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Erläuterungen

Berufsorientierungsprogramm in überbetrieblichen und vergleichbaren Berufsbildungsstätten nach der Richtlinie des BMBF vom 01.06.2010

FAQ (Stand: Dezember 2011)

Wer ist antragsberechtigt?

  • Antragsberechtigt sind Träger von überbetrieblichen und vergleichbaren Berufsbildungsstätten. Voraussetzung ist, dass sie allein oder in Kooperation mit anderen Bildungsstätten in mindestens drei Berufsfeldern überbetriebliche Lehrlingsunterweisung anbieten oder über eine entsprechende Erfahrung in der beruflichen Erstausbildung verfügen. Hierzu gehört auch Erfahrung mit BaE-integrativ (Berufsausbildung in außerbetrieblichen Einrichtungen), nicht jedoch die alleinige Erfahrung mit BvB (Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen (BVB) gem. SGB III). Entsprechende Werkstatteinrichtungen müssen vorhanden sein.
  • Offenheit für die Kooperation mit anderen Berufsbildungsstätten wird erwünscht, um ein vielfältiges Berufsspektrum anbieten zu können.

Sind außerbetriebliche Bildungseinrichtungen antragsberechtigt?

  • Ja, wenn sie die o.g. Bedingungen erfüllen.

Können auch nicht gemeinnützige Träger einen Antrag stellen?

  • Ja, wenn sie die o.g. Bedingungen erfüllen und geeignet sind, die Ziele der Richtlinien umzusetzen. Hierzu gehört auch eine Bonitätsprüfung.

Können auch Schulen einen Antrag stellen?

Nein.

  • Sie können jedoch auf Träger zugehen, diese von der Antragsstellung überzeugen und dann mit ihnen Kooperationsverträge abschließen.
  • Im Antrag muss angegeben werden, ob die Schule über einen Berufseinstiegsbegleiter verfügt.

Können auch Berufsschulen einen Antrag stellen?

Nein. Berufsschulen sind grundsätzliche keine Träger von Berufsbildungsstätten nach diesen Richtlinien. Sie unterliegen im Übrigen der ausschließlichen Zuständigkeit der Länder.

Sind Betriebe antragsberechtigt?

  • Grundsätzlich nein. Es sei denn, sie sind Träger einer Berufsbildungsstätte im Sinne der Richtlinien.

Welche Maßnahmen sind förderfähig?

  • Maßnahmen der Berufsorientierung (BO) in Berufsbildungsstätten und eine vorgelagerte Potenzialanalyse (PotiA) für Schülerinnen und Schüler von Schulen, die einen allgemeinbildenden Schulabschluss anbieten (in der Regel ab Klasse 8 bzw. 7) sind förderfähig.

Wie soll die Potenzialanalyse aussehen?

  • Es sind handlungsorientierte Verfahren gegebenenfalls in Verbindung mit biografischen Verfahren vorgesehen. Diese sind nach den Qualitätsstandards des BMBF und der "Handreichung zur Durchführung von Potenzialanalysen im Berufsorientierungsprogramm (BOP) des BMBF" durchzuführen. Darin sind exemplarisch Verfahren und Musterabläufe ausgeführt, die den Qualitätsstandards entsprechen.
  • In den FAQ Potenzialanalyse finden Sie detaillierte Informationen sowie  weiterführende Literaturhinweise zur Durchführung der Potenzialanalyse.

Wer führt die Potenzialanalyse durch, wenn es für eine Schule einen Berufseinstiegsbegleiter gibt?

Im November 2010 wurden im Rahmen der Bildungsketteninitiative für mehr als 1000 Schulen Berufseinstiegsbegleiter bestellt (BerEb-BK), die vorrangig u.a. Potenzialanalysen durchführen sofern diese noch nicht vorliegt. 

  • Wenn ein Träger vor dem 01.01.2011 bereits eine Bewilligung vom BIBB zur Durchführung der Potenzialanalyse erhalten hat, darf dieser Träger die Potenzialanalyse wie bewilligt durchführen.
  • Potenzialanalysen werden im Rahmen des BO-Programms nur bewilligt, wenn der Zuwendungsempfänger an Schulen, die einen BerEb-BK haben, für einen ganzen Jahrgang einer Klassenstufe die Potenzialanalyse übernimmt. Ist dies nicht gegeben, werden nur die Werkstatttage gefördert.
    Vor einer Bewilligung wird daher geprüft, ob ein Zuwendungsempfänger mit einer Schule kooperiert, in der ein BerEb-BK bestellt wurde. 
  • Die Ergebnisse der Potenzialanalysen sind dem Berufseinstiegsbegleiter zur Verfügung zu stellen.

Wie soll die praktische Berufsorientierungsmaßnahme aussehen?

Es soll eine praktische Einweisung in mindestens drei Berufsfeldern nach dem Stand der Technik und allgemeine Information über die Berufsausbildung durchgeführt werden

Die praktische Erprobung der eigenen Kompetenzen der Schüler/innen soll wie folgt durchgeführt werden:

  • Der Zeitraum pro Schüler/in soll 80 Stunden oder zwei Wochen (am Stück oder in Einzelabschnitte unterteilt, innerhalb oder außerhalb der Unterrichtszeit) umfassen.
    Der Anteil für die praktische Erprobung in den Werkstätten soll 65 Zeitstunden betragen und die tägliche Anwesenheit von 7 Stunden nicht überschreiten. Die verbleibende Zeit ist für die Vor- und Nachbereitung sowie die Auswertung der Potenzialanalyse und der Erfahrungen in der Bildungsstätte zu nutzen.
  • Die Gruppengröße soll nicht mehr als 15 Jugendliche umfassen. Bei Teilnahme von Förderschülerinnen und Förderschülern, die auch aus Regelschulen kommen können, soll die Gruppengröße weiter reduziert werden.
  • Es ist der Einsatz eines Projektleiters für Organisation und Koordination in den BBS vorzusehen.
  • Das betreuende Personal soll pädagogisch geschult sein (Ausbilder-Eignungsprüfung oder vergleichbare Qualifikation).
  • Es soll eine Abstimmung und Rückkoppelung (Vor- und Nachbereitung) der Projektleiter/in mit Schule, Lehrern, Eltern, Betrieben, Arbeitsagenturen, Grundsicherungsträgern sowie der Jugendhilfe und anderen lokalen Akteuren erfolgen.
  • Die BO-Maßnahmen müssen getrennt von überbetrieblichen/außerbetrieblichen Maßnahmen durchgeführt werden.
  • Es ist ein  Zertifikat am Ende der Maßnahme auszustellen, das Aussagen
    enthalten soll zu
    • Berufsbereichen, die praktisch erprobt wurden und die dafür
      ausgeführten Tätigkeiten/Werkstücke in jedem Berufsfeld,
    • Kompetenzen,
    • Neigungen,
    • Interessen,
    • individuellen Entwicklungspotenzialen
  • Es ist eine Dokumentation von Lernzielen und erkennbarem Förderbedarf, getrennt vom Zertifikat zu erstellen.

Welche Berufsfelder können angeboten werden?

Die Schülerinnen sollen die Möglichkeit haben, sich in mindestens 3 der unten aufgeführten Berufsfelder praktisch zu erproben. Im Interesse einer vielfältigen und individuellen Berufsorientierung können die Jugendlichen diese 3 Berufsfelder im Idealfall aus einem breiteren Angebot auswählen. Die Kooperation mit anderen Bildungsstätten ist erwünscht.
Liste der Berufsfelder (Stand 28.02.2011):

  • Landwirtschaft, Natur, Umwelt
  • Metall
  • Fahrzeuge
  • Elektro
  • SHK/Versorgungs- und Installationstechnik
  • Lebensmittel und Hauswirtschaft
  • Bau
  • Holz
  • Farbe und Raumgestaltung
  • Lager und Logistik
  • Verkauf
  • IT und Medien
  • Wirtschaft und Verwaltung
  • Gesundheit, Erziehung und Soziales
  • Kosmetik und Körperpflege
  • Hotel- und Gaststätten
  • Naturwissenschaften (z.B. Chemie, Kunststoffe, Physik, Erneuerbare Energien)
  • Textil, Leder und Bekleidung

Sind Maßnahmen im kaufmännischen und sozialen Bereich förderfähig?

  • Sofern die Ausbildung in diesen Bildungseinrichtungen der Lehrlingsunterweisung in überbetrieblichen Berufsbildungsstätten vergleichbar ist, sind Maßnahmen der Berufsorientierung dieser Träger förderfähig.

Wie werden Anträge gestellt?

  • Anträge nach diesen Richtlinien vom 1. Juni 2010 können nur noch bis 31.12.2011 gestellt werden. Grundsätzlich erfolgt die Antragstellung über das BO-Portal http://www.bo-portal.de.
  • Am 1. Januar 2012 treten die Richtlinien des BMBF vom 6. Dezember 2011 in Kraft. Es gilt ein geändertes Antragsverfahren. Weitere Informationen hierzu sind unter http://www.berufsorientierung.de eingestellt.

Wie sieht die Bewilligung aus?

  • Pro Maßnahme (Potenzialanalyse plus praktische BO-Maßnahme) und Schüler/in werden 800 € Ausgaben veranschlagt.
  • Davon beträgt die Zuwendung 500 € (Festbetrag) je Maßnahme/Schüler/in.
  • Der Zuschuss reduziert sich auf 300 € (Festbetrag) je Maßnahme/Schüler/in, wenn eine Potenzialanalyse (nach den vorgegebenen Standards) vor Beginn der praktischen BO-Maßnahme stattgefunden hat.
  • Der Zuschuss erhöht sich jeweils um 100 € pro Teilnehmer/in, soweit es sich um Förderschüler/innen handelt.
  • Mittel der Bundesagentur für Arbeit oder der Grundsicherungsträger können für dieses Programm (z. B. für das Einbringen von Drittmittel) nicht verwendet werden.
  • Pro Schüler kann nur eine Berufsorientierungsmaßnahme gefördert werden.
  • Grundlage des Zuwendungsbescheides sind die Allgemeinen Nebenbestimmungen für Projektförderung (ANBest-P)
  • Ein Zuwendungsempfänger ist verpflichtet:
    • Bei Ausschreibungen, Bekanntmachungen, Veröffentlichungen und Ähnlichem auf die Förderung durch das BMBF hinzuweisen;
    • an Evaluation und Verbleibstudien mitzuwirken und die hierfür erforderlichen Angaben bis zu 4 Jahre nach Ablauf der Maßnahme aufzubewahren;
    • die Mitwirkung der Teilnehmer/innen und Schulen bei der Evaluation sicherzustellen.

Was gilt für Umfang und Grenzen der Förderung?

Ist eine Wiederholung der Förderung möglich?

  • Nein, die Förderung ist auf eine Berufsorientierungsmaßnahme pro Schüler/in begrenzt.

Gibt es eine Begrenzung der Schülerzahl, für die eine Berufsorientierung durchgeführt werden soll?

  • Nein, es gibt grundsätzlich keine Begrenzung der Schülerzahl pro Antragsteller. Die Begrenzung ergibt sich aus den Kapazitäten der Berufsbildungsstätte. Eine möglichst gleichgewichtige Vergabe der Fördermittel wird aber angestrebt.

Gibt es Richtsätze für die Höhe der Ausgaben bzw. Obergrenzen für Personal- und Sachausgaben?

  • Nein, es gibt keine Richtsätze und Obergrenzen, da es sich um eine Festbetragsfinanzierung handelt. Eine Benennung der Ausgaben ist aber im Rahmen des Verwendungsnachweises erforderlich.

Können Fördermittel für die Einstellung zusätzlichen Personals verwandt werden?

  • Personalausgaben die im Rahmen des Projektes anfallen, können abgerechnet werden.

Gibt es einen Mindestumfang der Maßnahme zur Erreichung der Förderfähigkeit?

  • Die Förderung setzt eine regelmäßige Teilnahme voraus. Für Fehlzeiten müssen wichtige Gründe nachgewiesen werden.

Wie sind die Zahlungsmodalitäten?
Wann wird die Fördersumme ausbezahlt?

  • Nach abgeschlossenen Teilmaßnahmen kann entsprechend der Schülerzahl die anteilige Zuwendung ausgezahlt werden.

Wie wird ausgezahlt?

  • Nach Abschluss der Maßnahme bei Vorliegen folgender Voraussetzungen:
    • Teilnahme an der Potenzialanalyse;
    • Regelmäßige Teilnahme der Jugendlichen an der praktischen BO-Maßnahme; bei Fehlzeiten müssen wichtige Gründe nachgewiesen werden

Sind Abschlagszahlungen möglich?

  • Nach der Durchführung der PotiA kann ein Abschlag in Höhe von 200,00 € je Maßnahme/Schüler/in ausbezahlt werden.
  • Bei Maßnahmen, die über einen längeren Zeitraum laufen, kann für Schüler/innen, die die Maßnahmen zu 50% (40 Std.) durchlaufen haben, eine Abschlagszahlung in Höhe von 35% (105,00 €) des veranschlagten Festbetrages gezahlt werden.

Müssen Drittmittel eingebracht werden?

  • Nicht zwingend erforderlich. Es wird jedoch erwartet, dass sich die Länder, Kommunen und private Geldgeber beteiligen, auch zur Abdeckung der Fahrtkosten.

Können ESF-Mittel als Kofinanzierung eingebracht werden?

  • Ja, eine Kofinanzierung mit ESF-Mitteln ist möglich.

Können Mittel der Bundesagentur für Arbeit (BA) oder der Grundsicherungsträger als Kofinanzierung eingebracht werden?

  • Nein, die Kofinanzierung aus BA-Mitteln oder Mitteln der Grundsicherungsträger ist nicht möglich. Aus solchen Mitteln geförderte Maßnahmen können jedoch - getrennt vor- bzw. nachgeschaltet - die vom BMBF geförderte Berufsorientierung ergänzen.

Handelt es sich bei den 80 Stunden der Maßnahme um Zeit- oder Schulstunden?

  • Die Maßnahme muss 80 Zeitstunden à 60 Minuten umfassen. Davon soll die praktische Erprobung in den Werkstätten mindestens 65 Zeitstunden betragen.

Was ist bei Kooperationsvereinbarungen mit Schulen zu beachten?
Welche Schulen können am Programm teilnehmen?

  • Die Schulen müssen einen allgemeinbildenden Schulabschluss anbieten. Das Programm richtet sich hauptsächlich an Haupt-, Förder- und Realschulen.

Muss mit jeder Schule eine Kooperationsvereinbarung getroffen werden?

  • Kooperationsvereinbarungen müssen grundsätzlich mit den jeweiligen Schulen einzeln geschlossen werden. In Ballungsräumen kann (bei Beteiligung vieler Schulen) die Kooperationsvereinbarung zur Vereinfachung auch mit dem Schulamt oder dem Kultusministerium bzw. der Bezirksregierung abgeschlossen werden.

In welcher Form muss die Kooperationsvereinbarung vorgelegt werden?

  • Eine rechtsverbindliche schriftliche Vereinbarung ist erforderlich. Für die Ausgestaltung werden keine Vorgaben gemacht. Es empfiehlt sich jedoch, versicherungsrechtliche, haftungsrechtliche und datenschutzrechtliche Regelungen aufzunehmen.

Welche Anforderungen werden an den Verwendungsnachweis gestellt?
Welche Unterlagen müssen Sie mit dem Verwendungsnachweis einreichen?

  • 6 Monate nach Ablauf des Bewilligungszeitraumes muss ein Verwendungsnachweis vorgelegt werden. Dieser besteht aus einem Sachbericht und einem Zahlenmäßigen Nachweis.
    • Sachbericht
      Im Sachbericht sind die durchgeführten Maßnahmen im Bewilligungszeitraum darzustellen. Der Sachbericht muss insbesondere zur Erreichung der Ziele des Projektes Stellung nehmen und auf die Besonderheiten der Maßnahmen eingehen. Es sind auch Abweichungen zur Planung zu erläutern.
    • Zahlenmäßiger Nachweis
      Der Zahlenmäßige Nachweis gibt einen Überblick über die finanzielle Ausgestaltung des Projektes. Er umfasst die
      • die summarische Darstellung der Einnahmen und Ausgaben,
      • die Berechnung der Ausgaben je Schüler/in
      • die Finanzierung des Vorhabens, aufgeteilt nach Eigenmittel, Drittmittel und Zuwendung,
      • Schüler-Teilnahmelisten, aufgeschlüsselt nach Potenzialanalyse, Werkstatttagen und Förderschüler (soweit nicht bereits bei den Mittelanforderungen eingereicht) und
      • eine statistische Darstellung der Teilnehmerzahlen unter Auflistung der beteiligten Schulen.

Es ist keine tabellarische Belegübersicht, in der die Ausgaben einzeln aufgeführt werden, erforderlich.

Zu Prüfzwecken sind aber Unterlagen bis 5 Jahre nach Vorlage des Verwendungsnachweises vorzuhalten, die die Höhe der Ausgaben belegen können. 
Die erforderlichen Vordrucke für den Verwendungsnachweis sind im Internet auf der Seite des BO-Programms unter "Formulare und Hilfen zur Antragstellung" eingestellt. 

Welche Unterlagen müssen Sie mit dem Zwischennachweis einreichen?

. Bis 30.04. eines Jahres ist für das vergangene Haushaltsjahr ein Zwischennachweis vorzulegen. Dieser besteht aus  einem Sachbericht und einem Zahlenmäßigen Nachweis. Es gelten die die Ausführungen zum Verwendungsnachweis (s. o.)


Hotline: (0228) 107-1031    E-Mail: berufsorientierung@bibb.de

Letzte Änderung: 02.01.2012


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