Sie befinden sich hier:

Sprachversion:

 

Seite drucken Seite empfehlen Seite vorlesen Pressemitteilung

10/ 2010
Bonn, 18.03.2010

 

Ministerin Sommer und BIBB-Präsident Kremer zeichnen sechs Preisträger mit dem "WIP 2010" aus

Weiterbildungs-Preisverleihung auf der "didacta" in Köln

Barbara Sommer, Ministerin für Schule und Weiterbildung in Nordrhein-Westfalen, und Manfred Kremer, Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB), haben sechs Preisträger mit dem "Weiterbildungs-Innovations-Preis 2010" (WIP) ausgezeichnet. Mit dem WIP (www.bibb.de/wip) würdigt das BIBB in diesem Jahr bereits zum zehnten Mal zukunftsweisende Projekte und Initiativen, die sich mit ihren innovativen Ansätzen um die berufliche und betriebliche Weiterbildung verdient gemacht haben. Mit der Auszeichnung ist eine Geldprämie in Höhe von 2.500 € je Preisträger verbunden. Die Preisverleihung findet am heutigen Donnerstag innerhalb des vom BIBB organisierten Forums "Ausbildung/Qualifikation" auf der Bildungsmesse "didacta" in Köln statt.

Barbara Sommer, Ministerin für Schule und Weiterbildung in Nordrhein-Westfalen:
"Das Erweitern der Kompetenzen von Fach- und Führungskräften ist und bleibt eine wichtige Aufgabe in unserem Weiterbildungssystem. Es führt auch zu einer verbesserten Arbeitszufriedenheit, und wer zufrieden ist, ist leistungsfähiger, kreativer und schließlich erfolgreicher. Ich freue mich deshalb, dass der WIP viele Menschen motiviert, die Möglichkeiten der Weiterbildung optimal zu nutzen."

Manfred Kremer, Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB): "Lebenslanges Lernen, so lautet die zentrale bildungspolitische Forderung vor dem Hintergrund des demografischen Wandels. Der Weiterbildung fällt dabei eine Schlüsselrolle zu. Die WIP-Preisträger sind mit ihren innovativen Konzepten Leuchttürme für eine zukunftsweisende Gestaltung der beruflichen Bildung. Sie tragen mit ihren Projekten und Initiativen dazu bei, Fachkräfte zu qualifizieren, Arbeitsplätze zu sichern und die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft zu erhalten. Für das BIBB gibt der WIP mit seinen knapp 200 Bewerbungen pro Jahr wichtige Hinweise zur Entwicklung des Qualifikationsbedarfs und damit wertvolle Impulse für die Weiterentwicklung der Berufsbildung. Nach nunmehr 10 Jahren hat sich der WIP als Markenzeichen in der Weiterbildungsbranche etabliert und trägt zur Qualitätssicherung bei."

Pressefotos im Internetangebot des BIBB unter www.bibb.de/pressefotos

 



Kurzbeschreibungen der sechs Preisträger des "Weiterbildungs-Innovations-Preises 2010" (WIP)

"Frankfurter Weg zum Berufsabschluss"
Werkstatt Frankfurt e.V.
Im Mittelpunkt des prämierten Projekts steht die Förderung zum selbstständigen Arbeiten und selbstorganisierten Lernen - entscheidende Voraussetzungen, um im Erwerbsleben bestehen zu können. Ziel des "Frankfurter Weges" ist es, arbeitslosen An- und Ungelernten neue berufliche Handlungsfähigkeit durch den Erwerb der erforderlichen Berufserfahrung im praxisorientierten Arbeitszusammenhang zu vermitteln. Das modulare Konzept ist mehrstufig auf Qualifizierungsbausteinen aufgebaut und so gestaltet, dass ein anerkannter Berufsabschluss nach § 45 Berufsbildungsgesetz (Externenprüfung) erworben werden kann. Die hohe (Berufs)Abschlussquote von rund 85 % belegt den Erfolg der Maßnahme. Die Jury würdigt die erfolgreiche Umsetzung des Konzepts des lebensbegleitenden Lernens und lobt den "Frankfurter Weg" als ein Musterbeispiel für eine abschlussbezogene Nachqualifizierung vor allem für Geringqualifizierte, Langzeitarbeitslose und Personen mit Migrationshintergrund.

Kontakt: Conrad Skerutsch, Werkstatt Frankfurt, Mainzer Landstr. 405, 60326 Frankfurt am Main, Tel.: 069 / 68097-500,
E-Mail: conrad.skerutsch@werkstatt-frankfurt.de; Web: www.werkstatt-frankfurt.de

 

"Mikro-Makro-System  für lebenslanges Lernen in metallverarbeitenden Betrieben"
Fraunhofer Institut für Arbeitswissenschaft und Organisation (IAO), Stuttgart, und
Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen (ZNL), Ulm
Das prämierte Projekt verfolgt mit einem interdisziplinären, branchenspezifischen Ansatz das Ziel, lebenslanges Lernen und kontinuierliche Mitarbeiterentwicklung nachhaltig in metallverarbeitenden Betrieben zu verankern. Dabei setzt es auf drei Ebenen an. Bei den Führungskräften, die geschult werden, bei den Mitarbeitern die notwendige Lernmotivation zu entwickeln und als Berater Lernprozesse zu ermöglichen und zu begleiten, und bei den Beschäftigten, die ihre Lernkompetenzen und Lernmotivation erweitern. Die dritte Ebene bildet die tägliche Arbeitsumgebung: In Zusammenarbeit  mit den Verantwortlichen für das gesamte Produktionssystem werden Handlungsempfehlungen zur gezielten Nutzung des Arbeitsumfeldes als Lernumgebung erarbeitet. Das professionelle Zusammenspiel aller Ebenen gewährleistet, dass das Gesamtkonzept zur Verbesserung von Lern- und Lernbegleitkompetenzen erfolgreich im Unternehmen eingesetzt werden kann. Die Jury würdigt das Projekt insbesondere für seinen bedarfsorientierten, ganzheitlichen und innovative Organisations- und Weiterbildungsformen nutzenden Ansatz.

Kontakt: Dr. Josephine Hofmann (IAO), Nobelstraße 12, 70569 Stuttgart, Tel.: 0711 / 970-2095,
E-Mail: josephine.hofmann@iao.fraunhofer.de, Web: www.laengerlernen.iao.fhg.de
Dorothee Reiners (ZNL), Beim Alten Fritz 2, 89075 Ulm, Tel.: 0731 / 500 62039,
E-Mail: Dorothee.reiners@znl-ulm.de, Web: www.znl-ulm.de

 

"Sprachausbildung für die Polizei"
Bundesministerium für Inneres, Sicherheitsakademie, Wien (Österreich)
Ziel des prämierten Projekts ist es, Polizeibeamten und Beschäftigten im öffentlichen Dienst in Österreich zusätzlich zu sprachlichen und interkulturellen Kompetenzen auch die berufliche Handlungskompetenz zu vermitteln, die den Ansprüchen eines modernen Staates und einer modernen Verwaltung in einer multikulturellen Gesellschaft gerecht wird. In Lerntandems, Exkursionen, Schulungen und unter Einsatz vielfältiger Medien werden Toleranz, Solidarität und das gemeinsame Miteinander gefördert und mögliche Konflikte bereits im Vorfeld verhindert. Die Jury überzeugte vor allem, dass hier ein umfassendes Gesamtkonzept für ein kontinuierliches berufsbegleitendes und berufsspezifisches Sprachenlernen entwickelt wurde, das sprachdidaktisch bestens durchdacht ist und an die Richtlinien des EU-Referenzrahmens für Sprachen anknüpft. Eine Erweiterung der bisherigen Sprachpalette auf demnächst 14 Zielsprachen ist vorgesehen. Erstmals in der Geschichte des WIP wird ein Preisträger aus dem deutschsprachigen Ausland ausgezeichnet.

Kontakt: Thomas Greis, Bundesministerium für Inneres, Sicherheitsakademie, Herrengasse 7, A-1014 Wien, Tel.: 0043 153 126 4868,
E-Mail: thomas.greis@bmi.gv.at

 

"Trialer Studiengang ,Ausbildung - Meister - Studium'"
Handwerkskammer (HWK) Köln
Das anspruchsvolle Projekt verknüpft die Facharbeiterausbildung im Betrieb und die Meisterausbildung an der HWK Köln mit einem Studium an der Fachhochschule des Mittelstands. Der "Triale Studiengang", der erstmals ab Herbst 2010 angeboten wird, schafft einen attraktiven Karrierepfad, der leistungsstarke Ausbildungsinteressierte und insbesondere auch Frauen für eine Ausbildung im Handwerk motivieren soll. Beginnend mit einer Ausbildung im dualen System über die Weiterbildung zum Meister führt der Weg unter Anrechnung der erworbenen Kompetenzen hin zu einem Bachelor-Abschluss "Handwerksmanagement" mit der Option eines anschließenden Master-Studiums. Die Jury würdigt das deutschlandweit einzigartige Projekt, weil es bereits etablierte und anerkannte Abschlüsse der beruflichen und hochschulischen Bildung zu einem neuen, kompakten Bildungsgang kombiniert. Es trägt dadurch dazu bei, die Zahl der Ausbildungsplätze im Handwerk zu steigern und sowohl den wachsenden Bedarf an höherqualifizierten Mitarbeitern als auch nach Führungsnachwuchs zu decken.

Kontakt: Michael Brücken, HWK Köln, Köhlstraße 8, 50827 Köln, Tel.: 0221 / 20 22 749,
E-Mail: bruecken@hwk-koeln.de, Web: www.hwk-koeln.de

 

"Unternehmensspezifisches Coaching im Rahmen der beruflichen Rehabilitation"
Handwerkskammer (HWK) Chemnitz

Ziel des prämierten Projekts ist es, länger erkrankten Beschäftigten, die auch nach einer beruflichen Rehabilitation den Anforderungen ihres "alten" Arbeitsplatzes nicht mehr gewachsen sind, eine neue Beschäftigungsmöglichkeit im bisherigen Unternehmen zu ermöglichen. Die Mitarbeiter/-innen der HWK Chemnitz fungieren dabei als "Berater" und "Lotse" für den optimalen Ausgleich von gesundheitlichen, individuellen und betrieblichen Interessen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer und begleiten die parallel ablaufenden Wiedereingliederungs- und Qualifizierungsprozesse. Diese Basisqualifizierungen werden durch einen externen Coach im Unternehmen durchgeführt, der vertiefte Qualifizierungsteil wird dann unternehmensintern abgesichert. Betriebe werden so in Zeiten zunehmenden Fachkräftemangels unterstützt, motivierte Mitarbeiter/-innen und deren Knowhow trotz gesundheitlicher Einschränkungen im Unternehmen zu halten. Die Jury würdigt das innovative und erfolgreiche Konzept und hebt insbesondere die klassische "win-win-Situation" für alle Beteiligten hervor.

Kontakt: Kathrin Rudolph, HWK Chemnitz, Limbacher Str. 195, 09116 Chemnitz, Tel.: 0371 / 53 64 184,
E-Mail: k.rudolph@hwk-chemnitz.de, Web: www.hwk-chemnitz.de 

 

Sonderpreis zum Thema "Durchlässigkeit zwischen beruflicher und hochschulischer Bildung": "Master-Studiengang in Social Banking and Social Finance"
Institute for Social Banking - Training and Research, Bochum
Bei dem prämierten Projekt handelt es sich um einen berufsbegleitenden, modular aufgebauten sechssemestrigen internationalen Master-Studiengang, der sich für ein sozial und ökologisch orientiertes Bankwesen sowie einen ethischen Umgang mit Geld starkmacht. Zugelassen sind Berufstätige aus dem Bank-, Finanz- und Versicherungswesen mit langjähriger Berufserfahrung, auch ohne üblicherweise verlangte schulische oder akademische Abschlüsse. Voraussetzung ist die erfolgreiche Absolvierung eines wissenschaftlichen Vorbereitungskurses. Das Institute for Social Banking in Bochum ist Partner für den von der Universität Plymouth angebotenen Master-Studiengang. Die Jury würdigt dieses herausragende und innovative Konzept unter anderem, weil es bei der beruflichen Praxis als Gegenstand akademischer Qualifizierung ansetzt und hochqualifizierten und motivierten erfahrenen Praktikern eine umfassende Reflexion und Weiterentwicklung ihres Berufslebens und ihrer Karriere ermöglicht.

Kontakt: Anja Hauser, Institute for Social Banking, Christstraße 9, 44798 Bochum, Tel.: 0234 / 579 7185,
E-Mail: anja.hauser@social-banking.org, Web: www.social-banking.org

Letzte Änderung: 23.03.2010


Tools:


Herausgeber: Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)
Der Präsident
Robert-Schuman-Platz 3
53175 Bonn
http://www.bibb.de

Copyright: Die veröffentlichten Inhalte sind urheberrechtlich geschützt.
Namentlich gekennzeichnete Beiträge stellen nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers dar.