Beratung zur Entwicklung eines nationalen Qualifikationsrahmens
Melanie Hoppe, Dr. Georg Hanf
Im Oktober 2009 besuchten der Arbeitsminister der palästinensischen Autonomiegebiete und der Verantwortliche für das Berufsbildungsprojekt der giz in Palästina das BMBF und das BIBB. Als Ergebnis des Besuches wurden in Arbeitsgesprächen zwischen BIBB und giz im August 2010 Arbeitspakete für die Prozessberatung zur Entwicklung eines nationalen palästinensischen Qualifikationsrahmens (NQF) vereinbart.
Insgesamt drei Workshops wurden zusammen mit Vertretern des Bildungs- und Arbeitsministeriums im Zeitraum von Februar bis Juni 2011 durchgeführt. In diesen Einsätzen wurden die theoretischen Grundlagen eines Qualifikationsrahmens präsentiert, sowie die erforderlichen Prozessschritte zu seiner Entwicklung, Konsultation und Implementierung gemeinsam erarbeitet. Als wesentlicher Schritt in diesem Prozess kann die Etablierung und Mandatierung der folgenden Gruppen gelten:
- Einer Steuerungsgruppe, welche sich zusammensetzt aus den beiden General Direktoren des Arbeits- und Bildungsministeriums. Die politische Abstimmung und Legitimierung des Prozesses zur Entwicklung des Qualifikationsrahmens wird durch diese Gruppe gesteuert.
- Einer Arbeitsgruppe, welcher rund 30 Vertreter aus den beiden Ministerien angehören. In dieser Funktion sind sie aktiv an der Gestaltung des NQF beteiligt und dafür verantwortlich, die Interessen ihrer Einrichtungen zu vertreten.
- Einer Editorial Group, welche sich aus ausgewählten Mitgliedern der Arbeitsgruppe zusammensetzt und den Auftrag hat, das Konsultationsdokument basierend auf den Diskussionen und Ergebnisse der Arbeitsgruppe zu verfassen.
Die erste grundlegende Entscheidung der Arbeitsgruppe betraf die Reichweite des Qualifikationsrahmens. Wenngleich der Anstoß zur Entwicklung des Qualifikationsrahmens aus der Berufsbildung im Geschäftsbereich des Arbeitsministeriums kam, hat man sich für einen sektor-übergreifenden Qualifikationsrahmen entschieden und damit einen wesentlichen Grundstein für die zukünftige Ausgestaltung des Bildungssystems gelegt. Die zweite wichtige Entscheidung betraf die Zahl der Niveaus und der Lernergebniskategorien: wenig überraschend hat man sich für acht Niveaus und Knowledge, Skills, Competence entschieden. Schließlich war eine Entscheidung über die Struktur eines Konsultationspapiers zu treffen.
Ein erster Entwurf des Konsultationsdokumentes liegt vor, welches in weiteren Workshops von den Vertretern der Arbeitsgruppe mit den Entscheidungsträgern weiterer Sektoren besprochen und weiter ausgearbeitet wird. Der Beginn des öffentlichen Konsultationsprozesses ist für das vierte Quartal 2011 anvisiert.





