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Kraftfahrzeugmechatroniker/ -in

Kraftfahrzeugmechatroniker und Kraftfahrzeugmechatronikerinnen sind in der Planung, Wartung, Prüfung, Diagnose, Instandsetzung, Aus- und Umrüstung von Kraftfahrzeugen in den Schwerpunkten Personenkraftwagen-, Nutzfahrzeug-, Motorrad- oder Fahrzeugkommunikationstechnik tätig. Die Ausbildung erfolgt bei Fahrzeugherstellern und in Servicebetrieben.

Neue Verordnung ist in Kraft getreten - es darf ausgebildet werden
Dieser Beruf ist ab 1. August 2003 durch die Verordnung vom 9. Juli 2003 (BGBl. I S. 1295) bundesweit für die Wirtschaftsbereiche Industrie und Handwerk anerkannt. Die gesamte neue Verordnung kann unter http://www.bundesgesetzblatt.de/ bezogen werden.
Eine kostenlose Leseversion finden Sie auf der Website des Bundesanzeiger Verlags (Bundesgesetzblatt Jg. 2003, Teil1, Nummer 34 vom 16. Juli 2003).

Rahmenlehrplan
Der aktuelle schulische Rahmenlehrplan mit seinen Lernfeldern sowie auch der aktuelle Verordnungstext mit dem betriebliche Ausbildungsrahmenplan ist zudem im Bundesanzeiger Jg. 55, Nr. 214a (am 15.11.2003 ausgegeben) erschienen und unter http://www.bundesanzeiger.de/ zu beziehen.

Umsetzungshilfen
Für die neuen fahrzeugtechnischen Berufe sind Umsetzungshilfen für die Praxis erarbeitet worden. Hierin sind Intentionen und Ergebnisse der Neuordnung dargestellt und kommentiert. Sie können beim BW-Verlag Nürnberg bezogen werden.
Tel.: 09 11/96 76-1 75
E-Mail: serviceteam@bwverlag.de
Bestellformular im Kasten oben rechts

Was ist neu?
In der Kraftfahrzeug-Branche ist seit Langem ein Anstieg elektronischer Bauteile und Systeme zu verzeichnen. Das erfordert neue diagnostische und problemlösende Kompetenzen vom Facharbeiter. Das neue Berufsprofil des Kraftfahrzeugmechantronikers spiegelt die Wechselwirkung der erforderlichen Tätigkeiten und Komponenten in der Mechanik und Elektrik wider. Neue Technologien und ganze Systeme lösen Montagetätigkeiten einzelner Komponenten im Auto ab. Die neuen Qualifikationen sind nach Service-, Dienstleistungen und Diagnosetätigkeiten ausgerichtet. Die Anwendung von Qualitätsmanagementsystemen und die Kundenorientierung in den Betrieben hat einen höheren Stellenwert eingenommen.

Neue Qualifikationen
Um diesen Entwicklungen gerecht zu werden, wurden neben fachspezifischen Qualifikationen wie z.B. Bedienen von Fahrzeugen und Systemen oder Warten, prüfen und einstellen von Fahrzeugen und Systemen neue Qualifikationen wie z.B. Qualitätsmanagement und Umweltschutz in die Ausbildung aufgenommen und Anforderungen im sozial-kommunikativen Bereich wie z.B. betriebliche und technische Kommunikation oder Kommunikation mit internen und externen Kunden. Von den vorgesehenen Differenzierungen in vier Schwerpunkten wird der Schwerpunkt "Fahrzeugkommunikationstechnik" die Neuerungen der Datenverarbeitung im Automobil einbringen.

Neue Struktur der Abschlussprüfung
Die Abschluss- bzw. Gesellenprüfung erfolgt in einer neuen Struktur, der "Gestreckten Prüfung". Bei dieser Prüfungsform wird die Leistungen der Zwischenprüfung als Teil 1 der Abschluss-/ Gesellenprüfung bewertet, die später zusammen mit Teil 2 der Abschluss-/Gesellenprüfung in das Gesamtergebnis einbezogen wird.

Neues Berufsfeld
Der Beruf soll zusammen mit anderen, derzeit neu geordneten fahrzeugtechnischen Berufen nicht mehr dem Bereich "Metalltechnik "zugeordnet werden, sondern es wird ein neues Berufsfeld mit der Bezeichnung "Fahrzeugtechnik " geschaffen.
Mit dem neuen Beruf des Kraftfahrzeugmechantroniker/ Kraftfahrzeugmechantronikerin werden die bestehenden Berufe Kfz-Mechaniker, Kfz-Elektriker und Automobilmechatroniker zu einem Beruf zusammengelegt, sie treten außer Kraft.

Struktur des Ausbildungsberufs
Die Dauer der Ausbildung beträgt 3,5 Jahre.
Die Ausbildung erfolgt an den Lernorten Betrieb und Berufsschule.

Es handelt sich um einen Ausbildungsberuf mit vier Schwerpunkten :

  1. Personenkraftwagentechnik
  2. Nutzfahrzeugtechnik
  3. Motorradtechnik
  4. Fahrzeugkommunikationstechnik

Berufliche Qualifikationen
Die Quali?kationsanforderungen des/der zukünftigen Kraftfahrzeugmechatronikers/-in orientieren sich neben umfangreichen Systemkenntnissen an Service- und Diagnosetätigkeiten sowie Dienstleistungen und verbinden Tätigkeitsbereiche der Mechanik und Elektronik ( Mechatronik).

Kraftfahrzeugmechatroniker und Kraftfahrzeugmechatronikerinnen führen Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten selbstständig und im Team unter Beachtung des Umweltschutzes, der Arbeitssicherheit, des Gesundheitsschutzes und der Qualitätssicherung kundenorientiert aus. Sie beschaffen sich Informationen und werten sie aus, planen ihre Arbeit und dokumentieren sie. Sie analysieren elektrische, elektronische, mechanische sowie pneumatische und hydraulische Systeme, stellen Fehler und Störungen fest und beheben diese. Dabei setzen sie rechnergestützte Informations- und Kommunikationssysteme zur Erstellung von Prüfprotokollen ein.

Kraftfahrzeugmechatroniker/-innen

  • planen und kontrollieren Arbeitsabläufe und bewerten Arbeitsergebnisse
  • wenden qualitätssichernde Maßnahmen an
  • aktualisieren Systeme und Prüfgeräte
  • kommunizieren mit internen und externen Kunden
  • bedienen Fahrzeuge und deren Systeme und nehmen sie in Betrieb
  • warten, prüfen und stellen Fahrzeuge und Systeme ein
  • diagnostizieren Fehler und Störungen und beurteilen deren Ursachen
  • setzen Kraftfahrzeuge und deren Systeme, Baugruppen und Bauteile instand
  • rüsten Kraftfahrzeuge und deren Systeme aus, um und nach
  • untersuchen Fahrzeuge nach straßenverkehrsrechtlichen Vorschriften


Was sind mechatronische Fahrzeugsysteme?
Zur Ausstattung eines Fahrzeuges gehören heute eine Reihe mechatronischer Systeme, wie z. B. Motormanagement, Bremssysteme, Lenksysteme, Automatikgetriebe, Fahrwerksysteme, die elektronisch vernetzt sind und durch eine komplexe Wechselwirkung zwischen elektronischen und mechanischen
Komponenten gekennzeichnet sind.

Neuordnung zum 1. August 2003
Die Neuordnung des Ausbildungsberufes Kraftfahrzeugmechatroniker/-in erfolgt durch Weisung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit mit Zustimmung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. In Zusammenarbeit mit den von den Sozialparteien benannten Sachverständigen wird unter der Federführung des Bundesinstituts für Berufsbildung die Ausbildungsordnung erarbeitet.

Letzte Änderung: 19.04.2011


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Herausgeber: Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)
Der Präsident
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