Die deutsche duale Ausbildung stellt sich in Shanghai vor
Diana Cáceres-Reebs
Auf Einladung des "National Association of Vocational Education of China" (NAVEC) präsentierte das BIBB in Shanghai das deutsche Berufsbildungssystem.
Am 10.-11. Mai 2011 fand das "International Vocational Education Forum 2011" in Shanghai statt, welches NAVEC in Zusammenarbeit mit der Stadtregierung Shanghai veranstaltete. NAVEC, gegründet 1917 in Shanghai, ist eine staatliche Gesellschaft im Bereich der beruflichen Bildung.
Das Forum wurde von ca. 280 chinesischen Teilnehmern aus dem Arbeits- und Bildungsministerium, öffentlichen sowie privaten Bildungseinrichtungen und Unternehmen besucht. Zudem waren ausländische Experten aus den USA, Canada, Deutschland, Großbritannien, Australien, Süd¬korea, der Weltbank und der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) geladen.
Referentin des BIBB war Frau Diana Cáceres-Reebs aus dem Arbeitsbereich "Internationale Zusammenarbeit und Beratung". Sie stellte das deutsche Berufsbildungssystem vor, erläuterte die Grundelemente der dualen Ausbildung und ging speziell auf Themen wie die Zusammenarbeit zwischen Staat und Wirtschaft, die Rolle der Sozialpartner und auf aktuelle Herausforderungen Deutschlands im Bereich der Berufsbildung ein.
Das chinesische Berufsbildungssystem zeichnet sich durch Stärken aus, weist jedoch ebenso zahlreiche Schwächen auf. So hat China ein nationales Beihilfesystem für Schülerinnen und Schüler an berufsbildenden Schulen eingeführt, welches sicherstellt, dass sie ihren Schulbesuch, der i.d.R. gebührenpflichtig ist, fortsetzen können. Ferner wird in den Berufsschulen besonders intensiv versucht, "Industrie und Schule" sowie "Theorie und Praxis" näher zu bringen, in dem beispielweise Lehrkräfte in den berufsbildenden Schulen alle drei Jahre sechs Monate in einem Betrieb verbringen und Beschäftigte aus Unternehmen als Lehrkräfte in den Berufsschulen eingestellt werden.
Ein Mangel im chinesischen Berufsbildungssystem besteht nach wie vor darin, dass die Zusammenarbeit zwischen Staat und Wirtschaft nur sehr schwach erfolgt. Als weitere Problemfelder wurden u.a. genannt die aktuelle Situation von Migrantenarbeitern und die mangelnde Qualität des Berufsbildungspersonals in der Aus- und Weiterbildung. Angestrebt wird die Modernisierung des Berufsbildungssystems anhand erfolgreicher Modelle. Hierzu gehört zwangsläufig das deutsche duale System.
Insgesamt zeigte das Forum deutlich das hohe Interesse Chinas am deutschen System der Berufsbildung.





