1. Arbeitstreffen 2009 von TTnet Deutschland vom 18./19. März 2009
Zusammenfassung
Ausbilderinnen/Ausbilder
In seinem Beitrag zur Ausbilderqualifizierung mit einem starken Plädoyer für das Thema in Forschung und Praxis stellte Dr. Reinhard Zedler (FH Remagen) auch den Zusammenhang mit der neuen AEVO her. Es sei zu hoffen, dass der Bereich der Ausbilderqualifizierung bei dieser Gelegenheit aus der Vernachlässigung in Forschung und Politik herauskomme und mit der neuen klareren Profilierung der Ausbilderinnen und Ausbilder ein Neuanfang ihrer Qualifizierung gesetzt und fortgeführt wird. Er erinnerte an die Bedeutung der fachlichen und pädagogischen Qualifikation und die bereits relativ erfolgreiche Arbeit zusammen mit Lehrern an berufsbildenden Schulen bezüglich der Berufsabschlussquote.
Dr. Rheinhard Zedler
In der anschließenden Diskussion, kam ein reges Interesse an der Neuregelung und ihren neuen inhaltlichen Ausrichtungen zum Ausdruck. Philipp Ulmer vom BIBB verwies auf geplante Veröffentlichungen und Erläuterungen zur neuen AEVO.
Prüfungen
Ausbilder sollen auf Prüfungen vorbereiten. Ausbilder leisten wichtige Beiträge in Vorbereitung und Durchführung von Prüfungen. Neue Prüfungskonzepte stellen neue Anforderungen an Ausbilder. Großes Interesse fanden deshalb die umfassenden Überlegungen zu handlungsorientierten Prüfungen von Dr. Hans-Joachim Müller (TU-Kaiserslautern) im Kontext des Leitprinzips der Kompetenzorientierung. Zentrale Punkte waren:
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- Die Schere zwischen betrieblichen Erfordernissen und Prüfungs-Anforderungen vergrößert sich.
- Wie kann die Fähigkeit beruflicher Handlungskompetenz in berufstypischen Verwendungssituationen modelliert, beschrieben und abgeprüft werden?
- Kompetenzen können nur durch Aufgaben beschrieben werde, bei deren Bearbeitung diese Kompetenzen sichtbar werden.
- Angesichts unterschiedlicher Schwächen praktischer Prüfungsformen stellt sich die Frage, wie sich die divergierenden Anforderungen der Funktionen von Prüfungen mit den Vorgaben des Gesetzgebers und den Rahmenbedingungen in Übereinstimmung bringen lassen.
- Wie kann angesichts der Umsetzungsprobleme valider praktischer Prüfungen das Konstrukt "Handlungskompetenz" in schriftlichen Prüfungen besser erfasst und bewertet werden?
- Angesichts des Einflusses von Prüfungen auf Lernprozesse und zur Vermeidung einer Verdopplung der Ausbildung für Beruf und Prüfungen sollten Prüfungen in ihren inhaltlichen und strukturellen Anforderungen so nahe wie möglich an Situationen und Aufgaben orientiert sein, in denen sich die entwickelten Kompetenzen danach erweisen sollen.
Dr. Hans-Joachim Müller
Ein Arrangement für Kompetenzmodellierung und -Prüfung für VET LSA stellte Prof. Dr. Reinhold Nickolaus (Uni Stuttgart) im Automobilbereich vor.
Elisabeth Portz-Schmitt von der HWK Rheinhessen berichtete über Ergebnisse des Modellversuchs "Flexkom" und weiterführenden Aktivitäten berufsbiografische und Selbstkompetenz in der Ausbildung zu etablieren.
Elisabeth Portz-Schmitt
Herold Gross (BIBB) berichtete von der Cedefop-Konferenz "Teachers & Trainers at the Heart of Innovation and VET Reforms" (23-24 Februar 09, Thessaloniki) und der TTnet Jahreskonferenz ( 25.Februar 09, Thessaloniki ) und über die Validation des TTnet Entwurfs "Gemeinsamer Referenzrahmen für Lehr- und Ausbildungspersonal in der beruflichen Bildung". Bei der ersten Konferenz wurden leider häufig noch schulische und betriebliche Berufsbildung als getrennte bzw. entgegengesetzte Bereiche gesehen. Fortschritte beim Ausbildungspersonal lassen sich in praktischer Unterstützung und Forschung offensichtlich dann erzielen, wenn die Zielgruppen profilsscharf definiert werden, z.B. zwischen ausbildenden Fachkräften und "Berufstrainern" sauber unterschieden wird. Erfreulich war eine vergleichsweise starke Präsenz von Vertretern aus Deutschland auf der Konferenz. Mehr Information unter:
http://www.cedefop.europa.eu/etv/news/default.asp?idnews=4042 und in der
Herold Gross
Auf der TTnet Jahreskonferenz wurde über die TTnet Workshops zum "Mentoring" in der Berufsbildung und die Validierung des Kompetenzrahmens für Ausbildungspersonal berichtet und das neue Arbeitsprogramm vorbereitet. Grundsätzlich zeigt sich, dass Länder die nationale Fortbildungsregelungen bzw. Standards für Trainer/Ausbilder haben oder etablieren wollen, ein größeres Interesse an diesem Ansatz haben.
Mehr Information unter:
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Herold Gross
- class="pptLink">Validierung des TTnet Entwurfs "Gemeinsamer Referenzrahmen für Lehr- und Ausbildungspersonal in der beruflichen Bildung"
- class="pptLink">Validierung des TTnet Entwurfs "Gemeinsamer Referenzrahmen für Lehr- und Ausbildungspersonal in der beruflichen Bildung"





