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Sinkende Schulabgängerzahlen und eine alternde Gesellschaft lassen für die nächsten Jahre ein rückläufiges Arbeitsmarktangebot an qualifizierten Fachkräften erwarten, dem sich Betriebe in geeigneter Weise stellen müssen, um dauerhaft wettbewerbsfähig zu bleiben. Für die wissenschaftliche Forschung und die Berufsbildungs- und Arbeitsmarktpolitik ist von besonderem Interesse, wie Betriebe mit den Herausforderungen des demografischen Wandels umgehen und sich auf den drohenden Fachkräftemangel einstellen. Setzen Betriebe verstärkt auf die eigene Aus- und Weiterbildung ihrer Beschäftigten oder verfolgen sie andere Strategien, ihren Fachkräftebedarf zukünftig zu decken? Zur Beantwortung dieser Fragen bedarf es aktueller Daten, mit denen sich qualitative und quantitative Veränderungen des betrieblichen Qualifizierungsgeschehens analysieren und Trends in der betrieblichen Arbeitskraftnachfrage repräsentativ abbilden lassen.
Zu diesem Zweck entwickelt das BIBB mit finanzieller Unterstützung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung eine Wiederholungsbefragung deutscher Betriebe zum Thema Qualifizierung und Kompetenzentwicklung (kurz: BIBB-Qualifizierungspanel) Es handelt sich um eine jährliche Erhebung, die repräsentative Daten zum Fachkräftebedarf und Qualifizierungsgeschehen in ost- und westdeutschen Betrieben unterschiedlicher Größe und Branchenzugehörigkeit liefert. Durch die wiederkehrende Befragung derselben Betriebe werden Veränderungen nicht nur in aggregierter Form für die Gesamtheit deutscher Betriebe erfasst, sondern auch auf der Ebene einzelner Betriebe nachgezeichnet. Dies verschafft der Forschung zusätzliche Auswertungspotenziale, etwa in Form von differenzierten Ursache-Wirkungs-Analysen.
Das BIBB-Qualifizierungspanel ist zunächst auf drei Erhebungswellen angelegt, die im Frühjahr 2011, 2012 und 2013 stattfinden. Befragt werden jeweils 2.000 Betriebe mit mindestens einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. Die Befragung richtet sich an privatwirtschaftliche und öffentliche Betriebe in Deutschland und erfolgt mittels computergestützter persönlicher Interviews. Die Erhebung wird von TNS Infratest Sozialforschung GmbH durchgeführt.
Neben der Entwicklung der betrieblichen Qualifikationsanforderungen richtet sich das BIBB-Qualifizierungspanel vor allem auf Maßnahmen, die Betriebe zur Deckung ihres Qualifizierungsbedarfs ergreifen. Im Zentrum stehen
Ergänzend werden strukturelle, wirtschaftliche und institutionelle Merkmale der Betriebe erhoben, die für eine wissenschaftliche Analyse des betrieblichen Qualifizierungsverhaltens notwendig sind. Die Auswahl der Themen und Fragestellungen wurde in enger Abstimmung mit Experten aus Wissenschaft und Politik vorgenommen.
Die Fragen lassen sich in zwei Kategorien zuordnen: Fragen, die jedes Jahr in gleicher Weise gestellt werden, um auch kurzfristige Veränderungen abzubilden, und solche, die nur einmalig oder in größeren Zeitabständen als Themenmodule vorkommen. Die Modularisierung ermöglicht wechselnde Befragungsschwerpunkte, mit denen sich einzelne Themen vertiefen oder aktuelle Ereignisse und Entwicklungen nach Bedarf aufgreifen lassen. Der inhaltliche Schwerpunkt der ersten Erhebungswelle liegt auf der betrieblichen Ausbildung, über die Schwerpunktsetzung der folgenden Wellen wird jährlich neu entschieden.
Letzte Änderung: 04.06.2012