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Prozessorientierung in der beruflichen Bildung

Cover des Flyers 'Prozessorientierung in der beruflichen Bildung'

Der Übergang zur Informations- und Dienstleistungsgesellschaft führt zu grundlegenden Veränderungen der Arbeitsinhalte, -prozesse und -strukturen. Arbeitsprozessorientierte Aus- und Weiterbildungskonzepte markieren den Wandel in der modernen Facharbeit, die in Geschäftsprozesse eingebunden ist. Im Arbeitsprozess funktional unterschiedliche Tätigkeiten hängen in Geschäftsprozessen zusammen. Unberechenbare Veränderungen des Umfelds und Dynamiken innerhalb einer Organisation erfordern ein hohes Problemlösepotential für komplexe Aufgaben und ein flexibles internes Reagieren bei minimalen Reibungsverlusten.

Von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen wird zunehmend erwartet, dass sie im Sinne des Gesamtprozesses verantwortlich und elastisch denken und handeln. Dies setzt voraus, dass sie die Zusammenhänge ihrer Arbeit analysieren können und besser verstehen sowie dass sie in der Lage sind, Fehlentwicklungen frühzeitig zu korrigieren im Hinblick auf Qualität, Kosten und Zeit. Die Befähigung zur erfahrungs- und wissensbasierten Mitgestaltung der Arbeitswelt ist mittlerweile ein Leitbild moderner Berufsbildung.

Um den Anschluss der Berufsbildung an die Facharbeit in sich wandelnden und vernetzten Arbeits- und Geschäftsprozessen zu sichern, bedarf es einer arbeitsprozessbezogenen Aus- und Weiterbildung im Zusammenhang mit einer stärker partizipativen Organisationsentwicklung, die die Lern- und Bildungspotentiale konkreter Arbeit ausschöpft und nutzbar macht. Zur Überwindung funktionsorientierter Konzepte wird in der Berufsbildungspraxis insbesondere im Rahmen von Modellvorhaben daran gearbeitet, charakteristische Arbeitsaufgaben und -prozesse zu entschlüsseln, d.h.

  • inhaltlich relevante Dimensionen der Arbeitsprozesskompetenz als Lernziele zu identifizieren und auszuschärfen gemäß den Anforderungen an die berufliche Handlungskompetenz;
  • geeignete didaktische Wege, Methoden und Instrumentarien der Vermittlung entsprechender Kompetenzen aufzuzeigen;
  • die neue Rolle der Ausbilder und Ausbildungsbeauftragten zu definieren und diese dafür zu qualifizieren sowie
  • angemessene Organisationsformen zu einer dual-kooperativen Umsetzung der Arbeits- und Geschäftsprozessorientierung zu entwickeln, die durch die Auswahl der Lern- und Arbeitsorganisation berufliches Erfahrungslernen und Wissensaneignung verknüpfen.
Fachliche Betreuung im BIBB:

Dr. Dorothea Schemme
Telefon: 0228-107-1512
E-Mail: schemme@bibb.de

Modellversuche


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