.
    In: Eberhard, Verena; Krewerth, Andreas; Ulrich; Joachim Gerd [Hrsg.]
    Mangelware Lehrstelle. Zur aktuellen Lage der Ausbildungsplatzbewerber in Deutschland
    Bielefeld: W. Bertelsmann, 2006, S. 99-120
    (Berichte zur beruflichen Bildung; H. 279)
    ISBN 3-7639-1087-5
  • Ulrich, Joachim Gerd; Krekel, Elisabeth M.
    Welche Ausbildungschancen haben "Altbewerber"?
    In: Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis 36 (2007) 2, S. 11-13
    ISSN 0341-4515
  • Ulrich, Joachim Gerd; Krekel, Elisabeth M.
    class="inLink">Zur Situation der Altbewerber - Ergebnisse der BA/BIBB-Bewerberbefragung 2006
    Bielefeld: Bertelsmann, 2007
    (BIBB REPORT 1/07)
    ISSN 1865-0821
  • Walden, Günter (Hrsg.)
    Qualifikationsentwicklung im Dienstleistungsbereich: Herausforderungen für das duale System der Berufsausbildung
    Bielefeld: Bertelsmann, 2007
    (Schriftenreihe / Bundesinstitut für Berufsbildung)
    ISBN 978-3-7639-1097-7

Fußnoten:

01 Das Berichtsjahr der BA orientiert sich am Ausbildungsbeginn (in der Regel im dritten Jahresquartal) und erstreckt sich auf den Zeitraum von Anfang Oktober des Vorjahres bis Ende September.
02 Die Regionen mit durchschnittlicher Einwohnerdichte nehmen dabei fast immer eine mittlere Position zwischen diesen beiden Polen ein.
03 Zum Vergleich: 37 % nannten als ersten Ausbildungsberufswunsch einen Fertigungsberuf, weitere 6 % einen sonstigen Beruf. Vgl. Bundesagentur für Arbeit (2007): Arbeitsmarkt in Zahlen. Statistik zum Ausbildungsstellenmarkt. Bewerber und Berufsausbildungsstellen. Berichtsjahr 2006/07. Nürnberg: Bundesagentur für Arbeit.
04 Da die Ergebnisse für 2007 erst Mitte Dezember vorliegen, beziehen sich die Berechnungen zum relativen Umfang und zur Struktur des Ausbildungsplatzangebots auf die Ergebnisse des Jahres 2006.
05 Die BA führt grundsätzlich nur jene Ratsuchenden als Ausbildungsstellenbewerber, welche die Eignung für die von ihnen anvisierten Ausbildungsberufe und damit auch eine ausreichende Ausbildungsreife mitbringen.

Erscheinungsdatum, Hinweis Deutsche Nationalbibliothek

Veröffentlichung im Internet: 19.10.2007

URN: urn:nbn:de:0035-0219-4

Die Deutsche Nationalbibliothek hat die Netzpublikation "Der Aufschwung auf dem Ausbildungsmarkt schreitet weiter voran" archiviert.
Diese ist dauerhaft auf dem Archivserver der Deutschen Nationalbibliothek verfügbar.

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Letzte Änderung: 29.11.2011

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