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FAQ - Neue Richtlinien 2012 (Stand: Dezember 2011)

Antragsverfahren und Fördervoraussetzungen

Berufsorientierungsprogramm in überbetrieblichen und vergleichbaren Berufsbildungsstätten nach den Richtlinien des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) vom 6. Dezember 2011

Antragsberechtigung

Wer ist antragsberechtigt?

Antragsberechtigt sind Träger von überbetrieblichen und vergleichbaren Berufsbildungsstätten. Voraussetzung ist, dass der Antragsteller überbetriebliche Lehrlingsunterweisung anbietet oder über eine entsprechende Erfahrung in der beruflichen Erstausbildung verfügt. z.B. Erfahrung mit BaE (Berufsausbildung in außerbetrieblichen Einrichtungen)-integrativ (nicht kooperativ), nicht jedoch die alleinige Erfahrung mit BvB (Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen (BVB) gem. SGB III). Entsprechende Werkstatteinrichtungen müssen vorhanden sein. Offenheit für die Kooperation mit anderen Berufsbildungsstätten wird erwünscht, um ein vielfältiges Berufsspektrum anbieten zu können.

Welche Voraussetzungen müssen die Kooperationspartner haben?
Die Kooperationspartner, die für die Durchführung der Werkstatttage eingebunden werden, müssen die o. g. Voraussetzungen ebenfalls erfüllen.

Können auch nicht gemeinnützige Träger einen Antrag stellen?
Ja, wenn sie die o.g. Bedingungen erfüllen und geeignet sind, die Ziele der Richtlinien umzusetzen. Die Gemeinnützigkeit muss nachgewiesen werden. Die nicht gemeinnützigen Träger werden einer Bonitätsprüfung unterzogen.


Können auch Schulen einen Antrag stellen?
Nein. Sie können jedoch auf Träger zugehen, diese von der Antragsstellung überzeugen und dann mit ihnen Kooperationsverträge abschließen.


Können auch Berufsschulen oder Berufsfachschulen einen Antrag stellen?
Nein. Berufsschulen oder Berufsfachschulen sind grundsätzliche keine Träger von Berufsbildungsstätten nach diesen Richtlinien. Sie bieten schulische Ausbildungen an. Die praktische Ausbildung findet in der Regel in Betrieben/Unternehmen statt. Sie unterliegen im Übrigen der ausschließlichen Zuständigkeit der Länder.


Sind Betriebe antragsberechtigt?
Grundsätzlich nein. Es sei denn, sie sind Träger einer Berufsbildungsstätte im Sinne der Richtlinien.


Sind Bildungseinrichtungen aus dem kaufmännischen und sozialen Bereich auch antragsberechtigt?
Sofern die Ausbildung in diesen Bildungseinrichtungen der Lehrlingsunterweisung in überbetrieblichen Berufsbildungsstätten vergleichbar ist, sind Maßnahmen der Berufsorientierung dieser Träger förderfähig.

Antragsstellung

Gibt es spezielle Antragsvordrucke und Antragsfristen?

Es gibt spezielle Antragsfristen. Anträge können in jedem Jahr ausschließlich in der Zeit vom 1. Januar bis 1. März beim Bundesinstitut für Berufsbildung über das Online Portal (www.bop-portal.de) des Programms gestellt werden. Der ausgefüllte Antrag ist auszudrucken und rechtsverbindlich unterschrieben an das

Bundesinstitut für Berufsbildung
Arbeitsbereich 3.4
Postfach 20 12 64
53142 Bonn

zu senden. Es gilt das Datum des Poststempels.

Der Antrag muss alle erforderlichen Angaben enthalten, die eine Bewertung des Projektes nach verschiedenen Kriterien ermöglicht. Er bildet die Grundlage für eine Auswahl zur Förderung nach einem Punkteranking und entsprechend den zur Verfügung stehenden Haushaltsmitteln.
Der Antrag kann erst bewertet werden, wenn er vollständig über das BOP-Portal bis spätestens 1. März 2012 gestellt wurde und dem BIBB ausgedruckt mit allen erforderlichen Anlagen rechtsverbindlich unterschrieben vorliegt.

Dem schriftlichen Antrag sind folgende Unterlagen beizufügen:

  • Satzung bzw. Gesellschaftsvertrag.
  • Bescheinigung des Finanzamtes über Gemeinnützigkeit (bei Antragstellern, die im Sinne der Abgabenordnung gemeinnützige juristische Personen des privaten Rechts sind).
  • Erklärung zur Bonität bei Antragstellern, die (nicht gemeinnützige) juristische Personen des   privaten Rechts sind.
  • Nachweis der Rechtsverbindlichkeit der Unterschrift(en) ggf. Vollmacht.
  • Absichtserklärungen (letter of intent) von allen beteiligten Schulen unter Angabe der voraussichtlichen Schülerzahlen.
  • Nachweis über die Erfahrungen in der Erstausbildung bei vergleichbaren Berufsbildungsstätten (z. B. durch den Bescheid der Bundesagentur für Arbeit).
  • Anlage C zu subventionserheblichen Tatsachen.
  • Ablaufplan der Werkstatttage
  • Ablaufplan der Potenzialanalyse

Weitere Erläuterungen zur Antragstellung finden Sie im Online-Portal des Programms.

Zielgruppe

An welche Jugendliche richtet sich das Programm?

Das Angebot dieser Berufsorientierung richtet sich an Jugendliche, die einen Sekundarabschluss I als höchsten Schulabschluss an einer allgemeinbildenden Schule anstreben.

Förderfähige Maßnahmen

Welche Maßnahmen sind förderfähig?
Berufsorientierungsmaßnahmen für Schülerinnen und Schüler die einen Sekundarab-
schluss I als höchsten Schulabschluss an einer allgemeinbildenden Schule anstreben. Die Maßnahmen bestehen aus:

  • Einer Potenzialanalyse in der Regel ab Klasse 7/2 (soweit eine Potenzialanalyse nicht bereits vorliegt bzw. von anderer Seite durchgeführt wird).
  • Werkstatttagen in ÜBS und vergleichbaren Berufsbildungsstätten in der Regel ab Klasse 8.

Die Potenzialanalyse und die Werkstatttage sind in einem engen zeitlichen Zusammenhang durchzuführen.

Die Berufsorientierungsmaßnahmen können auch vollständig in der Klasse 7 und oder der Klasse 8 durchgeführt werden. Bereits begonnene oder abgeschlossene Maßnahmen können nicht gefördert werden (vgl. ANBest-P).

Wie viele und welche Berufsfelder müssen für die Werkstatttage angeboten werden?
Es müssen mindestens fünf Berufsfelder angeboten werden. Das Angebot muss beide der unten aufgeführten definierten Blöcke abdecken. Die Jugendlichen müssen sich in mind. Drei Berufsfelder praktisch erproben. Die Auswahl der Jugendlichen muss nicht beide Berufsfelder abdecken. Im Interesse einer vielfältigen und individuellen Berufsorientierung können die Jugendlichen diese drei Berufsfelder im Idealfall aus einem breiteren Angebot auswählen. Die Kooperation mit anderen Berufsbildungsstätten ist erwünscht.

Liste und Blöcke der Berufsfelder (Stand Dezember 2011):

Block I:
Produktion/Handwerk/Technik
Block II:
Dienstleistung/Wirtschaft/Soziales
  1. Landwirtschaft und Ernährung
  2. Metall
  3. Fahrzeuge
  4. Elektro
  5. SHK
  6. Bau
  7. Holz
  8. Farbe/Raumgestaltung
  9. Naturwissenschaften
  10.  Textil/Leder/Bekleidung
  1. Hauswirtschaft
  2. Lager/Logistik
  3. Verkauf
  4. IT und Medien
  5. Wirtschaft und Verwaltung
  6. Gesundheit, Erziehung und Soziales
  7. Kosmetik und Körperpflege
  8. Hotel- und Gaststätten

Erläuterungen: Im Berufsfeld "1. Landwirtschaft und Ernährung" sind die Berufe des Gartenbaus enthalten.
Das Berufsfeld "9. Naturwissenschaften" enthält u. a. die Berufe im Bereich "erneuerbarer Energien" und den Beruf "Chemikant".

Antragsauswahl

Wie werden Anträge für die Förderung ausgewählt?
Die Anträge müssen die grundsätzlichen Fördervoraussetzungen erfüllen Die Fördervoraussetzungen sind in den Nr. 2-4 der Richtlinien dargestellt. Anträge, die die formalen Förderkriterien bzw. die Zuwendungsvoraussetzungen nicht erfüllen, werden abgelehnt.

Es erfolgt eine regionale Verteilung der zu Verfügung stehenden Haushaltsmittel bezogen auf die Zahl der Abgänger ohne Hauptschulabschluss in den Bundesländern. Unter den förderfähigen Anträgen aus den einzelnen Bundesländern wird anhand von weiteren Qualitätskriterien (z. B. Eignung des Trägers, Ausgestaltung der Potenzialanalyse u. a.) eine Rangfolge erstellt.

Das Auswahlverfahren und das Bewertungsverfahren wird auf der Internetseite des Programms ausführlich erläutert: http://www.bibb.de/de/60350.htm.


Welche Unterlagen muss ein Antragsteller, der für die Förderung ausgewählt wurde, nachreichen?
Ein  Antragsteller, der nach dem Auswahlverfahren ausgewählt wurde und für eine Förderung vorgesehen ist, muss Kooperationsverträge mit den beteiligten Schulen nachreichen. Darin müssen u. a. verbindliche Angaben über die Anzahl der vorgesehenen Berufsorientierungsmaßnahmen enthalten sein.


Welche Nachweise muss der Antragsteller bei sich vorhalten?
Ausbildungsnachweise und Nachweise für die Beobachterschulung des bei der Potenzialanalyse eingesetzten Personals sind beim Antragsteller vorzuhalten. Diese Nachweise sind ggf. auf Aufforderung nachzureichen.

Bewilligung

Wie sieht die Bewilligung aus?

  • Pro Berufsorientierungsmaßnahme (Potenzialanalyse und Werkstatttage) und Schüler/in werden 800 € Ausgaben veranschlagt. Darauf muss die Finanzierung basieren.
  • Davon beträgt die Zuwendung 500 € (Festbetrag) je Maßnahme/Schüler/in.
  • Der Zuschuss reduziert sich auf 300 € (Festbetrag) je Maßnahme/Schüler/in, wenn eine Potenzialanalyse (nach den vorgegebenen Standards) vor Beginn der Werkstatttage bereits stattgefunden hat.
  • Der Zuschuss erhöht sich  um 100 € pro Teilnehmer/in für die Werkstatttage, soweit es sich um Schüler/innen mit sonderpädagogischen Förderbedarf handelt.
  • Im Zuwendungsbescheid werden die bewilligten Mittel und die Anzahl der Berufsorientierungsmaßnahmen festgelegt. In einer Aufstellung ist die genaue Aufteilung der Mittel auf die Haushaltsjahre und die Anzahl und die Zuordnung der bewilligten Potenzialanalysen, Werkstatttage und der Zuschlag für Förderschuler bezogen jeweils auf die Haushaltsjahre aufgeführt. Dies ist Bestandteil des Bescheides. Die Maßnahmen dürfen grundsätzlich nur in der bewilligten Anzahl und Aufteilung und Zuordnung  durchgeführt werden. Änderungen sind mitzuteilen und bedürfen der Zustimmung.
  • Mittel der Bundesagentur für Arbeit oder der Grundsicherungsträger können für dieses Programm (z. B. für das Einbringen von Drittmittel) nicht verwendet werden.
  • Grundlage des Zuwendungsbescheides sind die Allgemeinen Nebenbestimmungen für Projektförderung (ANBest-P) und die Besonderen Nebenbestimmungen für Zuwendungen zur Projektförderung (BNBest-P).
  • Ein Zuwendungsempfänger ist verpflichtet:
    • Bei Ausschreibungen, Bekanntmachungen, Veröffentlichungen und Ähnlichem auf die Förderung durch das BMBF hinzuweisen;
    • an Evaluation und Verbleibstudien mitzuwirken und die hierfür erforderlichen Angaben bis zu 4 Jahre nach Ablauf der Maßnahme aufzubewahren; 
    • die Mitwirkung der Teilnehmer/innen und Schulen bei der Evaluation sicherzustellen; 
    • vor Beginn der Maßnahmen die Namen und Anschriften derjenigen Schüler/innen zu erfassen und ihr Einverständnis sowie das ihrer gesetzlichen Vertreter einzuholen, die mit der Weitergabe dieser Daten zum Zwecke von Nachbefragungen und zur
         Teilnahme an den Nachbefragungen einverstanden sind. (Ziffer 6.2.3 der Richtlinien). Die Angaben sind bis zum Ablauf von 4 Jahren nach Ende des Bewilligungszeitraumes aufzubewahren.
    • bei der Verarbeitung von personenbezogenen Daten sowie bei der Weitergabe dieser Daten die datenschutzrechtlichen Vorschriften einzuhalten.
  • Zuwendungsempfänger, die auch Berufsorientierungsmaßnahmen nach den Richtlinien des BMBF vom 10. Juni 2010 durchführen müssen beachten, dass sie die Berufsorientierungsmaßnahmen nach den Richtlinien vom Dezember 2011 getrennt halten müssen. Es darf keine "Vermischung" von Maßnahmen und Mittel geben.

Ist eine Wiederholung der Förderung möglich?
Eine Förderung ist in der Regel auf eine Berufsorientierungsmaßnahme (Potenzialanalyse und Werkstatttage) pro Schüler/in begrenzt.

Gibt es eine Begrenzung der Schülerzahl, für die eine Berufsorientierung durchgeführt werden soll?
Nein, es gibt grundsätzlich keine Begrenzung der Schülerzahl pro Antragsteller. Die Begrenzung ergibt sich aus den Kapazitäten der Berufsbildungsstätte. Ein Antrag muss aber die Durchführung von Maßnahmen für mindestens 50 Schüler/innen vorsehen.

Wie lang ist der Bewilligungszeitraum bzw. Förderzeitraum?
Der Bewilligungszeitraum beträgt 20 Monate. Er beginnt am 1. Januar eines Jahres und endet mit Ablauf des 31. August des Folgejahres.

Können im Bewilligungszeitraum Änderungsanträge gestellt werden?
Änderungsanträge können gestellt werden, wenn sich wesentliche inhaltliche Änderungen ergeben (z. B. Aufnahme eines Kooperationspartners) oder wenn koperierende Schulen wegfallen und die Zuwendung abgestockt werden muss.  Aufstockungsanträge sind in dieser Zeit jedoch grundsätzlich nicht möglich.

Finanzierungsplan/Förderfähige Ausgaben

Gibt es Richtsätze für die Höhe der Ausgaben bzw. Obergrenzen für Personal- und Sachausgaben?
Nein, es gibt keine Richtsätze und Obergrenzen, da es sich um eine Festbetragsfinanzierung handelt. 

Können Fördermittel für die Einstellung zusätzlichen Personals verwandt werden?
Personalausgaben die im Rahmen des Projektes anfallen, können abgerechnet werden.

Müssen Drittmittel eingebracht werden?
Dies ist nicht zwingend erforderlich. Es wird jedoch erwartet, dass sich die Länder, Kommunen und private Geldgeber beteiligen, auch zur Abdeckung der Fahrtkosten.

Können Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF-Mittel) als Kofinanzierung eingebracht werden?
Ja, eine Kofinanzierung mit ESF-Mitteln ist möglich.

Können Mittel der Bundesagentur für Arbeit (BA) oder der Grundsicherungsträger als Kofinanzierung eingebracht werden?Nein, die Kofinanzierung aus BA-Mitteln oder Mitteln der Grundsicherungsträger ist nicht möglich. Aus solchen Mitteln geförderte Maßnahmen können jedoch - getrennt vor- bzw. nachgeschaltet - die vom BMBF geförderte Berufsorientierung ergänzen.

Kooperationsvereinbarungen mit Schulen

Was ist bei Kooperationsvereinbarungen mit Schulen zu beachten?
Welche Schulen können am Programm teilnehmen?
Die Schulen müssen einen allgemeinbildenden Schulabschluss anbieten. Das Programm richtet sich an Haupt-, Gesamt-, Förder- und Realschulen. Die Förderung für Schüler/innen an Gymnasien ist nicht möglich.

Muss mit jeder Schule eine Kooperationsvereinbarung getroffen werden?
Kooperationsvereinbarungen müssen grundsätzlich mit den jeweiligen Schulen einzeln geschlossen werden. In Ballungsräumen kann (bei Beteiligung vieler Schulen) die Kooperationsvereinbarung zur Vereinfachung auch mit dem Schulamt oder dem Kultusministerium bzw. der Bezirksregierung abgeschlossen werden.


In welcher Form muss die Kooperationsvereinbarung vorgelegt werden und was muss eine Kooperationsvereinbarung enthalten

  • Es ist eine rechtsverbindliche Vereinbarung erforderlich.
  • In der zwischen der Berufsbildungsstätte und den beteiligten Schulen geschlossenen Kooperationsvereinbarungen sind folgende Inhalte vorzusehen:
    • Beschreibung der mit der Potenzialanalyse und den Werkstatttagen verbundenen Leistungen des Trägers.
    • Verbindliche Angaben über die Anzahl der vorgesehenen BO-Maßnahmen.
    • Zusage der Schule über eine angemessene Vor- und Nachbereitung der Berufsorientierungsmaßnahme.
    • Bestätigung der Schulen, dass sich die BO-Maßnahme sich in das schulische Berufsorientierungskonzept einpasst
    • Bestätigung der Schulen, dass ein Dokumentationsinstrument wie der Berufswahlpass eingesetzt wird.
    • Bestätigung der Schulen, dass die Ergebnisse der Potentialanalyse im schulischen Prozess zur individuellen Förderung und die Ergebnisse der Maßnahmen insgesamt im weiteren Berufsorientierungsprozess der Jugendlichen genutzt werden, soweit dies datenschutzrechtlich möglich ist.
    • Feststellen, dass es sich bei der Berufsorientierungsmaßnahme (Potenzialanalyse und Werkstatttage) um eine Schulveranstaltung handelt.

Durchführung der Berufsorientierungsmaßnahmen

Allgemein

Welche Aufgaben soll die Projektleitung wahrnehmen
Es ist der Einsatz eines Projektleiters/einer Projektleiterin für Organisation und Koordination (Potenzialanalyse und Werkstatttage) in den Berufsbildungsstätten vorzusehen.

Die Projektleitung hat die konkrete Ausgestaltung der Berufsorientierungsmaßnahme eng mit der Schule abzustimmen und die Eltern einzubeziehen. Betriebe, Agenturen für Arbeit, Grundsicherungsträger sowie die Jugendhilfe und andere lokale Akteure sollen unter Berücksichtigung der regionalen Anforderungen vor der Durchführung der Maßnahmen informiert werden.


Wann können Maßnahmen bei Fehlzeiten gefördert werden?
Die Förderung setzt eine regelmäßige Teilnahme voraus. Bei Fehlzeiten kann der Zuschuss nur gewährt werden, wenn die Maßnahmenziele für den/die Schüler/in gleichwohl erreicht wurden. Dies trifft in der Regel zu, wenn ein Zertifikat ausgestellt werden kann, wenn der Jugendliche trotz Fehlzeiten Berufsfelder kennenlernen konnte und dadurch einen realistischen Einblick in die Berufswelt erhalten konnte.

Es sind Anwesenheitslisten mit Unterschriften der Schüler zu führen.

Zahlungsmodalitäten

Wann wird die Fördersumme ausbezahlt?
Nach abgeschlossenen Teilmaßnahmen kann entsprechend der Schülerzahl die anteilige Zuwendung ausgezahlt werden.

Wie wird ausgezahlt?
Nach Abschluss der Maßnahme bei Vorliegen folgender Voraussetzungen:

  • Teilnahme an der Potenzialanalyse;
  • regelmäßige Teilnahme der Jugendlichen an den Werkstatttagen. Bei Fehlzeiten müssen die Maßnahmeziele gleichwohl erreicht worden sein. 


Sind Abschlagszahlungen möglich?
Nach der Durchführung der Potenzialanalyse kann ein Abschlag in Höhe von 200,00 € je Maßnahme/Schüler/in ausbezahlt werden.

Für Schüler/innen, die die Werkstatttage zur Hälfte durchlaufen haben, kann eine Abschlagszahlung in Höhe von 105,00 € gezahlt werden.

Verwendungsnachweis

Welche Unterlagen müssen Sie mit dem Verwendungsnachweis einreichen?
6 Monate nach Ablauf des Bewilligungszeitraumes muss ein Verwendungsnachweis vorgelegt werden. Dieser besteht aus einem Sachbericht und einem Zahlenmäßigen Nachweis.

Sachbericht
Im Sachbericht sind die durchgeführten Maßnahmen im Bewilligungszeitraum darzustellen. Der Sachbericht muss insbesondere zur Erreichung der Ziele des Projektes Stellung nehmen und auf die Besonderheiten der Maßnahmen eingehen. Es sind auch Abweichungen zur Planung zu erläutern.
 
Zahlenmäßiger Nachweis
Der Zahlenmäßige Nachweis gibt einen Überblick über die finanzielle Ausgestaltung des Projektes. Er umfasst die

  • die summarische Darstellung der Einnahmen und Ausgaben,
  • die Berechnung der Ausgaben je Schüler/in
  • die Finanzierung des Vorhabens, aufgeteilt nach Eigenmittel, Drittmittel und Zuwendung,
  • Schüler-Teilnahmelisten, aufgeschlüsselt nach Potenzialanalyse, Werkstatttagen und Förderschüler und
  • eine statistische Darstellung der Teilnehmerzahlen unter Auflistung der beteiligten Schulen.

Es ist keine tabellarische Belegübersicht, in der die Ausgaben einzeln aufgeführt werden, erforderlich.

Unterlagen, die die Höhe der Ausgaben belegen können sind aber zu Prüfzwecken bis 5 Jahre nach Vorlage des Verwendungsnachweises vorzuhalten. 
Die erforderlichen Vordrucke für den Verwendungsnachweis sind im Internet auf der Seite des BO-Programms eingestellt. 

Zwischennachweis

Welche Unterlagen müssen mit dem Zwischennachweis eingereicht werden?
Bis 30.04. eines Jahres ist für das vergangene Haushaltsjahr ein Zwischennachweis vorzulegen. Dieser besteht aus einem Sachbericht und einem zahlenmäßigen Nachweis. Es gelten die Ausführungen zum Verwendungsnachweis (s. o.).

Potenzialanalyse

Wie soll die Potenzialanalyse aussehen?

Es sind handlungsorientierte Verfahren gegebenenfalls in Verbindung mit biografischen Verfahren vorgesehen. Diese sind nach den Qualitätsstandards des BMBF und der "Handreichung zur Durchführung von Potenzialanalysen im Berufsorientierungsprogramm (BOP) des BMBF" durchzuführen. Darin sind exemplarisch Verfahren und Musterabläufe ausgeführt, die den Qualitätsstandards entsprechen.

In den FAQ Potenzialanalyse finden Sie detaillierte Informationen sowie  weiterführende Literaturhinweise zur Durchführung der Potenzialanalyse.

Wer führt die Potenzialanalyse durch, wenn es für eine Schule einen  Berufseinstiegsbegleiter gibt?
Im November 2010 wurden im Rahmen der Bildungsketteninitiative für mehr als 1000 Schulen Berufseinstiegsbegleiter bestellt (BerEb-BK), die vorrangig u.a. Potenzialanalysen durchführen sofern diese noch nicht vorliegt. 

Potenzialanalysen werden im Rahmen des BO-Programms nur bewilligt, wenn der Zuwendungsempfänger an Schulen, die einen BerEb-BK haben, für einen ganzen Jahrgang einer Klassenstufe die Potenzialanalyse übernimmt.

 Ist dies nicht gegeben, werden nur die Werkstatttage gefördert. Vor einer Bewilligung wird daher geprüft, ob ein Zuwendungsempfänger mit einer Schule kooperiert, in der ein BerEb-BK bestellt wurde. 

Die Ergebnisse der Potenzialanalysen sind dem Berufseinstiegsbegleiter unter Beachtung des Datenschutzrechtes zur Verfügung zu stellen.

Werkstatttage

Handelt es sich bei den 80 Stunden der Maßnahme um Zeit- oder Schulstunden?
Die Werkstatttage sollen sich über einen Zeitraum von 2 Wochen oder 80 Stunden erstrecken. Es handelt sich um Zeitstunden (80 Stunden á 60 Minuten).  Davon soll die praktische Erprobung in den Werkstätten mindestens 65 Zeitstunden betragen. Pro Werkstatttag sollen die Jugendlichen 7 Stunden (inkl. Pause) anwesend sein. Die Werkstatttage sollen in engem zeitlichem Zusammenhang durchgeführt werden.


Wie sollen die Werkstatttage aussehen?
Die Schüler/-innen sollen bei einem Angebot von mindestens fünf Berufsfelder in mindestens drei dieser Berufsfelder nach dem Stand der Technik praktisch eingewiesen werden. Darüber hinaus erhalten sie allgemeine Information über die Berufsausbildung und die Möglichkeiten innerhalb eines Berufsfeldes.

Die Werkstatttage sollen wie folgt durchgeführt werden:

  • Der Zeitraum pro Schüler/in soll 80 Stunden oder zwei Wochen umfassen.
    Der Anteil für die praktische Erprobung in den Werkstätten soll 65 Zeitstunden betragen und die tägliche Anwesenheit soll  7 Stunden betragen. Die verbleibende Zeit ist für die Vor- und Nachbereitung sowie die Auswertung der Erfahrungen in der Berufsbildungsstätte zu nutzen.
  • Die Werkstatttage sind in engem zeitlichen Zusammenhang durchzuführen, d. h. die einzelnen Werkstatttage sollen nicht gesplittet über einen längeren Zeitraum hinweg durchgeführt werden.
  • Die Gruppengröße soll nicht mehr als 15 Jugendliche umfassen. Bei Teilnahme von Förderschülerinnen und Förderschülern, die auch aus Regelschulen kommen können, soll die Gruppengröße weiter reduziert werden. Bei Gruppen aus Förderschulen soll die Gruppengröße maximal 10 Jugendliche betragen.
  • Das betreuende Personal für die Werkstatttage soll pädagogisch geschult sein (Ausbilder-Eignungsprüfung oder vergleichbare Qualifikation).
  • Die Werkstatttage müssen getrennt von überbetrieblichen/außerbetrieblichen Maßnahmen durchgeführt werden.
  • Es wird die Anwesenheit von Lehrkräften erwartet.
  • Es ist ein  Zertifikat am Ende der Werkstatttage auszustellen, das Aussagen
    enthalten soll zu
    • Berufsbereichen, die praktisch erprobt wurden und die dafür ausgeführten Tätigkeiten/Werkstücke in jedem Berufsfeld,
    • Kompetenzen,
    • Neigungen,
    • Interessen,
    • individuellen Entwicklungspotenzialen
  • Lernziele und erkennbarer Förderbedarf sind gegebenenfalls getrennt vom Zertifikat zu dokumentieren

Hotline: (0228) 107-1031    E-Mail: berufsorientierung@bibb.de

Letzte Änderung: 12.01.2012


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