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Internationalisierung der Berufsbildung

Strategien - Konzepte - Erfahrungen - Handlungsvorschläge

Die Globalisierung der Wirtschaft macht die Internationalisierung der Berufsbildung unverzichtbar. Dies um so mehr, als Dienstleistungen, Produkte und Teilkomponenten zunehmend weltweit eingekauft und verkauft werden können und auch als Service entsprechend gewährleistet werden müssen. Wie ist die berufliche Bildung in Deutschland auf diese veränderte Qualifikationsanforderungen vorbereitet?

Modernisierung und Reformfähigkeit des Berufsbezogenen Lernens in Deutschland stehen im Kontext europäischer bzw. Internationaler Entwicklungen von Arbeit und Bildung. Im übergreifenden Sinne liegt eine der bedeutensten Folgen der Internationalisierung des Wirtschaftens in einem veränderten Verhältnis von Bildungs- und Beschäftigungssystem. Diese stehen unter dem Aspekt der Internationalisierung des Wirtschaftens mehr denn je in einer dynamischen Interdependenz. Das Auseinanderdriften des Qualifikationsbedarfs der Wirtschaft und der auf dem Arbeitsmarkt verfügbaren Qualifikationen ("skills gap") aufgrund der technologischen und demographischen Entwicklungen und des Übergangs in die Informations- und Wissensgesellschaft wird durch die weitere Globalisierung verstärkt werden. Die fehlende Deckung des Bedarfs an internationalen Qualifikationen kann sich dann auch als Nachteil im globalen Wettbewerb erweisen.

Speziell in den Staaten und "Wissensgesellschaften" der Europäischen Union gewinnt die Internationalisierung als nationale politische Strategie deutlich an Stellenwert. Damit rücken die Strategien und Maßnahmen der Öffnung des deutschen Systems der Berufsbildung sowie ihrer internationalen Anschlussfähigkeit in das Blickfeld der Berufsbildungsforschung.

Auch andere Bildungsteilsysteme befinden sich in Veränderungsprozessen, die maßgeblich von länderübergreifenden Vereinbarungen und Maßstäben beeinflußt werden. So berührt die Internationalisierung den Hochschulsektor - unterstützt durch den "Bologna-Prozeß" der EU - in seinen Strukturen (Stichworte: Credit-Point-System, Bachelor- und Masterabschlüsse etc.) sowie in seinen Ausbildungsinhalten und Ausbildungszielen (spezielle Studieneinrichtungen, Berücksichtigung länderübergreifender Fachkenntnisse in den üblichen Studienrichtungen etc.).

Andere Staaten in Europa berücksichtigen explizit das internationale Argument für die Reform ihrer Berufsbildung. Die komparative Analyse beruflicher Aus- und Weiterbildung zeigt, beispielsweise mit den Niederlanden, dass das "internationale Argument" dort ein zentrales Gewicht in der Neuordnung beruflicher Bildung besitzt. So können Auszubildende des kaufmännischen Bereichs in den Niederlanden - neben der obligatorischen Zweitsprache - eine dritte Sprache erlernen. Darüber hinaus können die jungen Erwachsenen in jeder Ausbildungsrichtug einen Lernbereich absolvieren, der explizit - im Umfang von etwa 150 Ausbildungsstunden - in Hinsicht auf die zukünftige Bewältigung berufsspezifisch international geprägter Anforderungen sowie auf die Bereitschaft und Fähigkeit zur grenzüberschreitenden Mobilität vorbereitet. In Dänemark sollen bis 2002 sämtliche Bildungs- und Ausbildungsmaßnahmen internationalisiert sein. Die dortigen Sozialpartner sind sich bezüglich der Internationalisierung einig.

Diese Hinweise zeigen die Ausgangsüberlegungen auf. Die Autoren der Untersuchung gehen von der Annahme aus, dass die Strukturen und Formen der Berufsbildung in Deutschland, vornehmlich diejenigen nach Berufsbildungsgesetz, bislang kaum angemessen und systematisch den veränderten Rahmenbedingungen und Ansprüchen begegnen können. Vor diesem Hintergrund stellen die Autoren die Überlegung in den Mittelpunkt ihrer Betrachtung, dass der Erwerb internationaler Kompetenzen für die Absolventen öffentlich-rechtlich organisierter Berufsbildung strukturell ermöglicht werden soll. Der Erwerb internationaler geprägter Kompetenzen, die im Rahmen beruflicher Bildungsaktivitäten zu internationalen beruflichen Handlungskompetenzen führen, erfolgt auf Basis ausgesuchter fachlicher und berufsübergreifender Lernbereiche sowie mithilfe curricular verankerter Berufsbildungsgänge, die den internationalen Aspekt und den Lernort im Ausland systematisch in die Aus- und Weiterbildung integrieren.

Insofern meinen die Autoren, dass im Rahmen der Strategien zur Internationalisierung der deutschen beruflichen Bildung - auch im Hinblick auf die Positionierung und Wettbewerbsfähigkeit des Dualen Systems der Berufsbildung in Europa - die Formen und Inhalte der beruflichen Bildung der jungen Erwachsenen in den Vordergrund zu rücken sind.

Letzte Änderung: 03.11.2006

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