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Kompetenzbasierte Prüfungen im Dualen System

Barbara Lorig, Markus Bretschneider

Die Diskussion um Lernergebnis- und Kompetenzorientierung wurde in den letzten Jahren zunehmend auch im beruflichen Bereich geführt. Doch welche Rückwirkungen hat dies auf die Prüfungen im Dualen System? Und wie können Prüfungen kompetenzbasiert gestaltet werden? Diesen Fragen wird das Forschungsprojekt "Kompetenzbasierte Prüfungen im Dualen System - Bestandsaufnahme und Gestaltungsperspektiven", welches von Juli 2010 bis Dezember 2012 läuft, nachgehen.

Ziel des Projektes ist es, auf Grundlage eines Referenzrahmens, der die für Kompetenzbasierung wesentlichen Elemente und Kriterien beschreibt, die Prüfungspraxis exemplarisch anhand von drei anerkannten Ausbildungsberufen zu untersuchen und aus den gewonnenen Erkenntnissen Empfehlungen für die Weiterentwicklung der Prüfungen im Dualen System abzuleiten. Um den Untersuchungsgegenstand in angemessener Breite und Tiefe erfassen und beurteilen zu können, werden sowohl qualitative als auch quantitative Forschungsmethoden eingesetzt.
Dabei muss zum einen dem Umstand Rechnung getragen werden, dass bisher kaum theoretische Überlegungen darüber vorliegen, was kompetenzbasierte Prüfungen ausmacht und welche Elemente sie umfassen. Aus diesem Grunde wird in der ersten Projektphase Hypothesen-generierend vorgegangen und neben einer explorativen Erkundung der Prüfungspraxis auch auf kompetenztheoretische Überlegungen aus dem berufs- und wirtschaftspädagogischen Diskurs zurückgegriffen, die für das Feld der Prüfungen nutzbar gemacht werden.
Zum Anderen muss berücksichtigt werden, dass sich der Prüfungsbereich im dualen System in den letzten zehn Jahren stark verändert hat: der Leitbegriff der "beruflichen Handlungsfähigkeit" wurde mit der Novellierung des Berufsbildungsgesetzes 2005 eingeführt, mit der Gestreckten Abschluss- bzw. Gesellenprüfung Prüfungsstrukturen mit zwei Feststellungszeitpunkten entwickelt ,die Vielzahl an Prüfungsmethoden bundeseinheitlich auf eine begrenzte Anzahl von Prüfungsinstrumenten zurückgeführt und der handlungs- und prozessorientierten Gestaltung der Ausbildung auch in den Prüfungen Rechnung getragen. An diese Neuerungen knüpft das Projekt an.

Grundlage kompetenzbasierter Prüfungen ist ein transparentes, unter den beteiligten Akteuren der beruflichen Bildung abgestimmtes Kompetenzverständnis in Ausbildungsordnungen, auf dessen Basis die Prüfungsanforderungen entwickelt und in den Ausbildungsordnungen festgeschrieben werden können. Dies liegt derzeit nur implizit vor.

Doch welche weiteren Kriterien gibt es für kompetenzbasierte Prüfungen neben einem einheitlichen Kompetenzverständnis und daran entwickelten Prüfungsanforderungen? Welche Prüfungsinstrumente und Bewertungsraster sollten sinnvoll eingesetzt werden? Wie oft im Laufe der Ausbildung und zu welchen Zeitpunkten sollten die Kompetenzen erfasst werden? Und welcher Rahmenbedingungen bedarf es ganz allgemein zur Durchführung kompetenzbasierter Prüfungen?

Das Forschungsprojekt zeigt Ansatzpunkte auf, die Prüfungen im Dualen System systematisch kompetenzbasiert weiterzuentwickeln. Damit trägt das Projekt zur konsequenten Lernergebnis- und Kompetenzorientierung der Berufsbildung und zur Anschlussfähigkeit der Dualen Ausbildung im gemeinsamen europäischen Bildungs- und Beschäftigungsraum bei.

Letzte Änderung: 25.02.2011

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