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Ein Impuls zur Qualitätssicherung

Thomas Gruber

Am 22. September sind rund 150 Experten und Expertinnen der beruflichen Aus- und Weiterbildung in Bonn zur gemeinsamen Tagung der Nationalen Agentur für Bildung in Europa (NA) und der deutschen Referenzstelle für Qualitätssicherung in der beruflichen Bildung (DEQA-VET) zusammengetroffen. Es wurden  - vor dem Hintergrund der Folgen der demografischen Entwicklung in Europa und Deutschland - zahlreiche Diskussionen über den Stand der Qualitätssicherung in der beruflichen Bildung in Deutschland geführt. Dabei lagen die Schwerpunkte in den Bereichen  duale Ausbildung sowie  berufliche Weiterbildung.  Der zunehmend spürbare Mangel an Fachkräften auch auf dem deutschen Arbeitsmarkt macht es notwendig, sich mit den anderen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union auf  eine gemeinsame Kultur der Qualitätssicherung in der beruflichen Bildung zu verständigen. Die Kommission und der Rat legten hierzu im Juni 2009 mit der Empfehlung zu EQAVET die rechtlichen Grundlagen.  Die Empfehlung des Europäischen Parlaments und des Rates zur Qualitätssicherung ebenfalls vom Juni 2009 beinhaltet jedoch kein spezifisches Qualitätsmodell. Vielmehr  beschreibt sie Kriterien für einen systematischen Qualitätssicherungsprozess und bietet Referenzindikatoren, mit deren Hilfe nationale Maßnahmen zur Qualitätssicherung geplant, durchgeführt, gemessen und optimiert werden können.

Der Europäische Bezugsrahmen für Qualitätssicherung in der beruflichen Aus- und Weiterbildung (EQAVET) ist daher als ein "Werkzeugkasten" zu verstehen, aus dem die verschiedenen Anwender die Indikatoren auswählen, die ihnen für die Anforderungen ihres jeweiligen Qualitätssicherungssystems relevant erscheinen. Die vorgeschlagenen Indikatoren sind dabei als Orientierungshilfe gedacht. Sie ersetzen nicht die bestehenden Qualitätssicherungssysteme, sondern ergänzen diese und können im Einklang mit den nationalen Gegebenheiten ausgewählt und angewandt werden. Deren Einsatz ist in den Bereichen berufliche Erstausbildung und/oder  berufliche Weiterbildung möglich - abhängig von den einschlägigen  Merkmalen des Berufsbildungssystems des jeweiligen Mitgliedstaates und der Art der beteiligten Berufsbildungsanbieter.

Ziel der Veranstaltung war es, über den aktuellen Stand der Anwendung von Qualitätssicherungsverfahren in Deutschland zu informieren sowie über den mit der Anwendung des Europäischen Bezugsrahmens verbundenen Mehrwert zu diskutieren. Ein zentrales Anliegen ist dabei, die Kommunikation aller Beteiligten  der beruflichen Bildung zu fördern und damit zur Schaffung und Entwicklung einer Vertrauensbasis  zwischen den Stakeholdern  in  den Mitgliedsstaaten beizutragen.

Letzte Änderung: 03.11.2010

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