Ausbildung von und für Migranten
Duale Ausbildung in Betrieben von Migranten
Seda Rass-Turgut
Es ist eine Aufgabe, die sich nicht nur in Deutschland stellt - die Verbesserung der Berufsausbildung bei jungen Menschen mit Migrationshintergrund, aber auch eine stärkere Beteiligung von Betrieben von Migrantinnen und Migranten an der in Deutschland praktizierten dualen Berufsausbildung. Gerade sie sind in besonderer Weise in der Lage, Jugendliche mit Migrationshintergrund für eine qualifizierte Berufsausbildung zu gewinnen.
Die Koordinierungsstelle Ausbildung bei Selbstständigen mit Migrationshintergrund - kurz: KAUSA - hat das Ziel, die duale Ausbildung in Betrieben von Migrantinnen und Migranten zu fördern. Heute sind 31 regionale Projekte zur Erhöhung der Ausbildungsquote unter dem Dach von KAUSA vernetzt, fast 3.000 Ausbildungsplätze konnten akquiriert werden.
Die KAUSA-Projekte setzen bei den Grundmustern einer Ausbildung an: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erklären den potenziellen Ausbildern zunächst, wie ein junger Mensch im eigenen Betrieb ausgebildet wird. Die Unternehmerinnen und Unternehmer können sich durchaus für die Idee begeistern, ihr Wissen und Können an junge Generationen weiterzugeben.
Hier spielen häufig eigene Erfahrungen bei der Integration in die hiesige Gesellschaft eine Rolle. Etwas von dem zu geben, was man erreicht hat, positiven Einfluss zu nehmen, Jugendlichen mit schlechten Startschwierigkeiten eine Chance zu bieten - dies sind nur einige von zahlreichen Gründen, warum sich Unternehmerinnen und Unternehmer bereiterklären auszubilden. Dabei wird auch der Wunsch immer stärker, den eigenen Nachwuchs selbst zu rekrutieren und auszubilden, damit er später genau zum Anforderungsprofil des eigenen Unternehmens passt. Sie suchen sich die Jugendlichen, die für ihr Unternehmen eine zusätzliche Ressource darstellen.
Es geht dabei stets darum, jeden Einzelfall differenziert zu analysieren. Die Beraterinnen und Berater der KAUSA-Projekte investieren sehr viel Zeit genau darauf, die "richtigen" Jugendlichen mit dem "richtigen" Betrieb zusammenzubringen.
Dieses sogenannte Matching ist das Herzstück des gesamten Programms. Die Ausbildungsmanager stehen auch während der Ausbildung für Fragen der Auszubildenden, aber auch der Unternehmer zur Verfügung. Hier kommt ihnen eine zentrale Mittlerfunktion zu, die viele Kompetenzen erfordert: Mediation, Kenntnisse über das System der Ausbildung, enger Kontakt zu den Kammern, aber auch zu Trägern, die zum Beispiel ausbildungsbegleitende Hilfen (abH) anbieten. Enorm wichtig ist ferner die Zusammenarbeit mit den Schulen und den Lehrerinnen und Lehrern.
Eine Schlüsselkompetenz ist das Wissen um kulturelle Besonderheiten und die Rolle der Eltern. Denn es kommt nicht selten vor, dass Eltern von den Jugendlichen auch
einbezogen werden, um den Erfolg der Ausbildung zu gewährleisten.
Mehr Informationen zu den Projekten finden Sie unter www.jobstarter.de/kausa.





