Deutliche Fortschritte in 2007 bei der Bekämpfung des Ausbildungsplatzmangels
BIBB-Erhebung über neu abgeschlossene Ausbildungsverträge
Joachim Gerd Ulrich, Simone Flemming, Ralf-Olaf Granath, Elisabeth M. Krekel
URN: urn:nbn:de:0035-0225-9
Die seit 2006 positive Entwicklung auf dem Ausbildungsstellenmarkt hat sich in 2007 weiter fortgesetzt. Mit 625.914 neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen zum Zählstichtag 30. September wurde der zweithöchste Wert seit der Wiedervereinigung erreicht (vgl. Übersicht 101). Höher fiel die Zahl nur im Jahr 1999 (631.015) aus. In Westdeutschland wurde sogar das beste Ergebnis seit Anfang der 90er-Jahre erzielt.

Vergrösserte Ansicht von Übersicht 1
Trotz des beträchtlichen Vertragszuwachses gegenüber 2006 (+49.761 bzw. +8,6% bundesweit) konnten die Ungleichgewichte von Ausbildungsplatzangebot und -nachfrage noch nicht grundlegend beseitigt werden. So fiel die Zahl der bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) gemeldeten Ausbildungsplatzbewerber, die sich Ende September 2007 nicht in dualer Berufsausbildung befanden und weiterhin eine Vermittlung wünschten, mit 99.50002 deutlich größer aus als die Zahl der zum selben Zeitpunkt noch offenen Ausbildungsstellen (18.100). Andererseits haben Betriebe in einigen Regionen und Berufen bereits jetzt größere Probleme, geeignete Bewerber zu finden.
Erste Ergebnisse aus der BIBB-Erhebung über neu abgeschlossene Ausbildungsverträge zum 30.09.2007.
Hintergrundinformationen zur BIBB-Erhebung zum 30. September:
Die Erhebung wird jährlich auf der Grundlage des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) in direkter Zusammenarbeit mit den für die Berufsausbildung zuständigen Stellen durchgeführt. Berücksichtigt werden alle Ausbildungsverträge, die zwischen dem 1. Oktober des Vorjahres und dem 30. September des laufenden Jahres neu abgeschlossen und nicht vorzeitig wieder gelöst wurden. Die Vertragszahlen werden differenziert für Einzelberufe auf der Ebene der Arbeitsagenturbezirke erhoben. Anschlussverträge werden hierbei gesondert erfasst. Sie werden im Gegensatz zur Berufsbildungsstatistik des Statistischen Bundesamtes (StBA) nicht zu der Gesamtsumme der Neuabschlüsse hinzugerechnet, da die Anschlussverträge in der Regel eine Ausbildungsdauer von 24 Monaten unterschreiten.03Die Meldungen über neu abgeschlossene Ausbildungsverträge werden bis Ende November von den zuständigen Stellen an das BIBB übermittelt - erste Auswertungsergebnisse liegen bereits Mitte Dezember vor und finden für den Berufsbildungsbericht der Bundesregierung Verwendung.
Die Daten der BIBB-Erhebung zum 30. September können mit den Ende September von der Bundesagentur für Arbeit (BA) bilanzierten Ergebnissen ihrer Vermittlungsstatistik verbunden werden. Damit lassen sich zeitnah wichtige Informationen zum Marktgeschehen und zur Entwicklung von Ausbildungsplatzangebot und -nachfrage gewinnen.


















