DECVET - eine Pilotinitiative zur Förderung von Durchlässigkeit und Transparenz in der Berufsbildung in Deutschland
Die Ziele der DECVET - Pilotinitiative
Egon Meerten
Mit der DECVET-Pilotinitiative sollen pilothaft Reformansätze eruiert und erprobt werden, die innerhalb des deutschen Berufsbildungssystems Transparenz und Durchlässigkeit (im Sinne anschlussfähiger Übergänge) fördern. Dazu werden in 10 betriebspraktisch ausgerichteten Pilotprojekten Modelle für ein Leistungspunktesystem zur Erfassung, Übertragung und Anrechnung von Lernergebnissen und Kompetenzen von einem Teilbereich des beruflichen Bildungssystems in einen anderen entwickelt und erprobt.
Die Initiative konzentriert sich insbesondere auf vier zentrale Teilsysteme der deutschen Berufsbildung, deren gegenseitige Anschluss- und Übergangsmöglichkeiten derzeit noch wesentliche Mängel aufweisen:
- Das sog. Übergangssystem. In diesem System werden Jugendliche, die keinen Ausbildungsplatz gefunden haben, in verschiedensten berufsvorbereitenden Qualifizierungsmaßnahmen auf eine duale (betriebliche) Ausbildung vorbereitet. Die Übergänge in Ausbildung gestalten sich zumeist jedoch schwierig und viele Jugendlichen verbleiben oftmals Jahre in diesem System wie in einer Sackgasse.
- das duale Ausbildungssystem, in dem auf der Grundlage bundeseinheitlicher Ausbildungsordnungen Jugendliche in Betrieben praktisch und parallel in Berufsschulen fachtheoretisch ausgebildet werden.
- Vollschulische Ausbildung in beruflichen Schulen ( mit betrieblichen Praktika und Abschlussprüfung)
- gesetzlich geregelte berufliche Fortbildung ( z.B. Meisterfortbildung)
Über die Implementierung transparenter und transferierbarer Anrechnungsmodelle wird angestrebt, die vertikale und horizontale Durchlässigkeit zwischen diesen Subsystemen beruflicher Bildung zu erhöhen und damit die Planungsmöglichkeiten und Umsetzungschancen für individuelle Qualifizierungs- und Karrierewege im Kontext lebenslangen Lernens wesentlich zu verbessern. Darüber hinaus werden von derartigen Anrechnungsmodellen positive Impulse für eine bessere Verknüpfung von Lernformen und intensivere Kooperationen der Bildungsinstitutionen erwartet.
Wissenschaftlich begleitet wird die Initiative von einem Konsortium der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (Lehrstuhl für Berufspädagogik) und der Friedrich-Schiller-Universität Jena (Lehrstuhl für Wirtschaftspädagogik). Beraten wird die Gesamtinitiative von einem Beirat, in dem Beauftragte des Bundes, der Länder und der Sozialpartner vertreten sind. Darüber hinaus wurde in jedem Projekt eine Steuergruppe gebildet, die die Projektarbeiten beratend und mitwirkend unterstützt. Die Steuergruppen setzten sich zusammen aus Vertreter und Vertreterinnen u.a. der jeweiligen Länderministerien, der regionalen Kammern, Schulen und Betriebe, der Sozialpartner und der Berufsverbände.





