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Ergebnisse der Interviews mit fünf Modellversuchen und der Wissenschaftlichen Begleitung

Helmut Ernst

Interview I
Modellversuch "MehrWERT Fachkraft - flexible Coaching- und (Fort-)Bildungsmodule fu0r KMU zur Sicherung und zum Ausbau des Fachkräftepotenzials", Evangelische Jugendsozialarbeit EJSA, Rothenburg (Diakon Thomas Raithel)

Frage: Wie befähigen Sie in dem Modellversuch berufspädagogisches Personal (betriebliche und außerbetriebliche Ausbilder/innen, Lehrer/innen und ausbildende Fachkräfte), Jugendliche mit zunehmender Heterogenität und Vielfalt erfolgreich auszubilden?

Abnehmende Zahlen von Schulabgänger/-innen, unbesetzte Ausbildungsstellen, hohe An-forderungen an Ausbildungsstellenbewerber/-innen - das sind nur einige der prägenden Faktoren für den Ausbildungsmarkt in Westmittelfranken. Eine besondere Herausforderung ergibt sich auch durch die ländlich-weitläufige Struktur in Verbindung mit mangelhaft ausgebautem öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Für die Wirtschaft, insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen (KMU), stellt die Auswahl der Bewerber/-innen und die Durchführung erfolgreicher Ausbildung gerade auf dem Hintergrund von Heterogenität eine große Herausforderung dar. MehrWERT Fachkraft zielt darauf ab, über flexible Coaching- und Bildungsmodule für Ausbilder/-innen und Auszubildende und Unterstützung bei der Stellenbesetzung nachhaltig das Fachkräftepotenzial der Region zu stärken.

Kleine und mittlere Unternehmen im Arbeitsagenturbezirk Ansbach erhalten Unterstützung bei der Besetzung ihrer Ausbildungsstellen. Zudem werden sie in den ersten beiden Ausbildungsjahren begleitet. Dafür wird betrieblichen Ausbilder/-innen ein flexibles Coachingangebot unterbreitet. Bedarfs- und lösungsorientiert werden die Ausbildungsverantwortlichen beraten und gefördert, um erfolgreiche Ausbildungsverläufe zu gestalten.

Außerdem wird ein Repertoire an Seminaren und Foren für Ausbilder/-innen zu den folgenden Themen entwickelt und durchgeführt:

  • Umgang mit heterogenen Jugendkulturen,
  • Kommunikation,
  • Konfliktlösung,
  • Umgang mit Auffälligkeiten und besonderen Begabungen und Förderbedarfen

Daneben finden Kurseinheiten zu unternehmerischem (Mit-)Denken und Handeln für die Auszubildenden statt. Die Themenpalette reicht vom Planspiel zu unternehmerischen Abläufen, über Kommunikationstraining bis hin zu Selbstmanagement und sozialem Kompetenz-training. Anknüpfend an die Kurseinheiten besteht die Möglichkeit des Einzelcoachings für Auszubildende.

Angestrebte Ergebnisse, Transfer und Verstetigung:
Die im Modellversuch entwickelten Bildungs- und Coachingmodule werden nach Projektende Netzwerkpartnern zur Fortführung zur Verfügung gestellt. Neben den zuständigen Stellen, der Agentur für Arbeit und den Jobcentern sollen auch Bildungsträger im SGB III-Bereich für die Verstetigung gewonnen werden. Zentrale Bedeutung kommt dem Netzwerk Jugend und Ausbildung im Arbeitsagenturbezirk Ansbach zu. Zur Verstetigung und Verbreitung der flexiblen Coachingund (Fort-) Bildungsmodule wird darauf hingearbeitet, sie mit den Förderinstrumenten.


Interview II
Modellversuch "Heterogenität in Berufsorientierung und Ausbildung"
Arbeitsgemeinschaft selbstständiger Migranten e. V. ASM, Hamburg (Marion Wartumjan)

Frage: Der MV bemüht sich, enge Zielgruppenorientierungen zu überwinden. Wie gelingt es Ihnen, noch mehr Jugendliche in ihrer Heterogenität mit Betrieben mit und ohne Migrationshintergrund zusammenzubringen und dabei die Neuerungen des "Hamburger Übergangsmodells" aufzunehmen?

Ein Schwerpunkt der Arbeit ist seit der Projektstartphase die Sensibilisierung von kleinen und mittleren Unternehmen verschiedener Branchen, die Potenziale von Jugendlichen mit heterogenen Merkmalen wahrzunehmen und anzuerkennen.

Die Betriebsakquise wurde gezielt unter Berücksichtigung der Berufswünsche von  Schülerinnen und Schüler aus der Freien Schule Hamburg vorgenommen. Dabei wurden bisher Gespräche mit vierzig Unternehmen geführt. Das Spektrum umfasste Handwerksbetriebe, Dienstleistungs- und Handelsunternehmen, Speditionen und einen Rettungsdienst.

Zwölf der Unternehmen (acht der Inhabern haben einen Migrationshintergrund) standen der Aufnahme von Jugendlichen mit unterschiedlichen Heterogenitätsmerkmalen sehr offen gegenüber, wobei es deutlich auch eine Gruppe von zwölf Unternehmen gibt, die heterogenen Merkmalen kritisch gegenüber stehen. Die Gründe der ablehnenden Betriebe sind vielschichtig Sie favorisieren vor allem standardisierte Auswahlkriterien und -verfahren und sind der Meinung, auf diese Weise die geeigneten Auszubildenden für ihre Unternehmen zu finden.

Eine eigens im Projekt auch unter Heterogenitätsaspekten entwickelte Betriebsmatrix dokumentiert die Profile offener und zurückhaltender Unternehmen und zeigt Tendenzen erfolgreicher Ansprachestrategien. Jugendliche mit Vermittlungshemmnissen mit bemerkenswerten Stärken und Potenzialen stehen im Zentrum. Alle Jugendlichen arbeiten mit dem Projekt von ASM auf einer kooperativen Ebene zusammen. Von den zu vermittelten Schülerinnen und Schülern konnten derzeit schon drei einen Ausbildungsplatz im August 2011 erhalten (Bäckereifachverkäuferin, Speditionskaufmann, Elektroniker in Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik). Zwei dieser Jugendlichen verfü-gen über einen Migrationshintergrund. Für weitere vier Jugendliche werden zurzeit entsprechende Praktika mit Ausbildungsperspektiven organisiert. Hier ist das Projekt gefordert, zusätzliche Formate anzubieten, die insbesondere die sozialen und personellen Kompetenzen der Jugendlichen stärken. Intensive Betreuung und Begleitung ergänzen dabei den erkennbaren Willen des Schülers/der Schülerin zur Leistungsbereitschaft und ebnen den Einstieg ins Berufsleben. Als Gegenüber zur Betriebsmatrix dokumentiert eine Vermittlungsmatrix den Verlauf der Berufsfindung und Ausbildungspatzentscheidung der am Projekt beteiligten Jugendlichen.

Unser Ziel ist es, Barrieren zu überwinden, dabei geht es auch darum, Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund gleichermaßen je nach ihren Fähigkeiten und Stärken Chancen in den KMU (auch hier mit und ohne Migrationshintergrund) zu eröffnen.


Interview III
Modellversuch "Brücke in die duale Ausbildung (BridA)"
Anerkannte Schulgesellschaft Sachsen, Annaberg-Buchholz (Jürgen Reissmann)

Frage: Wie können Sie KMU wirksam unterstützen, die geeigneten Auszubildenden zu finden und zu fördern sowie den künftigen Fachkräftebedarf zu sichern?

Im Ergebnis drastisch gesunkener Schulabgängerzahlen ist die Nachfrage nach Ausbildungsstellen in den letzten Jahren zurückgegangen. Es werden in der Region Chemnitz und Erzgebirge mehr Ausbildungsstellen angeboten als von den Bewerbern und Bewerberinnen nachgefragt. Die angebotenen Ausbildungsplätze können insbesondere von kleinen und mittelständischen Betrieben (KMU) nicht mehr vollständig besetzt werden. Die Problematik nicht besetzter Ausbildungsstellen wird sich infolge der tiefgreifenden demografischen Veränderungen weiter verschärfen.

Damit wird der Bedarf an Unterstützungsleistungen zur Besetzung der betrieblichen Ausbildungsstellen durch Ausbildungsplatzbewerber/-innen noch ansteigen. Vor allem kleine und mittelständische Unternehmen werden diese Leistungen benötigen, um ihren Nachwuchs sichern und  damit am Markt weiter bestehen zu können.

Ziel des Modellversuches ist es, Unterstützungsleistungen für KMU in den Regionen Erzgebirge und Chemnitz zu entwickeln, bei deren Nutzung auch Bewerber und Bewerberinnen mit schlechteren Startchancen erfolgreich ausgebildet werden können.

Ausgangspunkt für das Projekt ist die Analyse der Probleme, die zur Nichtbesetzung angebotener dualer Ausbildungsplätze infolge nicht ausreichend geeigneter Bewerber/-innen führen. Aufbauend darauf werden Unterstützungsangebote sowohl für die Jugendlichen als auch für die Betriebe entwickelt.

In drei Teilprojekten werden gemeinsam mit KMU Angebote für Handwerksbetriebe, Industriebetriebe und Zeitarbeitsunternehmen entwickelt und erprobt. Positive Ergebnisse einzelner Teilprojekte werden auf andere Teilprojekte übertragen.

Zu den Unterstützungsleistungen, die sich bewährt und mit dem Modellversuch einen Aufschwung erfahren haben, gehören die Verbundausbildung, die Vor-Ort-Unterstützung, ausbildungsbegleitende Hilfen, Berufseinstiegsbegleitung.

Die Unternehmen werden bei der Entwicklung und dem Einsatz von Verfahren unterstützt, mit denen es ihnen gelingt, den unterschiedlichen Voraussetzungen der Jugendlichen besser zu entsprechen und auf diese Weise auch Auszubildende mit schlechteren Startchancen erfolgreich auszubilden. Eng verbunden ist dieser Prozess mit einem Ausbildungsmarketing und einer Ausbildungsberatung, die vom realen Bedarf der Unternehmen ausgehen und keinen Jugendlichen von vornherein ausschließen. Die im Rahmen des Modellversuchs entwickelten und erprobten Unterstützungsleistungen für Unternehmen und Jugendliche, die den heterogenen Voraussetzungen entsprechen, werden vom Modellversuchsträger und seinen Kooperationspartnern als Dienstleistungen über den Förderzeitraum hinaus verstetigt


Interview IV
Modellversuch "Innovative Ausbildungswege für Jugendliche mit vielfältigen Voraussetzungen im Industriegebiet Schwerin-Sacktannen-Wittenförden",
Schweriner Ausbildungszentrum (Ralf Marohn)

Frage: Wie erreicht der Modellversuch, dass Jugendliche wirksamer angesprochen und vorbereitet werden, um eine betriebliche Ausbildung zu absolvieren?

Im Modellversuch wird ein ganzheitlicher Ansatz verfolgt, der die folgenden Haupthandlungsfelder miteinander verknüpft.

Basierend auf der Berufsorientierung für Schüler unterschiedlicher Schultypen werden die KMU mit Instrumenten wie Berufemarketing, einem verbesserten Matching und der Etablierung von betriebsübergreifenden Aus- und Weiterbildungsstrukturen, wie Externes Ausbildungsmanagement und der Aus- und Weiterbildung im Verbund, unterstützt - in enger Kooperation mit den Lernorten, dem Ausbildungszentrum der beruflichen Schulen, der allgemeinbildenden Schulen, der Unternehmen. Aufbauend auf der Erfahrung der Ausbilder im Schweriner Ausbildungszentrum(SAZ) und der Netzwerkpartner werden praxisnahe Möglichkeiten der Qualifikation für das Berufsbildungspersonal angeboten.

Die im SAZ oder in den Unternehmen bestehenden guten Erfahrungen und bewährten didaktischen Konzepte im Umgang mit Heterogenität werden analysiert, aufgearbeitet und dokumentiert. Durch eine maßgeschneiderte Qualifikation und ein Coaching der Jugendlichen mit unterschiedlichenVoraussetzungen wird ein inhaltlich und methodisch mit allen Lernorten abgestimmtes Unterstützungsspektrum angeboten, welches auf eine passgenaue Besetzung der Ausbildungsplätze in den KMU abzielt.

Ein weiteres zentrales Element des Modellversuches ist ein gut entwickeltes Ausbildungsmarketing: Wie erreichen wir die Jugendlichen, wie befähigen wir die Unternehmen, die Jugendlichen für eine Ausbildung zu gewinnen, wie schaffen wir es, dass keine Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben.
Im Modellversuch werden neben analytischen Ergebnissen vorallem gestalterisch-verändernde Aspekte untersucht, entwickeltund implementiert. Diese werden in Form von Konzepten und Checklisten dokumentiert. Des Weiteren werden Dienstleistungen zum Umgang mit heterogenen Bewerber/-innen und Auszubildenden erarbeitet und umgesetzt, die den Unternehmen als ergänzende Ausbildungsangebote unterbreitet werden. Nach Auslaufen des Modellversuchs ist ein transferfähiges, nachhaltiges und sich finanziell selbst tragendes Modell zu erwarten. Die Integration des Modellversuchs in bestehende und neu zu schaffende Bildungsketten sowie die Verknüpfung mit der Berufsvorbereitung von Schüler/-innen trägt ebenfalls zur Verstetigung bei.


Interview V
Modellversuch "Nutzung und Weiterentwicklung von Förderinstrumenten und Ausbildungspraxis in KMU im Altenburger Land in den Berufsfeldern Metall, Elektro- und Kunststoff unter dem Aspekt zunehmender Heterogenität der Jugendlichen im ausbildungsfähigen Alter", Ifw Meuselwitzer BildungsZentrum GmbH (Michael Rühlmann)

Frage: Wie gehen Sie in Ihrer Region vor, vorhandene didaktisch-methodische Konzepte, Ansätze und Instrumente weiter zu entwickeln, um den neuen Handlungsbedarf im Umgang mit der neuen Heterogenität zu gestalten?

Im Altenburger Land sind die Folgen der demografischen Entwicklung, ähnlich wie in anderen, vorwiegend ländlichen Regionen Deutschlands deutlich zu spüren. Die Zahl der Schulabgänger/-innen hat sich in den vergangenen vier Jahren halbiert. Überproportional viele jüngere Menschen verlassen die Region. Insbesondere den Unternehmen im Handwerk und den klein- und mittelständischen Unternehmen in der Industrie fehlen die zukünftigen Fachkräfte.

Ziel des Modellversuchs ist es, Unternehmen zu unterstützen, Jugendliche mit unterschiedlichen Zugangsvoraussetzungen für eine duale Ausbildung zu gewinnen und sie erfolgreich durch eine Ausbildung zu begleiten. Gleichzeitig werden innovative Wege gefunden, bestehende Hilfsangebote mit-einander zu vernetzen und Synergien zu nutzen.

Zwei Aspekte werden in diesem Modellprojekt dabei besonders fokussiert:

  1. Der Hauptschwerpunkt der Aktivitäten richtet sich auf die Unterstützung der betrieblichen Ausbilder/-innen. In diesem Handlungsfeld geht es um die Kompetenzerweiterung der Fachkräfte in den Unternehmen, die zum Teil seit vielen Jahren mit Jugendlichen in der dualen Ausbildung zusammenarbeiten. Diese Mitarbeiter/-innen erhalten durch eine fachliche Beratung eine Unterstützung im didaktisch-methodischen und sozialpädagogischen Bereich und damit neue Impulse für den Umgang mit den Herausforderungen einer zunehmenden Heterogenität der Auszubildenden.
  2. Ein weiterer Aspekt ist die Ausbildungsbegleitung von Jugendlichen, die sich in der dualen Ausbildung befinden bzw. kurz davor stehen, in eine solche zu münden. Dies erfordert die Nutzung und Vernetzung aller bereits vorhandenen Hilfs- und Unterstützungsangebote, um Ausbildungsabbrüche zu vermeiden und Probleme in der dualen Ausbildung frühzeitig zu erkennen und diesen zu begegnen. Dabei ist der intensive Kontakt zu allen Akteuren in der dualen Ausbildung inklusive der Schulen und Berufsschulen ein ganz besonderer Schwerpunkt.

Folgende Produkte und Aktivitäten werden als Ergebnisse des Modellversuches unter anderem realisiert:

  • Qualifizierungsbausteine für Ausbilder und Ausbilderinnen;
  • Good-practice-Sammlung aus der betrieblichen Ausbildungspraxis inklusive Integration in regionalen Netzwerken der Projektpartner und Initiierung eigener kommunikativer Plattformen wie praxisnahe Workshops;
  • Nutzung erprobter Konzepte und erfolgreicher Erkenntnisse als Bestandteil der Aktivitäten im Modellversuch;
  • Prozessbegleitende Realisierung des Transfers der Ergebnisse und Aktivitäten aus dem Modellversuch inklusive einer angemessenen Öffentlichkeitsarbeit.

Über geplante Aktivitäten werden regionale und überregionale Kooperationspartner rechtzeitig informiert. Wichtige Akteure in der dualen Ausbildung werden in die Projektaktivitäten eingebunden.

 

Interview mit der wissenschaftlichen Begleitung des Modellversuchs-Förderschwerpunkts "Neue Wege in die duale Ausbildung - Heterogenität als Chance für die Fachkräftesicherung"
(Gabriele Marchl, Peter Jablonka, Interviewer: Prof. Dr. Helmut Ernst)

Frage: Welche Ziele verfolgt die prozessintegriete wissenschaftliche Begleitung des Förderschwerpunkts? Welche Methoden kommen dabei zum Einsatz?

Ziel der prozessintegrierten wissenschaftlichen Begleitung ist in engem Zusammenwirken mit der fachwissenschaftlichen Betreuung durch das BIBB und mit den Modellversuchsakteuren die Erfolgssicherung des Förderschwerpunkts "Neue Wege in die duale Ausbildung - Heterogenität als Chance für die Fachkräftesicherung".

Grundlage der Arbeit bildet der Handlungsforschungsansatz,der die Partizipation aller Akteure und eine koproduktive Erkenntnisgewinnung in komplex vernetzten Forschungs- und Entwicklungsprozessen gewährleistet. In iterativen Zyklen von Forschen und Handeln vollzieht sich das Lernen der beteiligten Akteure auf allen Handlungsebenen. Dabei wird sowohl Handlungswissen für einen neuen Umgang mit Heterogenität in der beruflichen Erstausbildung generiert als auch ein Beitrag zur empirisch fundierten Theoriebildung geliefert.

Die eingesetzten formativen und summativen Evaluationsverfahren führen zu einer wissenschaftlich nachprüfbaren Optimierung der Entwicklungsschritte und Ergebnisse auf Programm- und Modellversuchsebene.

Dabei ergeben sich folgende Aufgaben:

  • Qualitätsorientierte Gestaltung von Kooperations-, Entwicklungs-, Erprobungs- und Transferprozessen in den geförderten Modellversuchen ebenso wie im gesamten Förderschwerpunkt.
  • Konstruktive Vernetzung von Wissen, Expertise und Interessenslagen der Akteure aus unterschiedlichen Handlungskontexten u0ber Ru0ckkoppelungsprozesse, die wechselseitiges Lernen stimulieren und realisieren. Die Komplexität der Forschungs- und Entwicklungsaufgaben erfordert von allen Beteiligten permanente Kommunikations-, Reflexions- und Austauschbereitschaft.
  • Prozessbegleitende Generierung von Forschungs- und Handlungswissen für alle Beteiligten durch die Erhebung und Auswertung von Daten, Erfahrungen und verfügbaren Erkenntnissen aus der Berufsbildungsforschung
  • Erkenntnis- und Ergebnistransfer in die Handlungssysteme von Politik, Berufsbildungspraxis und Berufsbildungsforschung.

Insbesondere geht es um

  • den internen Transfer zwischen Modellversuchen, wissenschaftlicher Begleitung, fachwissenschaftlicher Betreuung und Programmsteuerung sowie den externen Transfer in andere Programme und Initiativen (Bildungsketten, Perspektive Berufsabschluss, Jobstarter Connect, Berufsorientierung, Ausbildung plus, ANKOM, DECVET, Good Practice Center sowie Fachtagungen und Workshops unterschiedlicher Träger),
  • die Unterstu0tzung einer wissensbasierten Kooperation aller Akteure im Forschungs- und Entwicklungsnetzwerk "Neue Wege/Heterogenität" durch methodisch instrumentelle Anleitung für Selbstevaluation, Monitoring und Dokumentation, d.h. einer Berichterstattung nach vereinbarten Formaten,
  • die Entwicklung und Umsetzung von Strategien zur Verstetigung der Modellversuchsergebnisse gemeinsam mit der fachwissenschaftlichen Betreuung und den Modellversuchsakteuren.

Letzte Änderung: 26.01.2012


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